Heimquarantäne
Außenminister Schallenberg positiv auf Corona getestet

Außenminister Alexander Schallenberg positiv getestet.
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  • Außenminister Alexander Schallenberg positiv getestet.
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Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) ist laut einem Routinetest Corona-positiv. Er weise bisher keine Symptome auf, teilte seine Sprecherin Samstagfrüh mit. Der Bundesminister befinde sich in Heimquarantäne. Die Regierung werde nächste Woche neue bundesweite Corona-Maßnahmen ankündigen.

ÖSTERREICH. Bereits Freitagnachmittag wurde das Testergebnis bekannt gegeben, sofort danach seien Mitarbeiter und Kontaktpersonen, die laut Einschätzung der Gesundheitsbehörden als Kontaktperson 1 gewertet werden, abgesondert und ebenfalls getestet worden, berichtet der ORF. Präventiv werden am Samstag alle Regierungsmitglieder getestet – Schallenberg hatte am Mittwoch am Ministerrat und am Plenum des Nationalrats teilgenommen.

Schallenberg war beim Rat der Außenminister

Weil Schallenberg und die anderen Mitglieder der Bundesregierung Masken getragen hätten, würden auch jene, die direkten Kontakt zu ihm hatten, laut Gesundheitsbehörden als Kontaktperson 2 (Niedrig-Risiko-Exposition) gewertet. Das gelte auch für die Abgeordneten und Mitarbeiter, mit denen er im Parlament in direktem Kontakt war.

Es bestehe der Verdacht, dass sich Schallenberg beim Rat der Außenminister in Luxemburg am Montag angesteckt haben könnte, so die Sprecherin.

Regierung deutete neue Schritte an

Bei der CoV-Strategie wird in Österreich mit der Corona-Ampel und dergleichen auf regionale Maßnahmen gesetzt. Doch die Regierung stimmte bereits auf neue auch bundesweite Schritte ein. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) kündigte etwa eine mögliche Vorverlegen der Sperrstunde, Ausweitung der Maskenpflicht oder ein Verbot der Visiere an. Im Gespräch seien auch drastische Einschränkungen von Veranstaltungen. Alle Möglichkeiten, bei denen viele Menschen zusammenkommen, sollen reduziert werden.  

Am Freitag Abend stellte dann auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) neben landesspezifischen weitere bundesweite Verschärfungen im Kampf gegen das Coronavirus in Aussicht. Nach Beratungen mit den Bundesländern am Montag könnten diese bekanntgegeben werden. Bei einer Videokonferenz am Montag mit den Bundesländer-Vertretern werden weitere Schritte beschlossen, kündigte Kurz an. „In ganz Europa verschlechtert sich die Lage, und auch die Zahl der betroffenen Bundesländer in Österreich mit steigenden Neuinfektionen nimmt zu“, so Kurz in einer schriftlichen Stellungnahme.  

Soziale Kontakte reduzieren

Je mehr Infektionen es gebe, desto größer sei nicht nur die Herausforderung für das Gesundheitssystem, sondern auch die Bedrohung von Arbeitsplätzen und Belastungen von Unternehmen, warnte der Kanzler. „Wir sehen gerade in anderen Ländern Europas, dass ab einem gewissen Ansteckungslevel das Contact-Tracing nicht mehr funktioniert und es zu weiter steigenden Zahlen sowie Lockdown-ähnlichen Zuständen führt. Das wollen wir in Österreich verhindern“, so Kurz.

Umso mehr brauche man nun aber wieder den „Zusammenhalt des Frühjahres, der unser Erfolgsfaktor bei der Abwehr der ersten Welle war“, appellierte der Kanzler an die Bevölkerung. Wie es Österreich schaffe, die zweite Welle zu bewältigen bzw. abzuwehren, hänge nun von den kommenden Wochen und der Disziplin aller ab. Besonders das Freizeitverhalten sei von entscheidender Bedeutung, da im privaten Bereich aktuell die meisten Neuinfektionen zu verzeichnen seien, mahnte Kurz.

Kritik kommt von NEOS

Die NEOS kritisierten am Freitagabend die Regierung. Die Ankündigung einer Entscheidung sorge nur für Verunsicherung. Die Regierung müsse offenlegen, was sie vorhabe und auf welcher Datenbasis sie Entscheidungen treffe, so Generalsekretär Nikolas Donig. Die Lage in den Spitälern rechtfertige keine „überzogenen“ Maßnahmen. Donig monierte zudem, das Contact-Tracing funktioniere teils immer noch nicht. 

Neue Regeln in Salzburg, Quarantäne in Kuchl

Einige Bundesländer haben in den vergangenen Tagen Maßnahmen erneut verschärft. Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es in Kuchl die höchsten Infektionszahlen Österreichs. Seit Mitternacht gelten etwa in Salzburg neue Regeln. Die gravierendste betrifft das Tennengauer Kuchl mit einer Sperre für die ganze Gemeinde. Nur mehr Schlüsselarbeitskräfte dürfen die Gemeindegrenzen passieren.

Neue Regeln für Christkindlmärkte und Feiern

Donnerstagnacht hat das Gesundheitsministerium eine Novelle der COVID-19-Maßnahmenverordnung kundgemacht. Für Christkindlmärkte gelten dieselben Sperrstundenregeln wie für die Gastronomie. Der Betreiber muss dafür sorgen, dass die Konsumation von Speisen und Getränken nicht in unmittelbarer Nähe der Ausgabestelle erfolgt. Auch sind Verabreichungsplätze so einzurichten, dass zwischen den Besuchergruppen ein Abstand von mindestens einem Meter besteht.

Weiters sind bei Weihnachtsfeiern, Hochzeits- und Geburtstagsfeiern drinnen nicht mehr als zehn Personen erlaubt. Darunter fallen auch Kinder. Viele Österreicher müssen sich also schon bald entscheiden, mit welchen Verwandten das Weihnachtsfest gefeiert werden kann und für welche kein Platz ist.

Im Freien sind ohne zugewiesene und gekennzeichnete Plätze maximal 100 Personen zugelassen. Beim Spitzensport dürfen -abgesehen vom Publikum- 100 Sportler in Hallen und 200 Sportler im Freien sein.

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