Laut Zahlen des AMS
Werden Österreicher immer arbeitsunwilliger?
- Die Zahl jener Arbeitslosen, gegen die das AMS derartige Sanktionen erhebt, ist in den vergangenen Jahren angestiegen.
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Wer arbeitslos ist, muss sich aktiv um einen neuen Job bemühen oder zumindest Bereitschaft zeigen, in eine neue Beschäftigung gehen zu wollen. Ebenso Pflicht ist, die regelmäßigen Beratungstermine mit dem persönlichen Betreuer wahrzunehmen. Doch dazu sind Herr und Frau Österreicher, die aktuell ohne Beschäftigung leben, immer weniger bereit. Das sagen laut Regierung aktuelle Zahlen des AMS.
ÖSTERREICH. Denn die Kontroll-Termine beim AMS (Arbeitsmarktservice) werden immer öfter 'geschwänzt', gebuchte Fortbildungsmaßnahmen unentschuldigt nicht besucht. Jobangebote werden nicht angenommen oder Bewerbungen nicht abgeschickt. Gekürzte Auszahlungen oder gänzlich unterlassenen AMS-Leistungen sind die Folge.
Zahl der Arbeitsunwilligen um Hälfte gestiegen
Die Zahl jener Arbeitslosen, gegen die das AMS derartige Sanktionen erhebt, ist in den vergangenen Jahren angestiegen. Das ergibt sich, wenn man die Zahlen vergleicht. Im Jahr 2012 verzeichnete man rund 99.000 Fälle, 2019 stiegt die Zahl auf rund 145.600. Gänzlich gesperrt wurde die Auszahlung des AMS-Geldes im vergangenen Jahr immerhin 60.000 Arbeitslosen.
Angebotenen Job abgelehnt
Doch in welchen Fällen kommt es faktisch zu einer Nichtauszahlung des AMS-Geldes: Dazu muss der Arbeitslose die angebotenen Jobs oder Schulungen komplett verweigern. Dann kann das AMS den Bezug für sechs Wochen stoppen, bei weiterer Weigerung für acht Wochen. Nachdem 60.000 Arbeitslose davon 2019 betroffen waren, will die Regierung nun gegensteuern.
Anreize schaffen
So lautete etwa ein Punkt im türkis-grünen Koalitionspakt: 'Zumutbarkeitsbestimmungen reformieren'. Die neue Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) will neue Anreize schaffen, damit Jobsuchende rasch eine geeignete Beschäftigung finden und auch annehmen. Kolportiert soll vorerst aber vorerst eine Änderung erfolgen: Die für Mütter zumutbare Beschäftigungszeit von 16 Stunden soll auf 20 Stunden pro Woche erhöht werden.
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