Thermenbahn
Oststeirische Regionen sind nicht bereit, abgedreht zu werden

Historischer Schulterschluss zwischen Nordosten und Südosten. Die Thermenbahn will man sich nicht abdrehen lassen, sind sich die Vorsitzenden der Oststeiermark Manuel Pfeifer (2. v. l.) und Lukas Schnitzer (l) mit ihren südoststeirischen Amtskollegen Michael Wagner (2. v. r.) und Franz Fartek (r.) einig. | Foto: Margot Jeitler
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  • Historischer Schulterschluss zwischen Nordosten und Südosten. Die Thermenbahn will man sich nicht abdrehen lassen, sind sich die Vorsitzenden der Oststeiermark Manuel Pfeifer (2. v. l.) und Lukas Schnitzer (l) mit ihren südoststeirischen Amtskollegen Michael Wagner (2. v. r.) und Franz Fartek (r.) einig.
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Der Kampf um den Erhalt der Thermenbahnstrecke geht in eine neue, kraftvolle Runde: Vertreter der Oststeiermark und Südoststeiermark trafen sich am Donnerstag zu einem für steirische Verhältnisse historischen Schulterschluss in Form einer Petition und einer klaren Ansage an die Bundespolitik: Die Region ist nicht bereit, abgedreht zu werden.

FÜRSTENFELD/STEIERMARK. Es war ein bislang beispielloser Auftritt in der regionalen Politik: Vertreter aus der Oststeiermark und der Südoststeiermark, über alle Parteigrenzen hinweg, versammelten sich am Donnerstag in Fürstenfeld, um ein gemeinsames Signal nach Wien zu senden. Ihr Anliegen: Die Zukunft der Thermenbahn, die sie unisono als "Lebensader und Wirtschaftsmotor" für den Südosten Österreichs bezeichnen. Die Forderung ist klar: Der durchgängige Personenverkehr muss nicht nur erhalten, sondern umfassend attraktiviert werden.

Der Bahnhof Fürstenfeld wurde zum Schauplatz der Petitonsunterzeichnung.
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Drohende Abkoppelung

Der Kern des Protests ist die wachsende Sorge, dass die Thermenbahn, deren Personenverkehr ab Ende 2028 nur noch als "fakultativ" in den Verträgen aufscheint, stillgelegt werden könnte. Die regionalen Akteure sehen darin eine immense Gefahr für die gesamte Entwicklung der Region.

Landtagsabgeordneter Franz Fartek brachte die Emotionen auf den Punkt: „Jetzt den Südosten Österreichs und den Südosten der Steiermark übrig zu lassen, das geht einfach nicht.“ Die Bahn sei eine unverzichtbare „Lebensader“ für ein Einzugsgebiet von 250.000 Menschen, da sie eine verlässliche Anbindung an den Zentralraum Wien sicherstellt. Die Befürchtung ist, dass bei einer Einstellung des Bahnbetriebs nicht nur Pendler und Schüler betroffen wären, sondern die Region insgesamt vom Rest Österreichs abgehängt würde. „Die Region, der Süden Österreichs darf nicht abgehängt werden, sondern muss angebunden werden“, so Nationalratsabgeordneter Manuel Pfeifer.

Sämtliche Vorsitzende und ihre Stellvertreter der Regionen, hier am Mikrofon Franz Fartek, fanden deutliche Worte für die Bundespolitik. | Foto: Margot Jeitler
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Schlag ins Gesicht für Wirtschaft und Tourismus

Ein weiterer zentraler Schmerzpunkt ist der wirtschaftliche Schaden, der bei einer Schließung zu erwarten wäre. Mit 2,3 Millionen Nächtigungen und über 600.000 Tagesgästen ist die Region Thermen- & Vulkanland eine der dynamischsten Tourismusdestinationen. Ohne attraktive Bahnverbindung würde das touristische Wachstum ins Stocken geraten, da die Anreise für Gäste aus dem Großraum Wien deutlich erschwert würde. Zudem ist die Region nach dem Ballungsraum Graz die zweitdynamischste Wirtschaftsregion der Steiermark, weshalb die Thermenbahn auch für den Geschäftsreiseverkehr und die regionale Wertschöpfung unverzichtbar ist.

Diese Petition wird nun an die Bundesregierung übergeben werden. | Foto: Margot Jeitler
  • Diese Petition wird nun an die Bundesregierung übergeben werden.
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Ein unverständlicher Rückschritt

Die versammelten Vertreter äußerten ferner allesamt ihr absolutes Unverständnis, wie in Zeiten, in denen die öffentliche Hand Milliarden in umweltfreundliche Mobilität investiert, eine bestehende Bahnstrecke für den Personenverkehr stillgelegt werden könnte. Landtagsabgeordneter Lukas Schnitzer bezeichnete eine Stilllegung als „unverantwortlich und unverständlich“, besonders angesichts der 60 Millionen Euro, die bereits in den Ausbau des nördlichen Teils der Strecke bis Hartberg investiert wurden. Dies würde die Bemühungen zunichtemachen, mehr Menschen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen, so die Befürchtung.

Klare Forderungen an die Politik

Der Schulterschluss mündet in vier konkrete Forderungen an Bund und Land, um die Thermenbahn als „Südost-Spange“ zu sichern:

  1. Ein klares Bekenntnis zum Erhalt und zur Attraktivierung der Strecke.
  2. Ein durchgängiger mindestens 2-Stunden-Takt auf der gesamten Linie.
  3. Die Anschaffung gut ausgestatteter Zuggarnituren für Pendler und Touristen.
  4. Eine Verkürzung der Fahrzeit, um die Attraktivität der Bahn zu steigern.

Landtagsabgeordneter Michael Wagner, Vorsitzender der Region Südoststeiermark, bringt es auf den Punkt: „Es braucht ein Bekenntnis dazu, dass diese Bahn auf Schiene bleibt.“

Die Regionen sehen die Bahn als elementaren Baustein ihrer zukünftigen Entwicklung. Ihr historischer gemeinsamer Auftritt ist ein „positives Warnsignal“ an die Politik, das nicht überhört werden kann.

Das fordert die Petition

  • Klares Bekenntnis des Bundes und der ÖBB Thermenbahn
  • Durchgehender Personenverkehr Hartberg–Fehring
  • Mindestens Zweistundentakt auf der gesamten Strecke
  • Moderne Zuggarnituren mit Arbeits- und Aufenthaltsqualität
  • Verkürzung der Fahrzeiten für mehr Attraktivität

Die Regionen Oststeiermark und Südoststeiermark, Wirtschaft, Tourismus und Gemeinden treten erstmals gemeinsam für diese Forderungen auf.

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