PISA-Studie
Fast jeder fünfte 15-Jährige in Österreich blieb bereits sitzen
- Während Klassenwiederholungen in vielen Industriestaaten seltener werden, entwickelt sich Österreich in die andere Richtung. (Symbolbild)
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Klassenwiederholungen nehmen in Österreich entgegen dem internationalen Trend zu. 18 Prozent der 15-Jährigen haben laut PISA bereits mindestens einmal eine Schulstufe wiederholt. An Brennpunktschulen liegt der Anteil deutlich höher.
ÖSTERREICH. Während Klassenwiederholungen in vielen Industriestaaten seltener werden, entwickelt sich Österreich in die andere Richtung. Im Jahr 2012 hatten zwölf Prozent der befragten 15-Jährigen bereits eine Klasse wiederholt, 2025 waren es 18 Prozent. Im OECD-Durchschnitt sank der Anteil im selben Zeitraum von 14 auf knapp elf Prozent, wie die aktuelle PISA-Auswertung zeigt.
Schon während der Volksschulzeit mussten neun Prozent der Jugendlichen mindestens ein Schuljahr wiederholen. Ebenso hoch war der Anteil in der Mittelschule und AHS-Unterstufe. In der AHS-Oberstufe sowie an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen waren es vier Prozent. Weniger als zwei Prozent besuchten dieselbe Schulstufe dreimal.
Soziale Herkunft macht deutlichen Unterschied
Besonders hoch fällt die Quote an Brennpunktschulen aus. Dort gaben 36 Prozent der Befragten an, bereits eine Klasse wiederholt zu haben. Unter Jugendlichen aus Familien mit geringem Einkommen und niedriger formaler Bildung waren es 28 Prozent, unter Zugewanderten 30 Prozent. Bei Schülerinnen und Schülern aus wohlhabenden Akademikerfamilien, an Privatschulen und in ländlichen Regionen lag der Anteil bei rund zehn Prozent.
- Besonders hoch fällt die Quote an Brennpunktschulen aus. Dort gaben 36 Prozent der Befragten an, bereits eine Klasse wiederholt zu haben. (Symbolbild)
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Laut OECD müssen Jugendliche mit schlechteren Ausgangsbedingungen auch bei vergleichbaren PISA-Leistungen häufiger wiederholen. OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher kritisiert Klassenwiederholungen seit Jahren als teuer und wenig wirksam. Sie könnten Betroffene demotivieren und das Risiko eines Schulabbruchs erhöhen.
In Ländern wie Japan ist das klassische Sitzenbleiben nicht vorgesehen. Estland, Irland und Südkorea setzen stärker auf individuelle Förderung und die Unterstützung der Familien.
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