Corona und die Revolüzzer
Trari, trara, der Sturm ist da!

Das Leben in der Kleinstadt, in meinem Fall Gleisdorf, hat den Vorteil einer weitreichenden Überschaubarkeit. Da dekorieren zum Beispiel die „Identitären“ ihr Pfadfinderheim im nahen Eichkögl mit einem Banner, das auf eine „Kulturfestung“ hinweist, das „Heimat, Freiheit, Tradition“ betont.

Aufgrund der erwähnten Überschaubarkeit unserer Region weiß ich, diese Leute haben sich hier während der letzten 30 Jahre noch nie im Gemeinwesen exponiert, sind nie zuvor durch Wissens- und Kulturarbeit im öffentlichen Leben aufgefallen.

Es mag ja ab und zu etwas von der Art „Schutzarbeit“ in Wohnzimmern, in privaten Zirkeln, stattgefunden haben. Aber in der Heimat, also in unserem konkreten und überschaubaren Lebensraum, war das nicht bemerkbar.

Was auch immer es gewesen ist, es stand offenkundig weder in der Tradition der agrarischen Welt, noch in jener der oststeirischen Industrialisierung, durch die wir jenen Wohlstand erhalten haben, der unsere Freiheit stabiler macht.

Heimat, Freiheit, Tradition? „Am Arsch!“ wäre darauf zu antworten. Was immer uns diese Leute anbieten, haben wir schon. Und sie haben es uns nicht gebracht, denn das sind die Leistungen ganzer Gemeinwesen, auch im Kontrast, in der Differenz. So geht Kultur seit es Menschen gibt.

Was genau sind denn nun die Anstrengungen und Leistungen der vaterländischen Leute, denn bei der Arbeit an den genannten Qualitäten haben wir sie hier nicht gesehen. Und der Sturm? Das Feuer der Revolution?

Der findet eventuell in ihren Wohnzimmern oder Küchen statt, in mancher Feuchtzelle, so nehme ich an. Ein Wohnzimmersturm von Freizeit-Revoluzzern. Aber auf unseren Straßen werden sich die meisten Menschen auch weiterhin moderat bewegen, um nicht zu gefährden oder wenigstens zu belasten, was wir derzeit haben.

Was haben wir? Immer noch ein Ausmaß an Wohlstand, Sicherheit und Freiheit wie keine Generation der Menschheitsgeschichte vor meiner, den 1950er- und 1960er Jahrgänge. Wir waren die ersten Leute, die in einer Glücks-Nische unserer Welt so aufwachsen durften.

Falls derzeit ein Sturm auf uns zukommt, dann ist seine Quelle nicht die Intelligenz vaterländischer Kräfte, die in Kategorien des 19. Jahrhunderts denken und bis heute noch nicht begriffen haben, was Kapitalismus plus Globalisierung mit der Souveränität von Nationalstaaten gemacht haben.

Wer jetzt im Stammesdenken verharrt, offenbart damit bloß einen kleinräumigen Horizont. Gut, das paßt zum Thema Heimat, genauer: Hoamatl. Die Heimat, das war noch nie der Staat, das „Vaterland“, sondern zuallererst das Haus der eigenen Herkunft, bestenfalls der Ort, von dem man stammt. Heimat ist nichts Großräumiges…

+) Übersicht: Zur Pandemie-Debatte

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