Städte werden heißer
Experten fordern langfristige Maßnahmen gegen Hitze
- Besonders bei Kindern sind Wasserspiele in Großstädten beliebt und sorgen für Spaß und Abkühlung.
- Foto: Ottilie Ebner
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Schon diese Woche erwartet uns die nächste Hitzewelle. Im Osten werden wieder bis zu 37 Grad erwartet. Expertinnen und Experten fordern rasche und langfristige Pläne, um das Leben in Großstädten erträglicher zu machen. Grünflächen statt Asphalt lautet die Devise.
ÖSTERREICH. Am Montag steigen die Temperaturen bereits auf 31 Grad. Im Osten klettern die Werte am Donnerstag und Freitag auf 35 bis 37 Grad. Uns steht also bereits die nächste Hitzewelle bevor. Vor allem in Städten wie Graz, Linz und Wien ist die Hitze an solchen Tagen erdrückend. Bäume, Grünflächen und Wasserareale könnten die heißen Tage zumindest ein wenig erträglicher machen. Oft liegt der Fokus in den Ballungszentren aber auf dem Bau neuer Verkehrswege und Wohnräume.
Hitzetage haben sich verdoppelt
In österreichischen Städten hat sich die Zahl der Hitzetage in den vergangenen Jahren verdoppelt bzw. verdreifacht. Früher waren Hitzewellen ein seltenes Phänomen - mittlerweile kommen sie jedes Jahr vor.
In Großstädten gibt es mittlerweile mehr Hitzetote als Verkehrstote. Expertinnen und Experten befürchten, dass die Zahl der Menschen, die in nur einem Jahr durch die extreme Hitze sterben, bis 2050 auf rund 6.000 steigen wird. Um dieses Szenario noch abzuwenden, müsse der CO2-Ausstoß deutlich verringert werden. Durch den schnellen Klimawandel habe man allerdings nur sehr wenig Zeit, um sich anzupassen, sagt der Meteorologe und Stadtklimatologe Simon Tschannett. Das Stadtbild müsse sich also schnell ändern. Die Stadt Wien will nun drei Milliarden Euro in Klimaschutzmaßnahmen investieren.
- Die neue Thaliastraße in Wien soll ein Paradebeispiel für "klimafitte" Straßen werden.
- Foto: DnD Landschaftsarchitektur
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6.000 Hitzetote bis 2050
Laut Greenpeace muss das Ziel lauten, die Umgebung an die Hitze anzupassen und nicht den Menschen. Denn: Ältere, Kinder, psychisch Kranke und Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen, leiden schon jetzt massiv an den steigenden Temperaturen. Wien geht als Bundeshauptstadt allerdings oft mit schlechtem Beispiel voran. Das Areal beim Neuen Markt in der Wiener Innenstadt glänzt nach der Umgestaltung mit einer riesigen Tiefgarage und einer verbauten Oberfläche anstelle von Grünflächen und Schattenplätzen. Auch die Seestadt gerät als Asphaltwüste mehr und mehr in die Kritik.
Linz wird aus Norden gekühlt
Eine Kaltluftanalyse zeigt, wo sich in Städten neue Potenziale auftun könnten. Bei diesen Analysen wird überprüft, von wo und wie viel kalte Luft aus umliegenden Bezirken in Großstädte strömt. In Linz ist das etwa aus Richtung Norden. In Wien strömt kalte Luft aus dem Wienertal im Westen der Stadt bis hin zum Gürtel. Der kältere Luftzug entsteht meist in der Nacht und "kriecht" unter der wärmeren Luft in der Stadt. Diese Durchzugsbereiche dürfen auf keinen Fall versiegelt werden. Denn: Warme Nächte sind schon jetzt viel weniger erholsam. Steigen die Temperaturen weiter, kann der Körper wegen dem erhöhten Puls noch schlechter zur Ruhe kommen.
- Die nächsten Tage werden heiß – die Temperaturen klettern auf bis zu 37 Grad.
- Foto: Pixabay/geralt
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Flächen renaturieren
Eine weitere, allerdings viel aufwendigere Möglichkeit ist es, verbaute Flächen wieder aufzureißen und sie somit für die Begrünung zurückzugewinnen. Grünflächen heizen sich weniger schnell auf als Asphalt und Beton. Aber auch unter der Erde muss Platz geschaffen werden. Zum einen für die Wurzeln von Bäumen, zum anderen für große Wassermengen, die durch heftige Gewitter zunehmen. Außerdem muss der Boden das Wasser für Trockenperioden besser speichern können.
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