Landwirtschaft im Wandel
Bäuerinnen prägen die Höfe mit Tatkraft und neuen Visionen
- Die Almwirtschaft erfordert spezielles Gerät – Julia Flicker hat die Technik im Griff.
- Foto: Hans Peter Flicker
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In der Woche der Landwirtschaft werden Jahr für Jahr wichtige Themen der Branche nach außen transportiert. Heuer geht es um die Sichtbarkeit der Frauen auf den heimischen Höfen. Das Rampenlicht haben sie sich verdient, denn schließlich zählen sie zu den prägenden Kräften des Agrarsektors – so auch in den Bezirken Hartberg-Fürstenfeld und Weiz.
BEZIRKE HARTBERG-FÜRSTENFELD/WEIZ. Heuer steht die Woche der Landwirtschaft ganz im Zeichen der Weiblichkeit. Die UNO hat 2026 zum internationalen Jahr der Bäuerin erklärt, und die Landwirtschaftskammer will die Leistungen der Bäuerinnen unter dem Motto "Wo Bäuerinnen wirken, wächst Zukunft” maximal sichtbar machen.
- Julia Flicker (2. v. r.) mit einer Abordnung der Weizer Landwirtschaftskammer: Kammersekretär Johann Rath, Andrea Windhaber vom Referat Bäuerinnen, Landjugend und Konsumenten, Kammerobmann-Stv. Rupert Hütter, Doris Schröck aus dem Bäuerinnen-Beirat und Kammerobmann Josef Wumbauer (v. l.)
- Foto: MeinBezirk/Markus Kopcsandi
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Wie die Funktionäre der Kammer, darunter Josef Wumbauer, Bezirksobmann von Weiz, und Kammersekretär Johann Rath, betonen, liegt die Steiermark mit einem Anteil von 38 Prozent an Betriebsleiterinnen im österreichischen Spitzenfeld und leicht über dem Österreichschnitt von 36 Prozent. Der Prozentsatz in der Grünen Mark ließe sich auch auf die 2.600 Betriebe im Bezirk Weiz umlegen.
Wichtiges Sprachrohr für die Frauen
Mit Ursula Reiter aus Gleisdorf in der Funktion der Landesbäuerin hat die Oststeiermark eine starke Stimme, was die Vertretung und Außenwirkung der Bäuerinnen betrifft. Sie sagt: „Vor allem Quereinsteigerinnen bringen neues Wissen und neue Perspektiven auf die Höfe, entwickeln eigene Standbeine, übernehmen Verantwortung und tragen wesentlich zur Weiterentwicklung der Höfe bei.“
- Starke Familienbande: Julia und Hans Peter Flicker mit den beiden Söhnen und Hans Peters Eltern Maria und Hans.
- Foto: MeinBezirk/Markus Kopcsandi
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Almenland statt Amerika
Ein konkretes Beispiel einer Quereinsteigerin: Echte Anpackerqualitäten legt die 30-jährige Julia Flicker in St. Kathrein am Offenegg an den Tag. Sie ist eigentlich eine gelernte Köchin und Kellnerin und hat Auslandserfahrung in London gesammelt. Zwischenzeitlich wieder zurück in der Heimat auf Saisonarbeit lernte sie ihren Hans Peter kennen und lieben. Statt zur weiteren Welterkundung in die USA ging es also ins Almenland auf den Hof.
- Ihren Hans Peter lernte Julia Flecker bei der Saisonarbeit kennen und lieben.
- Foto: MeinBezirk/Markus Kopcsandi
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Die zweifache Mutter räumt mit Klischees auf. „Es ist nicht so, wie es sich viele vorstellen, dass man nur in der Küche steht“, betont sie glasklar. Die Oststeirerin weiß sich am Hof in allen Belangen zu helfen und hat sich nach einem Beinbruch ihres Gatten jegliches technisches Know-how angeeignet. „Egal, ob Motormäher oder Heukran: Die Maschinen sind meine Domäne.“
Drei-Mäderl-Haus mit viel Power
Ein weiteres Beispiel einer engagierten Bäuerin kommt aus dem Nachbarbezirk Hartberg-Fürstenfeld. Auch Kerstin Radl aus der Gemeinde Hartl bricht die Lanze für Frauen in der Landwirtschaft: „Das Bild, das die Öffentlichkeit von uns Bäuerinnen hat, wird zum Glück immer besser – auch wenn es da sicher noch viel Luft nach oben gibt“, sagt die 32-Jährige. Sie packt überall mit an, ob nun im Gemüsebau, bei der Murbodnerochsen-Mast, bei der Bio-Mutterkuhhaltung oder den Alpakas.
- Das Schönste an ihrem Beruf ist für Kerstin Radl, als Krönung ihres Schaffens die vielen guten Gaben in den Händen halten zu können.
- Foto: Werner Krug
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Generell haben bei den Radls die Frauen viel zu sagen, denn neben Papa Josef hat quasi ein Drei-Mäderl-Haus das Sagen: „Meine Mama, meine Schwester und ich schupfen den Hof“, so die engagierte Landwirtin, die vor allem auch den Kundenkontakt beim Ausliefern schätzt.
„Ich mag besonders das Ausliefern an die Kunden. Ich mag die Menschen, komme in Kontakt, kann viel über unseren Betrieb und die Landwirtschaft erzählen. Das mag ich.”
Kerstin Radl, Landwirtin in der Gemeinde Hartl
- Familie Radl aus dem Bezirk Hartberg-Fürstenfeld – mehrere Generationen mit der Liebe zur Landwirtschaft
- Foto: Cloning Company
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Die Landwirtschaft braucht Infrastruktur
Stolz auf die engagierten Bäuerinnen ist jedenfalls der Weizer LK-Bezirksobmann Wumbauer. Er betont, dass die Kammer u. a. den Quereinsteigerinnen mit Serviceleistungen und Weiterbildungsoptionen zur Seite steht.
Er will auch ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Landwirtschaft entsprechende Förderungen braucht. Wumbauer fordert Mittel aus dem Bereich der ländlichen Entwicklung bzw. über Leader-Programme, um geeignete Infrastruktur für die Landwirtschaft zu gewährleisten. Hier bringt er etwa das Thema Straße ins Spiel. Vor allem die Almbäuerinnen und Almbauern stünden in Sachen Anbindung und Zufahrten vor großen und kostspieligen Herausforderungen.
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