Bauernhof des Jahres
Zwei Leobener Betriebe punkten mit Innovation und Regionalität
- Unter den zwei ausgezeichneten Leobener Betrieben ist Familie Haberl vom Hof Einödmoar in St. Michael.
- Foto: C. Haberl
- hochgeladen von Astrid Moder
Die Landwirtschaftskammer Steiermark würdigte im Rahmen des Wettbewerbs „Bauernhof des Jahres 2026“ herausragende Leistungen in den Bereichen Energieautarkie und regionale Qualität. Unter den insgesamt 22 Nominierten befanden sich auch zwei innovative Betriebe aus dem Bezirk Leoben, die für ihre nachhaltige Wirtschaftsweise und ihren Beitrag zur regionalen Versorgungssicherheit ausgezeichnet wurden.
LEOBEN/GRAZ. Die feierliche Verleihung des Titels „Bauernhof des Jahres 2026“ stand ganz im Zeichen der Energieunabhängigkeit und der engen Verbindung von Tierwohl und Technik. Während die Stockerlplätze an Betriebe mit extrem hohen Eigenstromanteilen gingen, erhielten die Betriebe Christian Haberl aus St. Michael sowie Petra, Bernhard und Andreas Zechner aus Trofaiach die ehrenvolle Anerkennung als offizielle Award-Kandidaten.
Diese Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung der beiden Leobener Betriebe für die regionale Versorgungssicherheit und würdigt ihren Einsatz für eine zukunftsorientierte Arbeitsweise.
- Petra, Bernhard und Sohn Adreas Zechner aus Trofaiach wurden beim Wettbewerb "Bauernhof des Jahres" ausgezeichnet.
- Foto: Privat/Zechner
- hochgeladen von Astrid Moder
Bio-Pioniergeist und moderne Milchwirtschaft
Der von Christian Haberl geführte Bio-Betrieb „Einödmoar“ in St. Michael setzt konsequent auf Weiterentwicklung und Automatisierung. Seit der Übernahme von seinen Eltern im Jahr 2023 hat der Jungbauer den Viehbestand auf 50 Milchkühe mehr als verdoppelt und einen modernen Melkroboter installiert, um flexibler arbeiten zu können. Neben der Milchwirtschaft bewirtschaftet die Familie 99 Hektar Forst, den sie klimafit umbaut, sowie Ackerflächen, auf denen unter anderem Soja für eigenes Bio-Sojaöl wächst.
Ein weiteres Standbein ist der Tourismus: Die Ferienhütte für „Urlaub am Bauernhof“ zieht Gäste aus aller Welt an, während Mama Maria als Kräuterpädagogin geführte Wanderungen und hofeigene Kräuterprodukte anbietet. Trotz Herausforderungen durch die Bürokratie blickt Haberl mit seiner Lebensphilosophie „Ich bin kein Jammerer“ voller Tatendrang in die Zukunft.
- Christian Haberl baut Bio-Soja auf seinem Betrieb in St. Michael an und verarbeitet diesen zu hochwertigem, kaltgepresstem Öl.
- Foto: Christian Haberl
- hochgeladen von Astrid Moder
Tierwohl in Trofaiach
In Trofaiach führen Petra und Bernhard Zechner gemeinsam mit Sohn Andreas einen Betrieb, der Tradition und moderne Standards vereint. Mit 150 Rindern – davon 50 Milchkühe in einem Laufstall mit permanentem Auslauf – liefert der Hof jährlich rund 450.000 Liter Milch an die Berglandmilch.
Der Fokus liegt hier aktuell auf einem fließenden Generationenwechsel: Sohn Andreas bringt bereits konkrete Pläne für weitere Automatisierungen im Stall ein, die ab dem nächsten Jahr schrittweise umgesetzt werden. Neben der Rindermast und 50 Hektar Waldwirtschaft vermietet die Familie eine urige Almhütte an Urlauber.
Für Bernhard Zechner ist es essenziell, das Bewusstsein der Gesellschaft für den Wert heimischer Lebensmittel zu stärken und den steigenden Kosten sowie der Bürokratie durch die bestmögliche Nutzung aller Hof-Potenziale zu begegnen.
- In Trofaiach führen Petra und Bernhard Zechner gemeinsam mit Sohn Andreas einen Betrieb mit 150 Rindern. Der Hof liefert jährlich rund 450.000 Liter Milch an die Berglandmilch. (Symbolbild)
- Foto: pixabay/NickyPe
- hochgeladen von Astrid Moder
Qualitätssicherung durch regionale Verankerung
Die Nominierung zum „Bauernhof des Jahres“ basiert auf dem großen Vertrauen der Bevölkerung, das sich in der regen Teilnahme am Publikumsvoting widerspiegelte. Durch die Produktion hochwertiger Lebensmittel für den lokalen Markt stärken die ausgezeichneten Betriebe die Wertschöpfung in der Region und bieten den Konsumenten Transparenz und Verlässlichkeit abseits globaler Lieferketten.
Die Ehrung durch Präsident Andreas Steinegger und die Führungsspitze der Landwirtschaftskammer verdeutlicht die Wertschätzung für die unternehmerische Leistung der Kandidatinnen und Kandidaten. Die prämierten Betriebe werden als wichtige Botschafter für eine moderne Landwirtschaft gewürdigt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie traditionelle Werte bewahren, gleichzeitig aber mutig in innovative Technologien und Automatisierung investieren. Damit stärken sie nicht nur die Energieautarkie und Tierwohl-Standards, sondern sichern auch die hohe Qualität regionaler Lebensmittel für die Zukunft.
Das könnte dich auch interessieren:
MeinBezirk auf
MeinBezirk als
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.