07.11.2017, 15:28 Uhr

Die süßeste Adresse der Murmetropole – Businesslunch mit Peter Linzbichler

Peter Linzbichler bietet seit 28 Jahren süße Besonderheiten an. (Foto: Jorj Konstantinov)

"Linzbichler" gibt es seit 50 Jahren in Graz. Geschäftsführer Peter Linzbichler über seine Liebe zu dieser Stadt.

Zuckerl, Trüffel, Pralinen und mehr: Seit 1967 ist der "Linzbichler" am Franziskanerplatz die erste Anlaufstelle für Kunden, die auf der Suche nach süßen Köstlichkeiten sind. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch das Kerzengeschäft "Linzbichler", eines der letzten dieser Art in der Innenstadt. Im WOCHE-Businesslunch sprach Geschäftsführer Peter Linzbichler über Tradition, den einzigartigen Standort und Süßes.

WOCHE: Am "Linzbichler" führt in Graz kein Weg vorbei, oder?
Peter Linzbichler: Man kann sagen, dass wir wahrscheinlich das bekannteste Süßigkeitengeschäft in Graz sind. Meine Mutter hat es vor 50 Jahren eröffnet, von mir wird es seit 28 Jahren geleitet. In dieser Zeit hat sich sehr viel getan.

Was waren die größten Veränderungen?

Das Zuckerlgeschäft wie es früher war, gibt es nicht mehr. Sehr viel des damaligen Sortiments, wie etwa von Lindt, Ferrero oder Suchard, ist in die Supermärkte gewandert. Unser Geschäft ist elf Quadratmeter groß, und aufgrund des Preisdrucks war es nicht immer leicht, der Konkurrenz zu trotzen.

Um dagegen anzukämpfen, wagten Sie einen mutigen Schritt ...?
Anfang der 2000er-Jahre kam Josef Zotter mit seinen Schokoladen auf, die im Vergleich zu unserem damaligen Angebot extrem teuer waren. Ich war mir nicht sicher, ob das funktionieren würde, aber Gott sei Dank haben wir damit den Geschmack der Grazer getroffen. Wir bieten nur spezielle Produkte an, die höchsten Qualitätsanforderungen entsprechen und mich persönlich ebenfalls überzeugen. Denn ich verkaufe nichts, das ich nicht selbst essen, herschenken oder meinen Kindern geben würde.

Nur bei Ihnen bekommt man ja noch die Schloßbergkugeln ...
Ja, ich persönlich war traurig über das Ende der Konditorei "Strehly" und dachte gar nicht an die Weiterführung der Schloßbergkugeln. Aber Kunden sind zu mir gekommen und fragten danach. Daraufhin habe ich beschlossen, die Rechte und die Rezeptur dafür abzukaufen, und bin froh, dass ich sie nun exklusiv anbieten und somit ein Stück Graz erhalten kann.

Produzieren Sie die Süßwaren selbst?
Wir arbeiten mit ausgewählten Lieferanten zusammen und kennen alle sehr gut. Mich muss die Qualität immer wieder aufs Neue überzeugen. Seit Jahrzehnten vertraue ich da auf Zotter, die Linzer Konditorei Jindrak, den Seckauer Lebkuchenproduzenten Regner oder den Chocolatier Kern aus Obdach. Für vereinzelte Spezialitäten fahre ich auch zu kleinen Produzenten nach Italien, Deutschland oder Frankreich.

Zehn Meter weiter führen Sie auch das Kerzengeschäft ...

Seit 25 Jahren bieten wir dort Kerzen für Anlässe aller Art an. Von Tauf- über Hochzeits- bis hin zu Kondolenzkerzen können wir in Handarbeit jeden Dekorwunsch erfüllen.

Seit 50 Jahren halten Sie Ihrem Standort die Treue. Dachten Sie schon einmal an einen Wechsel?
Wir sind sehr gerne am Franziskanerplatz, es ist ein besonderer Ort in Graz. Obwohl es hier für unsere Logistik schwierig ist, konnte uns bisher nichts anderes überzeugen. In Graz sind in den letzten Jahren einige Mitbewerber im Süßwarenhandel hinzugekommen, was sehr gut für die Stadt ist.

Was motiviert Sie auch nach 28 Jahren für Ihre tägliche Arbeit?
Die süße Grazer Bevölkerung. Es ist unheimlich schön, wenn sich junge wie alte Kunden freuen, wenn sie für sich oder andere süße Köstlichkeiten oder Geschenke kaufen. Wenn sie glücklich das Geschäft verlassen, ist das wie Doping. Umsätze oder Geschäftsberichte können dieses Glücksgefühl nie erreichen.

Das ist Peter Linzbichler

Geboren am 26. August 1963 in Graz.
Ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Absolvierte die Handelsakademie in der Grazbachgasse in Graz.
Arbeitete in der Branche im Familienbetrieb in Graz sowie in Salzburg.
Übernahm das Geschäft 1989 von seiner Mutter.
Liebt es, gut zu essen, und kocht sehr viel selbst.
Sein Lieblingslokal ist der Gasthof "Hubinger" in Etmißl.
Bei den Getränken darf es von Wasser über Whiskey und Bier bis hin zu einem guten Wein je nach Anlass alles sein.
Wenn es die Zeit erlaubt, fährt er gerne Motorrad und unternimmt auch Touren, wie etwa vor zwei Jahren nach Schottland.
Besondere Vorlieben für Reiseziele hat er nicht, er genießt es, immer dort zu sein, wo er gerade ist.
Er ist der Meinung, dass seine Spezialitäten ein wichtiges Detail für besondere Anlässe sind.
Selbst schenkt er Freunden gerne etwas Süßes, aber nur, wenn er weiß, dass diese wirklich gemocht werden.
Bei den Süßigkeiten ist er nicht wählerisch, wobei den Vorzug die Mehlspeisen seiner Frau bekommen.
Aus seinem Sortiment greift er zu den Lebkuchen oder Kürbiskernkugeln.
Er feilt noch immer an den perfekten Heckenklescherkugeln, wofür aber noch die Zutaten fehlen.


Informationen zu "Linzbichler Süßwaren"

Am 1. Mai 1967 gegründet
Peter Linzbichler führt das Geschäft seit 1989
Fünf Mitarbeiter
Verkauf von typisch steirischen Süßwaren, Pralinen, Lebkuchen und Kerzen
Große Auswahl an Anlass-, Geschenk-, Bienenwachs- und Standardkerzen
Kerzendekor auf Kundenwunsch individuell möglich
Exklusiver Vertrieb der Schloßbergkugeln und Schilchertrüffel
Größtes Angebot von Zotter-Schokoladen
Auch vegane Auswahl von Süßigkeiten vorhanden
Adresse: Franziskanerplatz 16, 8010 Graz
Telefon: 0316/84 83 46
Web: www.linzbichler-schoko.at
Öffnungszeiten: Süßigkeiten-Geschäft: Montag bis Freitag von 8 bis 18.15 Uhr und samstags von 8 bis 12.30 Uhr; Kerzen-Geschäft: Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12.30 Uhr

Gast und Wirtschaft

Café Schwalbennest

Franziskanerplatz 1, 8010 Graz
Geschäftsführer: Gerhard Wörz
Telefon: 0316/81 88 92
Web: www.schwalben.at
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr, Samstag von 9 bis 20 Uhr und Sonntag von 10 bis 19 Uhr
Beschreibung: Das "Café Schwalbennest" zählt zu den entzückendsten Kaffeehäusern der Stadt, der Balkon wie der Gastgarten gehören zu den beliebtesten Plätzchen an sonnigen Tagen – das ganze Jahr über. Das Café bietet neben kleinen Snacks hausgemachte Kuchen, Torten und Limonaden.
Das Essen: Da beim WOCHE-Termin am Vormittag eher ein Frühstück angebracht war, entschieden sich Peter Linzbichler, WOCHE-Redakteurin Martina Maros und WOCHE-Fotograf Jorj Konstantinov für ein mit Schinken, Käse, Gurkerl und Paprika gefülltes Weckerl und Kaffee. Die Weckerl schmeckten allen Anwesenden ausgezeichnet, und auch der Kaffee überzeugte vollends.
Die WOCHE meint: Wohlfühlatmosphäre in einem bekannten Grazer Café, das allen, die auf der Suche nach einem gemütlichen Lokal mit sehr guten Mehlspeisen sind, nur wärmstens empfohlen werden kann.
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