Österreich
Männer bekommen im Schnitt doppelt so viel Pension wie Frauen

Ist das fair? Frauen arbeiten ihr Leben lang, aber vieles davon ist unbezahlt. Dadurch fallen die Pensionen auch fast 40 Prozent niedriger aus als bei Männern. Sie sind extrem armutsgefährdet.
  • Ist das fair? Frauen arbeiten ihr Leben lang, aber vieles davon ist unbezahlt. Dadurch fallen die Pensionen auch fast 40 Prozent niedriger aus als bei Männern. Sie sind extrem armutsgefährdet.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Mag. Anna Trummer

Die Pension fällt bei Frauen durchschnittlich fast 40 Prozent niedriger aus als bei Männern. Die Alterspension bei Frauen liegt bei etwa 1.133 Euro brutto im Monat, bei Männern 2.231 Euro. Im EU-Vergleich hat Österreich die viertgrößte Pensionslücke von Frauen gegenüber Männern.

ÖSTERREICH. Nur in Luxemburg (44,6), Malta (44,5) und den Niederlanden (41,9 Prozent) ist die finanzielle Misere der Frauen im Alter noch größer als in Österreich. Hierzulande beträgt das Alterseinkommen der Frauen über 65 Jahren durchschnittlich um 39,5 Prozent weniger als jenes der Männer. Das geht aus dem aktuellen Projekts Trapez "Transparente Pensionszukunft - Sicherung der ökonomischen Unabhängigkeit von Frauen im Alter" hervor.

Frauen bekommen 982 Euro, Männer 1.953 Euro

Laut Statistik Austria betrug die mittlere monatliche Alterspension der Frauen 982 Euro und jene der Männer 1.953 Euro. Die Alterspensionen der Frauen waren somit im Mittel um 49,7 Prozent niedriger als jene der Männer. Auch die Neuzuerkennungen 2018 zeigen eine ähnlich große Pensionsdifferenz. Betrachtet man nur die 2018 neu zuerkannten Pensionen, dann waren die mittleren Alterspensionen der Frauen mit 1.133 Euro um 49,2 Prozent niedriger als jene der Männer mit 2.232 Euro.

Alte Frauen sind armutsgefährdet

26 Prozent der alleinlebenden Pensionistinnen sind armutsgefährdet. Demgegenüber stehen nur 15 Prozent der alleinlebenden Pensionisten. Am schlimmsten trifft es 'Ein-Eltern-Haushalte', also fast ausschließlich Frauen mit ihren Kindern: Sie haben das höchste Armutsrisiko mit 37 Prozent.
Gründe für die niedrigen Pensionen sind vor allem niedrigere Erwerbseinkommen und Versicherungsverläufe, die vor allem durch Kindererziehung Lücken aufweisen. Laut Wifo-Expertin Christine Mayrhuber liegt der wichtigste Ansatzpunkt zur Beseitigung der ökonomischen Ungleichheit vor allem am Arbeitsmarkt. Die Pensionslücke in Österreich sei im internationalen Vergleich deswegen so hoch ist, weil die Arbeitseinkommen in Österreich sehr unterschiedlich seien und viele Frauen eben nur Teilzeit arbeiten. 22 Prozent der Frauen sind nur teilweise beschäftigt, bei Männern nur sechs Prozent. Die Forba (Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt)-Expertin Mairhuber führte mit 37 Frauen qualitativen Interviews. Demnach sei das Wissen über das Pensionssystem der Frauen sehr gering, sie würden noch nicht einmal das Pensionskonto kennen und auch wenig Ahnung über die Anrechnung der Kindererziehungszeiten haben. Sie fordert, dass die von Frauen geleistete unbezahlte Arbeit stärker in der Pensionsversicherung berücksichtigt werden soll.

Frauen im Job noch immer massiv benachteiligt

Quellen:
TRAPEZ
Statistik Austria

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