Massiver Rückgang bei Äpfeln
Zweitniedrigste Obsternte seit zehn Jahren
- Bei Äpfeln war 2024 ein massiver Ertragsrückgang zu verzeichnen.
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Der österreichische Erwerbsobstbau verzeichnete 2024 das zweitniedrigste Ernteergebnis der vergangenen zehn Jahre. Laut Statistik Austria lag die Obstproduktion heuer mit 145.400 Tonnen um 24 Prozent unter der des Vorjahres und um 30 Prozent unter dem Zehnjahresschnitt. Hauptverantwortlich war ein massiver Ertragsrückgang bei Äpfeln, der vor allem auf den Spätfrost im steirischen Hauptproduktionsgebiet zurückzuführen ist.
ÖSTERREICH. Der voranschreitende Klimawandel macht Österreichs Obstbäuerinnen und -bauern zu schaffen. Von Jahr zu Jahr bangen sie vor allem im Frühjahr, wenn bereits die Blüten treiben, aber immer öfter auch Spätfrost einsetzt, um ihre Zukunft. "Ohne Frostschutz, vor allem Frostberegnung, wäre der Ertrag noch schlechter ausgefallen. Damit ist 2024 erneut ein Jahr mit massiven Ernteausfällen", beklagte der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreichs (LKÖ) Markus Kohlfürst bereits Anfang November. Die Lage sei dramatisch, da es in den letzten zehn Jahren nur drei normale Ernten gegeben habe.
Seit Donnerstag liegt nun auch die offizielle Erntestatistik für das heurige Jahr vor. Der Statistik Austria zufolge erreichte die Produktion von Kernobst, die zu 90 Prozent aus Äpfeln bestand, 2024 gerade einmal 114.900 Tonnen. Das sind um 29 Prozent weniger als 2023 und um 36 Prozent weniger als im Zehnjahresmittel. Demgegenüber war die Ernte von Stein- und Beerenobst weniger von ungünstigen Witterungsbedingungen betroffen und fiel sogar überdurchschnittlich aus. Bei fast allen Obstarten führten die hohen Sommertemperaturen zu ungewöhnlich frühen Ernten.
Weniger Äpfel, mehr Marillen
Im Vergleich zum Vorjahr sank die Apfelproduktion um 33 Prozent auf 104.000 Tonnen, das sind um 40 Prozent weniger als im Zehnjahresschnitt. Lediglich 61 Prozent der Apfelernte stammten heuer aus der Steiermark, dem Hauptanbaugebiet – 2023 betrug der Anteil noch 74 Prozent. Bei Birnen, die schon im Vorjahr massiv von Frost betroffen waren, wurde ein durchschnittlicher Hektarertrag von 17 Tonnen erreicht, die Produktion fiel mit 10.300 Tonnen deutlich höher als im Vorjahr aus (plus 58 Prozent).
Steinobst war aufgrund der früheren Blüte weniger stark von Frostausfällen betroffen. Die Produktion von insgesamt 11.500 Tonnen lag um 42 Prozent über dem Vorjahreswert und um acht Prozent über dem Zehnjahresmittel. Bei Marillen wurde eine Ernte von 5.200 Tonnen erzielt, was zwar vier Prozent unter dem Zehnjahresmittel, aber 36 Prozent über dem Vorjahresniveau lag. Das hauptproduzierende Bundesland Niederösterreich stellte 60 Prozent der Produktion.
Überdies wurden heuer 2.500 Tonnen Kirschen und Weichseln geerntet, um 15 Prozent mehr als im Vorjahr und um 26 Prozent mehr als im Zehnjahresschnitt. Die Beerenobsternte belief sich auf 18.600 Tonnen und lag damit leicht unter der Vorjahresmenge (minus drei Prozent); zum Zehnjahresdurchschnitt wurde ein Plus von fünf Prozent erzielt. Das ist vor allem auf die hohe Erdbeerproduktion von 14.300 Tonnen zurückzuführen, die acht Prozent über dem Zehnjahresmittel lag.
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