"Nah&Frisch" Sigmundsherberg schließt
Gemeinde ohne Nahversorger - neue Lösung in Planung

In Sigmundsherberg schließt der "Nah & Frisch". | Foto: Markus Kahrer
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In Sigmundsherberg schließt der "Nah & Frisch" – und rund um die Zukunft des Standorts brodelt es. Gemeinde und Politik liefern sich einen Schlagabtausch.

SIGMUNDSHERBERG. In Sigmundsherberg steht der "Nah & Frisch-Markt" erneut vor einem Einschnitt. Betreiberin Bianca Rübig, die das Geschäft erst am 24. April 2026 übernommen hatte, wird den Betrieb mit 30. September einstellen. Die Marktgemeinde betont, dass diese Entscheidung ausschließlich von Rübig getroffen wurde und nicht mit Entscheidungen der Gemeinde zusammenhängt. Dem widerspricht Rübig nun deutlich: „Die Entscheidung, den Nah & Frisch-Markt mit 30. September zu schließen, wurde nicht von mir getroffen.“ Sie wolle bewusst nicht näher darauf eingehen, von wem die Entscheidung getroffen wurde. Bis zuletzt habe sie gemeinsam mit anderen Beteiligten nach einer Lösung für den Weiterbetrieb gesucht. Bereits 2023 war die Gemeinde selbst als Betreiber eingesprungen.

Betreiberin Bianca Rübig, die das Geschäft erst am 24. April 2026 übernommen hatte, wird den Betrieb mit 30. September einstellen.
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Bürgermeister Franz Göd bedauert die bevorstehende Schließung und verweist auf die Bedeutung des einzigen Nahversorgers im Ort. Gleichzeitig laufen laut Gemeinde Gespräche mit der "Kastner Gruppe" über eine rasche Nachfolgelösung. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den "Nah & Frisch"-Standort in Sigmundsherberg rasch wieder zu eröffnen und langfristig zukunftssicher aufzustellen“, erklärt Göd. Geplant ist ein Hybridmarkt mit persönlicher Betreuung und längeren Selbstbedienungszeiten. Rübig betont allerdings, dass diese Idee keineswegs erst jetzt aufgekommen sei. Sie habe einen Hybridbetrieb bereits mehrfach gegenüber der Gemeinde angesprochen. Sowohl Kastner als auch sie selbst seien für einen entsprechenden Umbau bereit gewesen. „Für mich hätte diese Lösung einen entscheidenden Unterschied machen und möglicherweise den Weiterbetrieb ermöglichen können“, erklärt die bisherige Betreiberin.

Bereits 2023 war die Gemeinde selbst als Betreiber eingesprungen, bevor im April 2026 mit Rübig eine neue Betreiberin gefunden wurde. | Foto: Markus Kahrer
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Kritik kommt unterdessen aus den Reihen der FPÖ. Gemeinderat Thomas Wanitschek erklärt, seine Fraktion habe versucht, Rübig „so gut wie möglich zu unterstützen“ und auch regional einzukaufen. Die geplante Hybrid-Lösung hätte aus seiner Sicht geholfen, sei aber trotz eines Gemeinderatsbeschlusses seit Dezember verzögert worden. Wanitschek spricht von einem geringen Förderbetrag und fordert eine rasche Lösung. Rübig bedankt sich ausdrücklich bei Wanitschek und der FPÖ, die sich in der schwierigen Situation für eine Weiterführung eingesetzt hätten. Gleichzeitig warnt Wanitschek davor, im geplanten Gemeindezentrum ein Café oder Bistro zu schaffen, da dies dem künftigen Nahversorger Einnahmen entziehen könnte.

In Sigmundsherberg schließt der "Nah & Frisch". | Foto: Markus Kahrer
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Franz Göd weist die Kritik entschieden zurück und widerspricht insbesondere der Darstellung zur Förderung. „Herr geschäftsführender Gemeinderat Wanitschek kennt leider die Abläufe nicht“, sagt der Bürgermeister. Die "NAFES-Förderung" sei erst vor Kurzem zugesichert worden, zudem habe die Sitzung zur "LEADER-Förderung" erst stattgefunden. Erst danach dürften Aufträge vergeben werden. Zum geplanten Gemeindezentrum erklärt Göd, Ziel sei eine Gastronomie mit gutbürgerlicher Küche und einem Angebot für Feiern aller Art. Der zentrale Standort mit Gemeindeamt, Postpartner, Mehrzwecksaal, Bücherei und Bahnhof solle auch dem Nahversorger zusätzliche Kunden bringen. Rübig stellt gleichzeitig klar, dass sie ursprünglich keine öffentliche Auseinandersetzung wollte. Nachdem jedoch der Eindruck entstanden sei, sie habe selbst die Schließung beschlossen, sehe sie sich zur Richtigstellung gezwungen.

Bereits 2023 war die Gemeinde selbst als Betreiber eingesprungen, bevor im April 2026 mit Rübig eine neue Betreiberin gefunden wurde. | Foto: Markus Kahrer
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Auch die SPÖ Sigmundsherberg meldete sich über Social Media zu Wort und zeigte sich „enttäuscht“. Die Sozialdemokraten kritisieren vor allem die Kommunikation rund um die bevorstehende Schließung. „Bürger müssen informiert werden“, lautet die Botschaft. Die Bevölkerung müsse rechtzeitig und ausreichend über solche Veränderungen informiert werden. Rübig betont abschließend, es gehe ihr nicht um öffentliche Schuldzuweisungen. „Ich habe nicht entschieden, das Geschäft zu schließen. Ich habe bis zuletzt versucht, eine Lösung für den Fortbestand des Nahversorgers zu finden.“ Gleichzeitig wünscht die SPÖ dem Team des "Nah & Frisch" trotz aller Schwierigkeiten alles Gute für die Zukunft.

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In Sigmundsherberg schließt der "Nah & Frisch". | Foto: Markus Kahrer
Betreiberin Bianca Rübig, die das Geschäft erst am 24. April 2026 übernommen hatte, wird den Betrieb mit 30. September einstellen.
Bereits 2023 war die Gemeinde selbst als Betreiber eingesprungen, bevor im April 2026 mit Rübig eine neue Betreiberin gefunden wurde. | Foto: Markus Kahrer

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