Covid-19-Patienten als Studienteilnehmer gesucht:
Grazer Mediziner erforschen Einfluss von Corona auf die Darmgesundheit

Zur Untersuchung von Therapiemöglichkeiten der COVID-19-Infektion mit gastrointestinalen Symptomen werden Studienteilnehmer gesucht.
  • Zur Untersuchung von Therapiemöglichkeiten der COVID-19-Infektion mit gastrointestinalen Symptomen werden Studienteilnehmer gesucht.
  • Foto: Mev.de
  • hochgeladen von Andrea Sittinger

Obwohl das Coronavirus hauptsächlich respiratorische Symptome verursacht, berichten Patienten auch immer wieder über Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchbeschwerden. Vorläufige Daten legen nahe, dass Patienten mit gastrointestinalen Symptomen häufiger unter schweren Krankheitsverläufen leiden können. Basierend auf diesem Wissen befasst sich das Grazer Forscherteam rund um die Medizinerin Vanessa Stadlbauer-Köllner von der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Meduni Graz mit der Untersuchung möglicher Therapieformen der COVID-19-Infektion mit gastrointestinalen Symptomen.

Kombi-Medikament in Testung

"Bisher ist keine Therapie für eine COVID -19-Infektion im Allgemeinen oder für COVID -19- induzierten Durchfall verfügbar. Es ist möglich, dass Virostatika und Antibiotika die im Rahmen einer COVID-19 Erkrankung beziehungsweise zur Behandlung von bakteriellen Superinfektionen eingesetzt werden, zu Veränderung des Darm- Mikrobioms führen können und wiederum Durchfall verursachen kann", erklärt Stadlbauer-Köllner. "Das Darmmikrobiom könnte ein neues therapeutisches Ziel sein und Probiotika oder Synbiotika, das ist eine Kombination von Probiotika mit Präbiotika, könnten eine Rolle bei der Behandlung dieser Patienten spielen."
Die chinesische National Health Commission empfehle daher die Verwendung von Probiotika zur Behandlung von Patienten mit schwerem COVID-19, um das Darmgleichgewicht zu erhalten und sekundäre bakterielle Infektionen zu verhindern. "Dazu gibt es allerdings bis dato keine klinischen Studien, die dies belegen. Wir möchten daher die Rolle eines Synbiotikums, das bei anderen Durchfallserkrankungen bereits eingesetzt wird, als Therapie der COVID-19-Infektion mit gastrointestinalen Symptomen untersuchen.

COVID-19-Patienten gesucht

Die Grazer Forscher erhoffen sich durch die Studie eine Verkürzung der Durchfallsdauer und eventuell auch eine Verbesserung der anderen Beschwerden. "Andererseits suchen wir in den Stuhlproben nach sogenannten Biomarkern – also messbaren Parametern, die wir in Zukunft für die Vorhersage der Erkrankungsschwere der COVID-19 Erkrankung verwenden können", so die Studienleiterin.

Insgesamt werden 108 Patienten in die Studie eingeschlossen und per Zufallsgenerator im Verhältnis 2: 1 in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 erhält zweimal täglich eine synbiotische Mischung. Gruppe 2 erhält zweimal täglich ein ähnlich aussehendes und schmeckendes Placebo ohne Bakterien.
Es erhalten also zwei Drittel der Teilnehmer das echte Präparat und ein Drittel das Placebo.
Alle nötigen Informationen und Materialien erhalten die Teilnehmer per Post zugesandt und die Befragung erfolgt online oder per Telefon. "Man muss also nicht einmal außer Haus und ein kleines Geschenk als Dankeschön gibt es obendrauf", hofft Stadlbauer-Köllner auf viele Rückmeldungen.
Mehr Information zur Studie für Interessierte gibt es hier.

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