Pöllau: „Kompromiss im Kirchenstreit“

Der Friede sei mit dir: Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Pfarrer Roger Ibounigg fanden einen Kompromiss im schwelenden Konflikt.
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Roger Ibounigg gibt Pöllau auf; bleibt aber Pfarrer von Pöllauberg.

Paukenschlag im „Pöllauer Kirchenstreit“: Vor der mit Spannung erwarteten Messfeier mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Pfarrer Roger Ibounigg, traten die beiden Geistlichen in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche ans Rednerpult: „Der Pfarrer und ich haben uns heute Vormittag in christlichem Miteinander bemüht, eine Lösung zu finden“, leitete Bischof Krautwaschl ein. Dann ergriff Pfarrer Ibounigg das Wort: „Ich teile Ihnen mit, dass ich mein Amt in Pöllau mit schwerem Herzen aufgeben werde. Wir werden gemeinsam eine fruchtbare Lösung finden und für einen geordneten Übergang sorgen.“ Ganz konkret: Ibounigg wird Pfarrer von Pöllauberg bleiben, die von ihm initiierten Jugend- und Jungfamilientreffen sowie die Ewige Anbetung wird es auch weiterhin geben.

Klare Worte in der Predigt

Seine Predigt nutzte Bischof Krautwaschl dann dazu, um klare Worte zu finden. „Pfarrer Ibounigg ist und bleibt Priester der Diözese Graz-Seckau, aber es ist unleugbar, dass es Probleme gab und gibt. Die Konflikte sind seit zehn Jahren dokumentiert, die Entscheidung, Pfarrer Ibounigg einen anderen seelsorglichen Dienst zu übertragen, wurde nach reiflicher Überlegung getroffen. Und dann ganz direkt: „Auch nach meinem Besuch vor drei Jahren hat sich am gegenseitigen Hass nichts verändert, auch ich wurde diffamiert, die Ereignisse der letzten Tage lassen mich sprachlos zurück.“
Aus Sicht des Bischofs geht es jetzt darum, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, die Besonderheiten vor Ort ernst zu nehmen und die Seelsorge weiter zu sichern. „Und das wird kein leichter Weg, aber im Glauben sind wir alle gleich“, so der Appell des Bischofs zum Zusammenhalt. Nach der Messe trat Bernhard Possert, selbstständiger Organisationsberater und immer wieder Moderator von diözesanen Veranstaltungen ans Rednerpult: „Im Laufe der letzten Stunden haben sich Türe für konkrete Lösungen eröffnet, im Sinne eines gedeihlichen Ausgangs bitte ich von Wortmeldungen Abstand zu nehmen.“ Dafür gab von Teilen der Kirchenbesucher einen spontanen Applaus. In der Sakristei durfte Pfarrer Ibounigg dann unzählige Blumen als Zeichen der Solidarität entgegennehmen.

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