04.01.2018, 11:47 Uhr

Anna Gasser: "Ich war sprachlos"

Anna Gasser bereitet sich am Kreischberg auf Olympia vor. Foto: GEPA pictures/Mandl

Die Snowboarderin über ihre Erfolge und die Olympia-Vorbereitung am Kreischberg.

KREISCHBERG. Viel mehr kann man in einem Jahr eigentlich nicht gewinnen, als Snowboarderin Anna Gasser im Vorjahr geschafft hat. Nach den Weltcuptiteln im Freestyle und im Big Air holte sich die Kärntnerin auch einen Triumph bei der Weltmeisterschaft und Gold bei den in der Szene so wichtigen X-Games. Kein Wunder also, dass die 26-Jährige auch zu Österreichs Sportlerin des Jahres 2017 gekürt wurde. Außerdem wurde sie bei den Espys in den USA als beste weibliche Actionsportlerin ausgezeichnet.

Verbindung

Mit dem Kreischberg verbindet Gasser nicht nur eine sportliche, sondern auch eine persönliche Beziehung. Mit Silber bei der WM 2015 feierte sie dort einen ihrer größten Erfolge. Zwei Jahre später gelang ihr dort auch der erste Weltcup-Sieg im Slopestyle. Vorübergehend hat Österreichs Freestyle-Hoffnung nun ihren Wohnsitz von Millstatt auf den Kreischberg verlegt, um sich im Murtal auf die Olympischen Winterspiele in Südkorea vorzubereiten.

MZ: Wie lange werden Sie sich im Murtal auf Olympia vorbereiten?
Anna Gasser: Ich werde in den kommenden zwei Wochen fast jeden Tag am Kreischberg verbringen. Wir haben hier ein kleines Appartement und die Trainingsbedingungen sind ideal - vor allem auch durch den neuen Lande-Airbag.

MZ: Wie sieht Ihr Programm bis zu den Olympischen Spielen aus?
Ich werde im Jänner weniger Wettbewerbe bestreiten und mich stattdessen mehr auf das Training konzentrieren. Ich werde in dieser Hinsicht ein bisschen zurückstecken und Energie für die Olympischen Spiele tanken.

MZ: Wie lautet das Ziel für Olympia?
Ich war bei den Wettbewerben in letzter Zeit immer vorne dabei, also würde ich lügen, wenn ich mir nicht zumindest eine Medaille vornehmen würde. Bei Olympia hängt allerdings auch viel von der Tagesverfassung ab. Da kann man nie wissen, was passiert. Aber die Welt wird auch nicht untergehen, wenn es nichts mit einer Medaille wird.

MZ: Sie hatten zu Beginn der Saison eine kleine Verletzung - wie geht es Ihnen jetzt damit?
Eine Fersenprellung ist immer eine blöde Geschichte. Das ist jetzt sechs Wochen her und ich spüre es noch immer - vor allem, wenn ich zu weit oder zu kurz springe. Deshalb ist der Lande-Airbag hier am Kreischberg auch so optimal zum Trainieren, da kann man das gut kompensieren.

MZ: Wo liegen die Vorteile dieses Lande-Airbags?
Er bietet vor allem beim Einstudieren neuer Sprünge unschätzbare Vorteile, weil das Verletzungsrisiko aufgrund der weichen Landung in einem Luftkissen praktisch auf null reduziert wird. Das wird den Sport von Grund auf verändern. Ich bin sehr froh, dass die Installierung hier am Kreischberg so schnell und ohne Probleme funktioniert hat.

MZ: Sie wurden heuer zu Österreichs Sportlerin des Jahres gekürt und haben einen Espy-Award bekommen - was bedeuten Ihnen diese Auszeichnungen?
Das ist schon eine Riesenehre. Wir sind ja alle in diesen neuen Sportarten unterwegs, die viele vielleicht noch gar nicht so richtig kennen. Das war schon ein großer Wow-Effekt, als ich da auf die Bühne gerufen wurde. Ich war ehrlich gesagt ziemlich sprachlos - und das bin ich nicht oft.

Europa-Neuheit am Kreischberg

Zur Person

Anna Gasser ist 26 Jahre jung und wohnt in Millstatt (Kärnten).
Sie ist erfolgreiche Freestyle-Snowboarderin und vor allem in den Bewerben Slopestyle und Big Air unterwegs.
Erfolge: Sportlerin des Jahres 2017, Weltmeisterin im Big Air, Gesamtweltcup-Siegerin, Siegerin der X-Games, 7 Weltcupsiege.

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