29.09.2014, 08:24 Uhr

Analyse soll Fahndungserfolge sichern

Experten in Bad Waltersdorf: Michael Leitner, Susan Hammen, Ulrich Steiner, Josef Klamminger, Paul Marouschek (v.l.).

Bei einer internationalen Kriminalanalyse-Konferenz in Bad Waltersdorf tauschten Experten ihre Erfahrungen aus.

Insgesamt 110 Teilnehmer aus 24 Staaten, darunter Afghanen, Kanadier und US-Amerikaner, nahmen an der ersten internationalen Konferenz für Kriminalanalyse innerhalb Österreichs im Quellenhotel in Bad Waltersdorf teil. Im Mittelpunkt standen Strategien und wissenschaftliche Methoden zur Erstellung von Lagebildern, Ermittlungsansätze oder auch die visuelle Aufbereitung von Kriminalfällen. Wichtiges Thema der Tagung neben der operativen Analyse war die Vorhersage von Delikten. In 30 Vorträgen wurde über den letzten Stand der Kriminaltechnik weltweit informiert.
Abgehalten wurde die Veranstaltung von der Landespolizeidirketion Steiermark in Kooperation mit dem Bundeskriminalamt unter der Schirmherrschaft der in Overland Park im US-Bundesstaat Kansas ansässigen "International Association of Crime Analysts" (IACA). Deren Präsidentin Susan Hammen hielt ebenfalls einen Vortrag beim Event.
Die über vier Tage anberaumte Konferenz, die von Friedrich Steiner, einem Beamten des Landeskriminalamtes in Kooperation mit Landespolizeidirektor Josef Klamminger initiiert worden war, wurde von der ursprünglich geplanten Trainingsveranstaltung für die heimischen Kriminalanalyse-Experten zur internationalen Großveranstaltung mit Profilern aus der ganzen Welt erweitert. Die Kriminalanalyse werde auch für die tägliche Polizeiarbeit immer wichtiger. Daher gewinne der Erfahrungsaustausch zunehmend an Bedeutung, hieß es seitens der Landespolizeidirektion Steiermark.
Neben der operativen Kriminalanalyse wurde die Vorhersage von möglichen Verbrechens-Hotspot-Gebieten in den diversen Bereichen der Kriminalität in das Zentrum der Diskussionen und Referate gerückt werde, erklärte Paul Marouschek Leiter der Kriminalanalyse im Bundeskriminalamt.
Im Bereich der Vorhersage zählt der ebenfalls in Bad Waltersdorf anwesende, gebürtige Österreicher Michael Leitner zu den internationalen Top-Experten Er entwickelt an der Louisiana State University in Amerika geografisch und statistische Informationssysteme: „Wir wollen versuchen herauszufinden, wo und wann in Zukunft Delikte passieren.", so Leitner. Auch Seriendelikte könnten auf diese Weise untersucht werden. In Österreich seien so bereits Fälle gelöst worden.
Die Experten aus Afghanistan, Kanada, USA und zahlreichen weiteren Ländern referieren und diskutieren über die Anwendung und Einführung neuer Werkzeuge und Methoden, die unter anderem auch dazu dienen können, Verbrechensschwerpunkte vorauszusagen. Im englischsprachigen Raum werden neue Werkzeuge und Methoden zur Vorhersage von Verbrechensschwerpunkten bereits eingesetzt. Für den Europäischen Raum gelte es, diese entsprechend zu adaptieren. Ziel der Konferenz war eine verstärkte Vernetzung, um durch fundierte Kriminalitätsanalyse die Verbrechensbekämpfung zu optimieren.
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