27.10.2017, 10:00 Uhr

Philip Streit über Eifersucht: Kampf um die Liebe des Kindes

Couple fighting in front of child

Philip Streit gibt Tipps für den Umgang mit Beziehungseifersucht.

"Die Mama ist so gemein zu mir" oder "Der Papa ist so streng": Wenn Kinder in die Arme eines Elternteils flüchten, kann das zu Spannungen innerhalb der Familie und Eifersucht zwischen den Elternteilen führen, die immer das Wohl des Kindes in den Vordergrund stellen und den Partner zumeist gar nicht beachten. Dann beginnen oft die gegenseitigen Belehrungen und Schuldzuschreibungen, die sehr belastend für die gesamte Familie sind.
Aus der Bindungstheorie geht hervor, dass sich Kinder grundsätzlich zu ihren Eltern gleich hingezogen fühlen und immer drei Dinge suchen: Geborgenheit, Sicherheit sowie die Möglichkeit, sich erfolgreich entfalten zu können. Und dabei hat jeder Elternteil bestimmte Ressourcen.
Familienflüsterer Philip Streit erklärt, dass man sich nicht gegenseitig kränken oder verletzen soll, sondern das Positive am anderen sehen soll. Statt der Eifersucht sollte man das gemeinsame "Wir" in den Vordergrund stellen, kommunizieren und präsent sein. Denn das Kind sollte von jedem der Elternteile zu spüren bekommen, dass es bei ihm gut aufgehoben ist und geliebt wird.

Tipps vom Familienflüsterer

So können Sie Ihre Beziehungseifersucht gut in den Griff kriegen:
1. Nehmen Sie sich Zeit und checken Sie Ihre Erziehungsstärken und Leidenschaften.
2. Setzen Sie sich zusammen und akzeptieren Sie sich.
3. Machen Sie einen WIR-Stärkeplan und verteilen Sie Ihre Rollen.
4. Wenden Sie sich zunächst immer Ihrem Partner, wenn Sie nach Hause kommen. Das besiegt die Eifersucht.
5. Nehmen Sie sich gemeinsam Zeit und reflektieren Sie die schönen Momente und Erfolge.
6. Suchen Sie sich auch Unterstützung von außen. So können Sie die Energie konstruktiv und sinnvoll für ein glückliches Familienganzes nutzen.

Der Experte Dr. Philip Streit

Philip Streit ist klinischer Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut sowie Lebens- und Sozialberater. Seit 1994 leitet er das „Institut für Kind, Jugend und Familie“ in Graz. Es ist das größte Familientherapiezentrum in der Steiermark.
Telefon: 0316/77 43 44
Web: www.ikjf.at
Im Jänner 2016 hat er das „M42“, das neue Begegnungs- und Therapiezentrum des Institutes in der Moserhofgasse, eröffnet.
Ihre Anregungen und Fragen richten Sie bitte an redaktion.graz@woche.at oder per Post an „WOCHE Graz“, Gadollaplatz 1/6. Stock, 8010 Graz.
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