Ernährung, Rauchen und Co.
Fasten wird in Österreich immer beliebter

Fasten erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Bereits die Hälfte der österreichischen Bevölkerung plant dieses Jahr, einen oder mehrere Fastentage einzulegen. | Foto: uspmen/panthermedia.net
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Fasten erfreut sich immer größerer Beliebtheit. 2022 hat ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher einen oder mehrere Fastentage eingelegt. Dieses Jahr will mehr als die Hälfte der Bevölkerung fasten. Dabei bieten sich neben der klassischen Form des Ernährungsfastens noch viele andere Möglichkeiten an. Insbesondere jene, die mit dem Rauchen aufhören wollen, können die Fastenzeit gut nutzen.

ÖSTERREICH. Fasching ist vorbei, nun beginnt die Fastenzeit. Die Anzahl der Menschen, die fasten möchten, steigt jährlich an. Laut der jährlichen Umfrage des Marienkron-Zentrums für Darm und Gesundheit plant dieses Jahr mehr als die Hälfte der Bevölkerung, Fastentage einzulegen. Dabei fällt auf, dass sich insbesondere 18- bis 39-Jährige für das Fasten interessieren. 

Wohlbefinden und Erholung wichtig

Im Vorjahr planten 46 Prozent der Befragten zu fasten. Tatsächlich waren es demnach dann 34,9 Prozent, die einen oder mehrere Fastentage eingelegt haben. Die wichtigsten Motive waren dabei Reinigung und Entgiftung, Abnehmen und Wohlbefinden. Im Jahr 2023 gibt es vor allem einen Wunsch nach mehr Erholung. Die Hälfte der Befragten gab in der Umfrage an, genügend Schlaf bekommen zu wollen. Gesündere Ernährung, mehr Zeit in der Natur und Bewegung sind ebenfalls ganz oben auf der Prioritätenliste. 

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Traditionell sieht Fasten einen Verzicht auf Genussmittel vor. Fleisch, Eier, Milchprodukte und Alkohol sind in den sieben Wochen tabu. In der modernen Zeit kommen häufig noch Zucker und Weizen hinzu. Doch neben dieser klassischen Form des Ernährungsfastens bietet sich auch eine Zahl an anderen Möglichkeiten an, in der Fastenzeit für mehr Wohlbefinden zu sorgen. 

Rauchfrei in der Fastenzeit

Die Fastenzeit eignet sich sehr gut, um mit dem Rauchen aufzuhören, weiß Sophie Meingassner, Fachleiterin des Rauchfrei Telefons der Österreichischen Gesundheitskasse. Die Fastenzeit sei ein klarer Zeitrahmen und daher ein hervorragender Anlass für einen Rauchstopp, wie sie gegenüber den RegionalMedien betont. Mit der Dauer von 40 Tagen hat man schon genügend Alltagssituationen erlebt, in denen man normalerweise zur Zigarette greifen würde, um sich an ein rauchfreies Leben zu gewöhnen.

Besonders wichtig sei dabei die Vorbereitungszeit. "Geben Sie sich ein paar Tage Zeit, um Ihre Umgebung rauchfrei zu machen", so Meingassner. Man sollte sich einen einfachen Plan machen, was man in Situationen tun kann, statt zu rauchen. Möchte man spontan mit dem Rauchen aufhören, so sei es wichtig, bereits den Morgen rauchfrei zu starten und am Vorabend die Zigaretten wegzuräumen. Die meisten Raucherinnen und Raucher finden es laut der Expertin am leichtesten, direkt keine Zigarette mehr zu rauchen. Rauche man jedoch sehr viel, könne es sich auch anbieten, die Menge anfangs zu reduzieren.

Um mit dem Rauchen aufzuhören, eignet sich die Fastenzeit besonders gut.  | Foto: Unsplash.com
  • Um mit dem Rauchen aufzuhören, eignet sich die Fastenzeit besonders gut.
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"Nutzen Sie die Möglichkeiten zur Unterstützung und Begleitung!", appelliert Meingassner an Betroffene. Oft sei es verpönt, sich Hilfe zu suchen. Doch dadurch werde der Rauchstopp wesentlich einfacher. Im Jahr 2022 hat ein rundes Drittel der österreichischen Raucherinnen und Raucher versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Durch professionelle Unterstützung erhöht sich die Erfolgswahrscheinlichkeit um das Dreifache.

Social Media und Konsum reduzieren

Sehr beliebt ist mittlerweile Social Media-Fasten. Social Media ist aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Doch oft kann der häufige Gebrauch zu mentaler Überforderung führen, wie Fachleute mahnen. Daher eignet sich die Fastenzeit sehr gut, um das eigene Social Media-Verhalten zu hinterfragen und gegebenenfalls einzuschränken. 

Auch Konsumfasten erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Insbesondere in Zeiten von Teuerungen und Inflation bietet es sich an, den eigenen Konsum einzuschränken. Dafür gibt es mehrere Punkte, an denen man ansetzen kann. Eine Möglichkeit ist es, während der Fastenzeit nur jene Dinge zu kaufen, die man auch wirklich braucht. Das kann für jede und jeden etwas anderes sein. Oftmals bedeutet das schlicht, dass man Lebensmittel, Medikamente und Drogerieartikel kauft wie üblich, doch sonst nichts. 

Social Media-Fasten wird immer beliebter. In der Fastenzeit auf Facebook, Twitter und Co. zu verzichten kann die mentale Gesundheit fördern. | Foto: panthermedia
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Dabei kann man aber auch einen Schritt weiter gehen: Haben sich einige Lebensmittelvorräte angehäuft, würde es sich in dieser Zeit anbieten, nur frische Lebensmittel zu kaufen. Ansonsten werden die eigenen Vorräte aufgebraucht. Das erfordert natürlich eine komplexe Planung, um die notwendigen Rezepte zu finden und die Vorräte gut im Blick zu haben.

Fasten für die Umwelt

Plastik- oder Müllfasten ist insbesondere für die Umwelt von Vorteil. Dabei versucht man, so viel Plastik und Müll zu vermeiden wie möglich. So kann man Lebensmittel ohne Verpackung kaufen, indem man eigene Behälter ins Geschäft mitnimmt und zum Beispiel Obst und Gemüse hineingibt. Außerdem gibt es auch schon viele Geschäfte, die Lebensmittel nur oder zum größten Teil unverpackt anbieten. 

Eine weitere Möglichkeit, der Umwelt etwas Gutes zu tun, ist Mobilfasten. Dabei verzichtet man so gut wie möglich auf das Auto und geht stattdessen zu Fuß, fährt mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Verkehr. Dabei tut man gleichzeitig auch etwas für die eigene Gesundheit. 

Planst du dieses Jahr zu fasten?

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