Uni-Budgetkürzungen
Milliardenkürzungen bedrohen die Montanuni und den Standort
- Die angekündigten Milliardenkürzungen bei den Universitäten würden die Universitätsstadt Leoben stark betreffen.
- Foto: Montanuniversität Leoben
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Die angekündigten Milliardenkürzungen bei den Universitäten treffen Leoben im Mark. Die Montanuniversität warnt vor einem Einbruch bei Industrieprojekten. Bürgermeister Kurt Wallner sieht die Identität Leobens als Innovationsstandort gefährdet und wird das Thema beim kommenden Städtetag auf nationaler Ebene behandeln.
LEOBEN. Die Zahlen, die vergangene Woche aus dem Wiener Wissenschaftsministerium nach Leoben sickerten, hatten es in sich. Für die kommende Leistungsvereinbarungsperiode 2028 bis 2030 plant der Bund laut Universitätenkonferenz (uniko) lediglich 15,5 Milliarden Euro für die 22 staatlichen Hochschulen ein – gefordert waren 18 Milliarden Euro, um allein die Inflation abzufedern. Für die steirischen Universitäten bedeutet dies ein drohendes Loch von rund 500 Millionen Euro.
- Da Personalkosten den größten Budgetposten ausmachen, würde eine Kürzung in dieser Größenordnung auch unmittelbar die Forschungsleistung treffen. (Symbolbild)
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Montanuni warnt vor Abwärtsspirale
Die Montanuniversität weist traditionell eine hohe Drittmittelquote und warnt vor einer gefährlichen Kettenreaktion. Da viele internationale Förderprogramme eine solide Basisfinanzierung (beispielsweise für Kofinanzierungen, Infrastruktur und Vorleistungen) voraussetzen, würde das komplexe Finanzierungsmodell ins Wanken geraten.
Da Industrieprojekte niemals alle Kosten (wie Infrastruktur und Gemeinkosten) decken, kann sich die Montanuniversität nur so viele externe Forschungsprojekte leisten, wie in ihrem staatlich festgelegten Budgetrahmen Platz finden. Ohne eine solide Basisfinanzierung durch den Bund müsste die Universität künftig Kooperationen mit der Wirtschaft ablehnen, um den Lehrbetrieb nicht zu gefährden – ein Rückzug aus der internationalen Spitzenforschung wäre die Folge.
Da das Personalbudget den größten Posten ausmacht, würde ein Rückgang der Bundesmittel hier wesentliche Einschnitte bedeuten. Weniger Personal bedeutet unmittelbar weniger Kapazitäten für die Entwicklung, Einreichung und Betreuung von Drittmittelprojekten. Die Folge: Sinkende Chancen auf neue Bewilligungen und ein Verlust der Fähigkeit, laufende Projekte in hoher Qualität umzusetzen. Ein drohender Personalabbau sei daher „nicht akzeptabel“ stellt das Rektorat der Montanuniversität Leoben auf Anfrage von MeinBezirk klar.
- Als Landesvorsitzender des Städtebundes will Bürgermeister Wallner die Budgetkürzungen beim kommenden Österreichischen Städtetag von 10. bis 12. Juni in Leoben auf nationaler Bühne thematisieren.
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„Wer die Uni schwächt, schwächt den ganzen Standort“
In der Debatte um die Budgetkürzungen findet Leobens Stadtchef Kurt Wallner Worte, die über das übliche politische Maß hinausgehen. Für ihn ist die Montanuniversität nicht nur eine Bildungseinrichtung, sondern wirtschaftliches Rückgrat und wesentlicher Teil der Identität Leobens.
Ein Personalabbau in der genannten Größenordnung wäre für die gesamte Region spürbar. Weniger Personal bedeute nicht nur weniger wissenschaftliche Leistung, sondern auch weniger Frequenz in der Innenstadt, weniger Nachfrage in Handel und Gastronomie und weniger Impulse für den Wirtschaftsraum Obersteiermark.
Besonders kritisch sieht er die Folgen für die heimischen Leitbetriebe. In Bereichen wie der Kreislaufwirtschaft oder Metallurgie sei die Montanuniversität ein „Standortvorteil von nationaler Bedeutung“. Wer hier kürze, setze die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und damit tausende Arbeitsplätze aufs Spiel. „Wer die Montanuniversität schwächt, schwächt einen ganzen Standort. Zukunft entsteht nicht durch Kürzungen bei Bildung, Forschung und Innovation, sondern durch verlässliche Investitionen in diese Bereiche“, stellt Wallner klar.
- Für die steirischen Universitäten bedeuten die geplanten Budgetkürzungen ein drohendes Loch von rund 500 Millionen Euro. (Symbolbild)
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Grüne mobilisieren für Proteste
Unterstützung kommt von den Grünen. Die Leobener Gemeinderätin Susanne Sinz verweist auf die Bedeutung für die gesamte Obersteiermark: „Leoben lebt von seiner Universität. Die Montanuni arbeitet gerade in Zukunftsbereichen wie Umwelttechnologien, Kreislaufwirtschaft oder nachhaltiger Produktion eng mit der Industrie zusammen. Kürzungen würden ausgerechnet diese Arbeit besonders hart treffen.“
Auch auf Landesebene herrscht Alarmbereitschaft. Die steirischen Grünen stellen sich klar hinter die Hochschulen und mobilisieren für die Demonstration am Donnerstag, 28. Mai, in Graz. Klubobfrau Sandra Krautwaschl spricht von einem gefährlichen Kahlschlag: „Die Steiermark lebt von Ideen und Innovation.“ Wirtschaftssprecher Lambert Schönleitner ergänzt: „Wer dort den Rotstift ansetzt, gefährdet Wohlstand und die Attraktivität unseres Landes.“ Besonders kritisch sehen die Grünen, dass bei der Wissenschaft gespart werden soll, während klimaschädliche Subventionen weiterhin Milliarden kosten.
- Besonders kritisch sehen die Grünen, dass ausgerechnet bei Wissenschaft und Bildung gekürzt werden soll, während klimaschädliche Subventionen weiter Milliarden kosten. Gemeinderätin Susanne Sinz verweist auf die Bedeutung der Montanuniversität für die gesamte Obersteiermark.
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Leobener Kampfansage an Wien
Als Landesvorsitzender des Städtebundes will Bürgermeister Wallner die Budgetkürzungen beim kommenden Österreichischen Städtetag von 10. bis 12. Juni in Leoben auf nationaler Bühne thematisieren. „Leoben präsentiert sich beim Österreichischen Städtetag bewusst als Stadt der Transformation. Gerade Leoben macht deutlich, wie eng kommunale Entwicklung, Wissenschaft, Industrie und regionale Wertschöpfung miteinander verbunden sind. Wenn über die Zukunft der Städte gesprochen wird, kann man über Universitäten als zentrale Standortfaktoren nicht schweigen.
Die Forderung an die Bundesregierung ist klar: „Die Finanzierung der Universitäten muss so gestaltet werden, dass Lehre, Forschung, Personal und Standortentwicklung langfristig gesichert sind. Sparmaßnahmen dürfen nicht dort ansetzen, wo Österreich seine Zukunftsfähigkeit aufbaut. Besonders für spezialisierte Standorte wie Leoben braucht es Planungssicherheit und ein klares Bekenntnis des Bundes."
- Wer bei den Mitteln für die Universitäten kürze, setze die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und damit tausende Arbeitsplätze aufs Spiel, so Bürgermeister Kurt Wallner. (Symbolbild)
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„Leoben wird nicht wegschauen“
Wenn sich die befürchteten Kürzungen bestätigen, sei ein gemeinsames Auftreten der betroffenen Städte und Regionen sinnvoll. Ob in Form eines gemeinsamen Statements oder einer Resolution, sei noch zu prüfen: „Bildung und Forschung sind keine verzichtbaren Kostenstellen", so Wallner.
Für die Sorgen der Universitäten, der Beschäftigten und der Studierenden zeigt er volles Verständnis: „Die Stadt Leoben steht inhaltlich an der Seite der Montanuniversität, wenn es um den Erhalt von Qualität, Forschungskraft und Zukunftsperspektiven geht. Mir ist wichtig, dass dieses Anliegen sachlich, geschlossen und mit Nachdruck vertreten wird. Leoben wird hier nicht wegschauen.“
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