MotoGP in Spielberg
Das waren die Tops und Flops des bisherigen Wochenendes
- Top: Die Camper haben auf Lagerfeuer umgestellt.
- Foto: Ripu
- hochgeladen von Stefan Verderber
Von der reibungslosen Anreise über den fragwürdigen Termin bis hin zur nicht existierenden KTM-Tribüne: Wir versuchen eine Zwischenbilanz über die MotoGP am Red Bull Ring.
SPIELBERG. Mit Anbruch des Rennsonntags sind drei Viertel des heurigen MotoGP-Wochenendes auch schon wieder vorbei. Höchste Zeit also für eine Zwischenbilanz. Wir haben eine vorläufige Liste von Tops und Flops zusammengestellt. Achtung: höchst subjektiv und noch ohne Berücksichtigung des abschließenden Tages, der meist den Höhepunkt des Geschehens liefert.
Die Tops
- Der harte Kern: Die Fans verdienen ein großes Lob. "Harte Schale - weicher Kern", so kann man das MotoGP-Publikum getrost zusammenfassen. Die Fans erweisen sich einmal mehr aus umgänglich, bodenständig und liebenswert. Auf den Campingplätzen dominiert das Lagerfeuer statt dem Swimmingpool. Und obwohl dort sichtlich weniger los ist als in den Vorjahren, ist die Stimmung ausgelassen. Die Tribünen sind seit Samstag dennoch gut gefüllt. Wir sind gespannt auf die End-Abrechnung.
- Die neue Fanzone: Zugegeben, die Veränderung ist auf dem Papier größer als sie tatsächlich ausfällt. Trotzdem punktet die Fanzone mit der Aufteilung in drei Erlebniswelten mit Vielfalt und Qualität in Sachen Musik und Kulinarik. Ein weiterer Pluspunkt. Es geht nicht so beengt zu wie bei der Formel 1.
- Die Organisation: Darüber muss man eingentlich nicht mehr viele Worte verlieren. Die Veranstalter am Red Bull Ring verstehen ihr Handwerk. Das bestätigen internationale Journalisten und Studien genauso wie die Fans. Von der Anreise bis zum Angebot wird hier (fast) perfekte Arbeit geleistet.
- Das Wochenend-Wetter: Seit Freitag-Nachmittag serviert der Herbst im Murtal nahezu perfektes Motorsport-Wetter. Am Samstag und am Sonntag kann man die Rennen bei über 20 Grad und Sonnenschein genießen.
- Die Murtaler Gastfreundschaft: Egal, ob Formel 1, MotoGP oder eine andere Veranstaltung. Fans von außerhalb loben stets die Herzlichkeit in der Region.
- Flop: Die Harleys wirken auf der Strecke einfach zu behäbig.
- Foto: RB/Platzer
- hochgeladen von Stefan Verderber
Die Flops
- Das Auftakt-Wetter: Der Regen am Donnerstag war kein freundlicher Empfang für die Fans. Zudem ist Camping bei diesen Nacht-Temperaturen grenzwertig. Was uns zum nächsten Flop bringt ...
- Der neue Termin: Der Herbst im Murtal hat durchaus seine Reize, für die MotoGP ist es trotzdem der falsche Zeitpunkt. Bitte wieder ändern! (Anm.: Dem Vernehmen nach wird im Hintergrund bereits daran gearbeitet).
- Mangelnde Spannung: Klingt auf den ersten Blick paradox, wird aber auch von Experten so bestätigt. In der Weltmeisterschaft herrscht zwar Hochspannung, auf die Strecke überträgt sich das allerdings nicht. Nach dem Start und der ersten Runde setzt meist der Trott bis zum Endspurt ein. Liegt vor allem an der Übertechnologisierung der Motorräder. (Anm.: Auch das soll sich mit dem neuen Reglement bald wieder ändern).
- Die Harleys: Für eingefleischte Fans mag das ein Schlag in die Magengrube sein ... Der Sound passt zwar, aber die Klobig- und Behäbigkeit dieser Harleys im Vergleich zu den MotoGP-Bikes in der neuen Harley Davidson-Serie fällt ungut auf. Gilt natürlich nicht für die Marke ansich.
- Die KTM-Tribüne: Der Kritikpunkt lautet - sie existiert nicht mehr. Nach den wirtschaftlichen Turbulenzen des Konzerns wurde die Tradition beendet. Verständlich, aber schade. Gerade Jungstar Pedro Acosta hätte sich die Unterstützung der Fans verdient. So kommt beim "Heimspiel" nicht das richtige Flair auf.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.