Antrag gegen Mikroplastik auf Sportplätzen
Sportrasen mit "grünem" Anstrich

Wie hier in Gratkorn wird vielfach auf künstlichem Grün gekickt. Das Mikroplastikgranulat muss auch ständig erneuert werden.
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  • Wie hier in Gratkorn wird vielfach auf künstlichem Grün gekickt. Das Mikroplastikgranulat muss auch ständig erneuert werden.
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  • hochgeladen von Andrea Sittinger

Auf vielen Sportplätzen quer durchs Land ist die grüne Farbe das Einzige, was noch an Natur erinnert. Gesportelt – beziehungsweise meist gekickt – wird oft nämlich auf Kunstrasen, seines Zeichens bekannt und verrufen für seinen hohen Anteil an Mikroplastik. Ein Umstand, dem nun der Grüne Sportsprecher im Landtag, Alex Pinter, die rote Karte zeigen möchte. Er fordert die Landesregierung mit einer neuen Landtagsinitiative auf, „beim Neubau und bei der Sanierung von Sportstätten mit Kunstrasenbelag anstelle des umweltschädlichen Mikroplastik-Granulates nur mehr Plätze mit umweltfreundlichen Füllstoffen zu fördern." Der diesbezügliche Antrag wurde in der gestrigen Ausschusssitzung eingebracht.

Vorbild Oberösterreich

Die negativen und gefährlichen Auswirkungen von Mikroplastik auf die Umwelt sind längst bekannt und bewiesen – immer wieder gibt es jedoch neue Erkenntnisse, woher die toxischen Kleinteile stammen. So hat das deutsche Fraunhofer-Institut festgestellt, dass Sportplätze zurzeit die drittgrößte Quelle für Mikroplastik in der Umwelt sind – noch vor den vielfach kritisierten Kosmetikprodukten. Laut Experten gibt ein Kunstrasenfußballplatz mit Gummigranulat pro Jahr bis zu zwei Tonnen Mikroplastik ab – „dieses gelangt durch Abrieb, Verwehung und Bewässerung ins Grundwasser und in die Nahrungskette und wurde bereits in Fischen, Muscheln, Trinkwasser, Milch und Honig gefunden“, so Pinter, der auch auf Oberösterreich verweist: Dort zieht die Landesregierung bereits die Reißleine und fördert keine Kunstrasenplätze mit Plastikgranulat mehr.

Diskussion mit Tradition

Neu ist die Debatte um Kunstrasenflächen bei Weitem nicht. So ist lange Zeit sogar ein europaweites Verbot von Kunstrasenflächen im Raum gestanden. Österreichweit gibt es rund 260 Kunstrasenplätze, auch in der Steiermark kicken viele Vereine auf dem künstlichen Grün. Bedenklich sind dabei nicht die kleinen, grünen Plastik-Grashalme, sondern das feine Gummi-Granulat, das zur Dämpfung eingesetzt wird und die Sportler vor Verletzungen schützen soll. Die Lücken im Granulat-Teppich, die durch die Nutzung ständig entstehen, müssen immer wieder neu befüllt werden. "Die Alternative zum herkömmlichen Kunstrasen wäre, generell auf Kunststoffgranulat zu verzichten und auf eine umweltfreundliche Variante mit speziell gekörntem Sand zu setzen, die in Europa schon mehrfach umgesetzt wird und hinsichtlich der Spieleigenschaften ausgezeichnete Referenzen hat“, erklärt Pinter – diese Variante wird auch in Oberösterreich zum Zug kommen.
Es bleibt also abzuwarten, ob in der Steiermark vielleicht plastikfrei gekickt wird oder ob man bei diesem Thema weiter in die Verlängerung geht.

Wie hier in Gratkorn wird vielfach auf künstlichem Grün gekickt. Das Mikroplastikgranulat muss auch ständig erneuert werden.
Befasste den Landtag Steiermark mit der Forderung nach einer Alternative für Kunstrasenplätze: LAbg. Alex Pinter

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