Nun spricht gekündigter SPÖ-Mann
"So geht man mit Mitarbeitern nicht um"

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Bleibt sie, geht sie? Die ganze Nation rätselt über das Verbleiben von SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Nachdem am Donnerstag bereits über die APA ihr Rücktritt verkündet worden war, soll sie nun vorerst doch noch bleiben - zumindest bis Jänner, bis die Burgenland-Wahl entschieden ist. Doch der Unmut bleibt. Nun spricht ein  Mitarbeiter aus der SPÖ-Zentrale, der per E-Mail von den Sozialdemokraten gekündigt wurde...

ÖSTERREICH. Aktuell hat sich ein Flashmob vor der Parteizentrale der SPÖ versammelt, um gegen das Vorgehen der roten Parteispitze zu protestieren. Sie fordern die per-Email versandten Kündigungen rückgängig zu machen, die auch einen SPÖ-Mitarbeiter, der das Social Media Team leitete, betrafen.

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Ja, ich wurde per E-Mail gekündigt

"Ja, auch ich habe heute eine Kündigung per Mail zugestellt bekommen. Keine Sorge, wir stehen zusammen - wir Sozialdemokraten stehen zusammen", postet der ehemalige Social Media Beauftragte sarkastisch auf Twitter. Und weiter:

"Noch habe ich alle Rechte der Social Media Accounts von Pamela Rendi-Wagner. Nein, ich werde nun natürlich nicht auf dem Account der Vorsitzenden der SPÖ ihren Rücktritt posten."

Auf der Social Media-Seite von Rendi-Wagner bleibt es auffällig inaktuell. Kein Wörtchen zur aktuellen Lage der Partei, kein Ton zu einem möglichen Putschversuch, kein Hinweis auf ein potentielles Problem. Man geht ganz normal dem Tagesplan nach weiter -  manch einer unterstellt dem Vorgehen Vogel-Strauß-Politik. 

Als Sozialdemokrat: So geht man mit Mitarbeitern nicht um

Besonders getroffen hat den ehemaligen Mitarbeiter die Art und Weise, wie die Kündigung ausgesprochen wurde - nämlich garnicht: Man hat lediglich  - meinbezirk.at berichtete - die 27 Mitarbeiter per Email in Kenntnis gesetzt, dass ihr Vertrag mit 31. März 2020 nicht verlängert werden würde. Sparmaßnahmen. Das persönliche Gespräch haben Pamela Rendi-Wagner und ihr Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch sich ebenso - gespart.
Der Ex-Mitarbeiter darauf: 

Aber auf meinem Account möchte und muss ich als Sozialdemokrat sagen, dass man mit Mitarbeitern so nicht umgeht. Kündigungen per e-mail zugestellt zu bekommen ohne ein persönliches Gespräch ist einer Sozialdemokratie nicht würdig.

Und das ist eine Arbeiterpartei?

Im Netz hagelt es Kritik an der "unmenschlichen", der "Sozialdemokratie unwürdigen" Art, wie die Kündigungen knapp vor Weihnachten ausgesprochen wurden. Von: "Und das als Arbeiterpartei" bis "Und ihr wundert euch, warum es bergab geht" - sind es noch die netteren Kommentare. Viele werden noch deutlicher: "Die SPÖ gehört ohnehin aufgelöst !"

Betriebsrat war nicht eingebunden

Deutliche Worte findet auch Julia Herr, Verbandsvorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreichs, die kurz nach der Wahlschlappe im September noch eben von Rendi-Wagner zur Bereichssprecherin für den Klimaschutz im roten Parlamentsklub aufgewertet wurde. In ihrem Facebook-Post deckt sie auf, dass der Betriebsrat noch nicht einmal über die Kündigungen informiert gewesen war.

Wie ihr sämtlichen Zeitungen in ganz Österreich entnehmen könnt, wurde diese Woche fast ein Drittel der Belegschaft der SPÖ Bundespartei beim AMS gemeldet. Die Belegschaft wurde darüber in der allerletzten Minute informiert, und musste bis dahin Informationen aus der Zeitung beziehen. Auch der Betriebsrat war bei sämtlichen Überlegungen nicht eingebunden.

Als Sozialdemokratie nicht glaubwürdig

Weiter redet Frau Herr Tacheles über die Vorgangsweise. Denn die betroffene Mitarbeiter seien kein einziges Mal kontaktiert worden und die Kündigung habe sie per Email völlig kalt erwischt, was weder solidarisch sei noch glaubwürdig für eine SPÖ.

Mitarbeiter sagen mir, sie wurden kein einziges mal kontaktiert. Auch ich als Mitglied des Parteivortsandes habe über die im Raum stehenden Kündigungen aus der Zeitung erfahren. Die Personen um die es letztendlich geht wurden nun heute per Mail informiert. Per Mail! Das ist ganz einfach letztklassig! So darf man als SozialdemokratInnen nicht miteinander umgehen. Wenn wir die Solidarität, die wir fordern, selbst nicht leben, sind wir als Partei nicht glaubwürdig!

Rendi-Wagners Abgang? Gerüchte 'völliger Unsinn'


Rendi-Wagner sagt am Freitag in einem der APA übermittelten schriftlichen Statement: „Ich bin fest entschlossen, die Probleme zu lösen, vor denen die Sozialdemokratie steht. Ich werde die Verantwortung in dieser schwierigen Zeit nicht an den Nagel hängen“.  Auch der niederösterreichische SPÖ-Chef stellt sich hinter Rendi-Wagner : Niederösterreichs SPÖ-Chef Franz Schnabl sagte zuvor: „Es gibt einzelne Personen, die ihren Unmut geäußert haben. Aber ich kann Ihnen versichern, dass die Bundesländer und die Gewerkschaft eindeutig hinter ihr stehen.“ Rendi Wagner werde bleiben. Anderslautende Gerüchte seien „völliger Unsinn“. 

Pamela, warum tust du dir das an?

Freunde der Parteichefin machen hingegen bereits öffentlich ihrem Unmut Luft. Wie etwa Falstaff-Chef Wolfgang Rosam. Er fragt ganz ungeniert, warum sich Pamela Rendi-Wagner das noch antue. Und warum sie nicht ihrer Gesundheit zuliebe abtrete.

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Autor:

Anna Richter-Trummer aus Wien

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