Besonders im Osten
Historische Trockenheit setzt Bauern in Österreich unter Druck
- Die anhaltende Trockenheit wird für Österreichs Landwirtschaft zunehmend zum Problem.
- Foto: BMLUK/Hemerka
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Zu wenig Regen, zu wenig Futter und gleichzeitig steigende Kosten: Die österreichischen Bäuerinnen und Bauern bekommen die Folgen der anhaltenden Trockenheit immer stärker zu spüren. Besonders im Osten des Landes sind die Schäden groß. Nun wird über weitere finanzielle Unterstützung beraten.
ÖSTERREICH. Die anhaltende Trockenheit wird für Österreichs Landwirtschaft zunehmend zum Problem. Fehlender Regen, Ernteausfälle und hohe Kosten bringen viele bäuerliche Betriebe unter Druck. Besonders betroffen ist der Osten Österreichs. Am Samstag, 8. August, machten sich Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Nationalratsabgeordneter Georg Strasser (alle ÖVP) im Bezirk Lilienfeld ein Bild von der Situation.
Auf dem Grünlandbetrieb der Familie Buchner in Traisen sind die Folgen deutlich zu sehen. Der Hof hält rund 70 Milchkühe. Bereits beim ersten Grünschnitt im Frühjahr fiel die Ernte um bis zu 50 Prozent geringer aus. Seit Juni konnte kein weiterer Schnitt eingebracht werden. Die Winterfutterreserven werden deshalb bereits jetzt verfüttert.
Zusätzlich Futter ankaufen
„So ein Ausmaß an Dürre und Trockenheit haben wir noch nicht erlebt“, schildert Milchbauer Rudolf Buchner, der den Betrieb seit 35 Jahren führt. Normalerweise komme das Futter direkt von den eigenen Wiesen. Heuer müsse die Familie zusätzlich Futter zukaufen und sogar Maisflächen aus der Umgebung erwerben. Dadurch entstehen laut Buchner zusätzliche Kosten von 40.000 bis 50.000 Euro. Gleichzeitig sei unklar, ob die eigenen Futterreserven über den Winter reichen.
- Die Politik kündigt weitere Unterstützung für betroffene Betriebe an.
- Foto: BMLUK/Kranzler
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Die Politik kündigt weitere Unterstützung für betroffene Betriebe an. Totschnig sprach von einer außergewöhnlichen Situation und betonte: „Für mich ist klar, dass wir unsere Bäuerinnen und Bauern in dieser Situation nicht im Stich lassen.“ Gemeinsam mit den Bundesländern werde an weiteren Maßnahmen gearbeitet. Geplant sind unter anderem begünstigte Betriebsmittelkredite für besonders betroffene Betriebe.
Unterstützung bei Betriebsmittelkrediten
Auch Pernkopf fordert rasche Hilfe. In einem ersten Schritt brauche es Unterstützung bei den Betriebsmittelkrediten. Danach könne auch eine Aussetzung der Sozialversicherungsbeiträge notwendig sein.
Erste Erleichterungen sind bereits in Kraft. Dazu zählen Änderungen beim Agrarumweltprogramm ÖPUL und bei der Ausgleichszulage für Betriebe in Berggebieten und anderen benachteiligten Gebieten.
Ertragsbußen werden erwartet
Neben dem Grünland leidet auch der Ackerbau. Beim Getreide wird heuer österreichweit mit einer Ernte gerechnet, die durchschnittlich rund 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegt. Auch bei Mais, Kürbis, Soja und Erdäpfeln werden Ertragseinbußen erwartet. In besonders schwierigen Fällen müssen Tierbestände reduziert werden.
Eine erste bezifferte Schadensbilanz soll am Montag, 10. August, von der Österreichischen Hagelversicherung vorgelegt werden. Sie soll als Grundlage für weitere Entscheidungen von Bund und Ländern dienen.
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