Land Tirol bekennt sich stark zu Multireligiosität

VertreterInnen der Religionen mit Landeshauptmann Platter und Landesräten Baur
  • VertreterInnen der Religionen mit Landeshauptmann Platter und Landesräten Baur
  • Foto: Land Tirol/Berger
  • hochgeladen von Gerhard Egger
Wo: Landhaus 1, Eduard-Wallnöfer-Platz 3, 6020 Innsbruck auf Karte anzeigen

Die Zeiten, dass nur eine Religion im sogenannten "Heiligen Land Tirol" das Sagen hat, sind schon lange vorbei. Der Tradition entsprechend trafen sich im Landhaus vier Tage vor dem Heiligen Abend auf Einladung des Landeshauptmannes Günther Platter und der Landesrätin Christine Baur die staatlich anerkannten Religions- und Bekenntnisgemeinschaften zu einem intensiven Austausch zwischen dem Land Tirol und den Religionen. Dabei ging es nicht nur um den gelebten gegenseitigen Respekt im Umgang miteinander sondern auch um eine gute Zusammenarbeit in der Integrationsarbeit. Persönliche Belange und Anliegen der einzelnen Religionen wurden dabei auch erörtert.

Gerhard Egger, Bischof der Gemeinde Innsbruck der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), präsentierte als Sprecher der Multireligiösen Plattform Innsbruck (MRPI) die im letzten Halbjahr erreichten Ziele der Plattform. So wurde die "Langen Nacht der Kirchen" in der evangelischen Auferstehungskirche, in eine "Langen Nacht der Religionen" umfunktioniert. Acht Religionsgemeinschaften gestalteten gemeinsam den Abend unter dem Motto "Ich bin da, wo du bist, Gastfreundschaft in den Religionen". Zweimal wurde „Klatsch und Tratsch in vielen Sprachen“ abgehalten, ein multireligiöser Jugendtreff zur Förderung des gegenseitigen Kennenlernens unter Jugendlichen verschiedenen Glaubens. Die MRPI wirkte auch an der 8. Tiroler Integrationsenquete "Mit Gottes Hilfe" mit, in der die Rolle von Religion bei der Integration mit Zugewanderten behandelt wurde.

Am 16.11.2017 wurde die Mutterer Brücke multireligiös eingeweiht, ein Novum unter der ländlichen Bevölkerung. Im Dezember fand zudem eine hochkarätige Tagung der Universität Innsbruck, Katholisch-Theologische Fakultät, zu Religionsunterricht an Schulen statt, an der mehrere Mitglieder der MRPI mitwirkten. Diese und andere interreligiöse Veranstaltungen legen Zeugnis von dem sehr guten Verhältnis zwischen den einzelnen Religionsgemeinschaften und den Verantwortlichen von Land Tirol und Stadt Innsbruck ab.

Während des Gespräches erging eine besondere Bitte an den Landeshauptmann. Er solle sich dafür stark machen, dass neben den bereits vorhandenen noch mehr inner- und außerschulische Räume und Anlässe für interreligiöse Begegnungen geschaffen werden. Besonders für die junge Generation sollte das Thema Religion kein Tabuthema sein. Ein offener Dialog darüber fördert nicht nur die interreligiöse Bildung, sondern auch das gute Miteinander in einer multireligiösen Gesellschaft.

Mitwirkende des vorweihnachtlichen Dialogs waren (im Bild v. l.): Max Valtingoier (Neuapostolische Kirche), Özgür Erdogan (Alevitische Glaubensgemeinschaft), Wilhelm Schwabl (Bahai Gemeinde Tirol), Mag. Liebschütz (Israelitische Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg), Burhan Türkmen (Vorsitzender Islamische Religionsgemeinschaft), Pfarrerin Assunta Kautzky (Evangelische Kirche A.B. und H.B.), Erzpriester Pater Emanuel Dirlas (Griechisch-Orthodoxe Gemeinden Tirol Metropolis von Austria, Ökumenisches Patriarchat), Samir Redzepovic (Generalsekretär Islamische Religionsgemeinschaft), LH Günther Platter, Erzpriester Aleksander Stolic (Serbisch-Orthodoxe Gemeinde), LRin Christine Baur, Präsident Günter Lieder (Israelitische Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg), Bischof Hermann Glettler (Diözese Innsbruck), Pastor Thomas Rolfsmeier (Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich), Gabriele Doppler (Buddhistische Religionsgemeinschaft Österreich), Heiko Barthelmeß (Freikirchen in Österreich), Bischof Gerhard Egger (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage), Pastor Markus Marosch (Freikirchen in Österreich), Pfarrer Meinrad Schumacher (Altkatholische Kirche).

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