So arbeitet der Corona-Koordinationsstab des Landes

Zu Beginn der Corona-Krise tagte der Koordinationsstab noch im persönlichen Austausch in der Landeswarnzentrale. Mittlerweile finden die Sitzungen auch nur mehr online statt.
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  • Zu Beginn der Corona-Krise tagte der Koordinationsstab noch im persönlichen Austausch in der Landeswarnzentrale. Mittlerweile finden die Sitzungen auch nur mehr online statt.
  • Foto: Land Stmk.
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Exakt vor fünf Monaten wurde der erste steirische Corona-Fall offiziell bestätigt. Seither ist bekanntlich kein Stein auf dem anderen geblieben, dank eines gelungenen Krisenmanagements ist ein Super-Gau des Gesundheitssystems ausgeblieben. Damit dies auch so bleibt, beraten Experten im sogenannten Corona-Koordinationsstab im regelmäßigen Austausch und arbeiten an möglichen Szenarien im Falle einer weiteren Welle. Erst gestern bekräftigte die Landesspitze um Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Vize Anton Lang das gute Zusammengreifen der einzelnen Bereiche, um weiterhin bestmöglich vorbereitet zu sein.
Doch was macht dieser Corona-Koordinationsstab eigentlich genau, wer ist darin vertreten und wie oft berät er sich? Die WOCHE hat im Interview mit der Sitzungsführenden des Landeskoordinationsstabes Birgit Strimitzer-Riedler die Hintergründe beleuchtet.

Was macht der Corona-Koordinationsstab des Landes Steiermark genau?
Birgit Strimitzer-Riedler:
Der Landeskoordinationsstab „Corona“ hat den Zweck, alle relevanten Institutionen in der Steiermark zum Meinungsaustausch und zur Erarbeitung eines umfassenden Lagebildes an einen Tisch zu holen. Konkret geht es darum, die zuständige Behörde bei der Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben zu unterstützen und ihr einen umfassenden Einblick in die Problemlage, die Bedürfnisse und die Sichtweisen aller Betroffenen in der Corona-Krise zu ermöglichen. Der Stab informiert und berät, entscheidet aber nicht!

Wie oft trifft er zusammen?
Vom Beginn der Pandemie Ende Februar bis Ende April ist der Landeskoordinationsstab täglich von Montag bis Sonntag zusammengetreten. Dann wurden die Intervalle gelockert – immer unter der Vorgabe, dass der Landeskoordinationsstab anlassbezogen binnen kürzester Zeit (1 Stunde) zusammentreten kann. Anfänglich fand dieses Treffen im Einsatzkoordinationsraum der Landeswarnzentrale in Präsenz statt. Ab Mitte März wurde die Kommunikation zwischen den Stabsmitgliedern aber aus Sicherheitsgründen im Wege einer Videokonferenz sichergestellt. An dieser Praxis wurde bis heute festgehalten, um ein Infektionsrisiko zwischen den Stabsmitgliedern auszuschließen und einem eventuellen Ausfall des gesamten Stabes vorzubeugen. Der mittlerweile eingetretenen Routine ist es geschuldet, dass der Landeskoordinationsstab derzeit nur einmal wöchentlich, nämlich am Mittwoch, zusammentritt. Unabhängig davon sind die einzelnen Stabsfunktionen (z.B. Beschaffung, Meldewesen) sowie die im Landeskoordinationsstab vertretenen Institutionen dauerhaft im Einsatz. Die weitere Vorgangsweise hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen beziehungsweise von einer möglichen 2. Welle ab.

Wie lange dauern die Sitzungen?
Da gibt es kein zeitliches Limit. Die Dauer der Sitzungen hängt naturgemäß von den gerade aktuellen Themen und Fragestellungen der Stabsmitglieder ab.

Ist dieser Krisenstab eine steirische Einrichtung oder gibt es derartige Expertenrunden in allen Bundesländern?
Der Landeskoordinationsstab „Corona“ ist ein beratender „Fachstab“. Daneben gibt es im Land etliche andere interne Krisenstäbe, die die optimale Aufgabenerfüllung bei den einzelnen Beteiligten sicherstellen sollen. In der Katastrophenschutzabteilung wurde von Anfang an ein klassischer Krisenstab nach den Vorgaben des Staatlichen Katastrophen- und Krisenmanagements eingerichtet, der 24 Stunden, 7 Tage die Woche, aktiv war/ist. Lagebedingt wurde die Tätigkeit des Stabes mittlerweile auf die Sachgebiete 2 und 4, also die Erarbeitung eines umfassenden Lagebildes und Beschaffung und Bevorratung von benötigten Schutzgütern eingeschränkt. Außerdem wurde unter der Leitung der Landesamtsdirektion eine „Corona-Koordination“ eingerichtet, wo die verwaltungsinternen Maßnahmen, die zur Bewältigung der Krise notwendig sind, diskutiert und entschieden werden. Ähnliche behördliche Stäbe und die dazugehörigen beratenden Fachstäbe gibt es in allen Bundesländern.

Wer entscheidet, wer Teil des Krisenstabes ist?
Da der Landeskoordinationsstab „Corona“ ein beratendes Organ ist, entscheidet formal die zu beratende Behörde (Abteilung 8/Landessanitätsdirektion), wen sie zu dieser Beratungstätigkeit hinzuzieht. So kann beispielsweise der Kreis der Mitglieder lagebedingt erweitert oder reduziert werden. Im Augenblick gehören dem Landeskoordinationsstab Vertreter aller Einsatzorganisationen – Österreichisches Bundesheer, Landespolizeidirektion, Rotes Kreuz (mit Ausnahme der Feuerwehr), Vertreter der beiden großen Gesundheitseinrichtungen (KAGes und Medizinische Universität), namhafte Virologen, Vertreter des Katastrophenschutzes, der Ärztekammer, der Landeskommunikation und der für das Epidemiegesetz zuständigen Behörden sowie der politischen Büros des Landeshauptmanns und der Gesundheitslandesrätin an.

Wie viele Personen sind im Schnitt dabei oder sind immer alle unten Genannten vertreten?
Im Schnitt sind es zwischen 20 und 25 Personen, die bei den Videokonferenzen zugeschaltet sind. Die von genannten Personen sind als Vertreter ihrer Organisation meistens persönlich in der Videokonferenz anwesend können sich aber auch durch ihre jeweiligen Stellvertreter oder andere informierte Personen ersetzen lassen.

Wie steht es um die Reserven an Masken in der Steiermark? Gibt es Lieferengpässe?
Zurzeit sind insbesondere MNS-Masken ohne jede Einschränkung am Markt erhältlich. Dies gilt für die meisten Schutzgüter, die zum Höhepunkt der Krise kaum und nur zu völlig überteuerten Preisen zu bekommen waren. Um für eine zweite Welle gerüstet zu sein, hat das Land aber dennoch vorsorglich bereits bestimmte Mengen dieser Schutzgüter beschafft. Grundsätzlich sind aber alle Bedarfsträger aufgefordert, ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen und die aktuell günstige Marktlage zur Bevorratung von notwendiger Schutzausstattung zu nutzen.

Mehr Informationen zum Thema gibt es hier.

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