18.04.2016, 10:45 Uhr

Das Wort liegt auf der Waagschale

Markus Kopcsandi (Foto: KK)
Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich gefährlich. Seine scharfe Zunge wurde nun aber zur Staatsaffäre. Recep Tayyip Erdoğan, politisches Oberhaupt der Türkei, fordert die Strafverfolgung des deutschen Entertainers, der den Präsidenten in einem Gedicht verunglimpft hat. Selbst Angela Merkel war nun gefordert, zur Causa Stellung zu nehmen. Sie hob zwar die Bedeutung der Meinungs- und Kunstfreiheit in Deutschland hervor, ließ die Strafverfolgung aber zu. Die Frage, was Satire darf, ist nicht so einfach zu beantworten. Fraglich ist, ob man in dieser ohnehin so spannungsgeladenen Zeit in einem offensichtlich krisengeschüttelten Europa unbedingt noch Öl ins Feuer gießen muss. Keine Frage – niemand sollte sich den Mund verbieten lassen müssen. Aber andererseits ist Quote auch nicht alles.
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