Reichtum
Österreichs Milliardäre verdoppeln Vermögen alle sieben Jahre

Österreichs Milliardäre verdoppeln ihr Vermögen durchschnittlich alle sieben Jahre, wie eine Studie der globalisierungskritischen NGO Attac zeigt. Dafür wurden Trend-Listen der 100 Reichsten von 2002 bis 2023 mit 207 verschiedenen Personen und Familien ausgewertet.  | Foto: Shutterstock / Hyejin Kang
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  • Österreichs Milliardäre verdoppeln ihr Vermögen durchschnittlich alle sieben Jahre, wie eine Studie der globalisierungskritischen NGO Attac zeigt. Dafür wurden Trend-Listen der 100 Reichsten von 2002 bis 2023 mit 207 verschiedenen Personen und Familien ausgewertet.
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Österreichs Milliardäre verdoppeln ihr Vermögen durchschnittlich alle sieben Jahre, wie eine Studie der globalisierungskritischen NGO Attac zeigt. Dafür wurden Trend-Listen der 100 Reichsten von 2002 bis 2023 mit 207 verschiedenen Personen und Familien ausgewertet. Auf Basis der Studie arbeitete die Organisation ein Steuermodell aus, dass die Zuwächse der Reichsten stoppen soll. Denn: "Die extreme Konzentration von Vermögen und Macht ist Gift für die Demokratie", so Kai Lingnau von Attac Österreich.

ÖSTERREICH. Laut den Auswertungen der NGO sei das Gesamtvermögen der zehn Reichsten zwischen 2002 und 2023 von 24 auf 110 Milliarden Euro und jenes der 100 Reichsten von 46 auf 212 Milliarden Euro angewachsen. 2002 gab es 11 Milliardäre und Milliardärinnen, 2023 waren es hingegen bereits 49. Michael Tojner, Johann Graf, Georg Stumpf oder René Benko – dessen Vermögen sich in den letzten Wochen und Monaten jedoch deutlich verringert hat – verzeichneten der Studie zufolge sogar Vermögenszuwächse von mehr als 20 Prozent jährlich. 

Staat könnte jährlich 22 Milliarden Euro einnehmen

Das erarbeitete Attac-Steuermodell "orientiert sich an den empirischen Fakten über die Vermögenszuwächse der Reichsten", heißt es in einer Aussendung der NGO. Beginnend mit einem Steuersatz von einem Prozent über fünf Millionen Euro (die reichsten 0,3 Prozent) steigt es in vier Stufen (zwei Prozent für Vermögen zwischen 50 und 100 Millionen und fünf Prozent für Vermögen bis zu einer Milliarde) bis auf 10 Prozent für Vermögen über eine Milliarde Euro an.

Laut den Auswertungen der NGO sei das Gesamtvermögen der zehn Reichsten zwischen 2002 und 2023 von 24 auf 110 Milliarden Euro und jenes der 100 Reichsten von 46 auf 212 Milliarden Euro angewachsen.  | Foto: pixabay/moerschy – Symbolbild
  • Laut den Auswertungen der NGO sei das Gesamtvermögen der zehn Reichsten zwischen 2002 und 2023 von 24 auf 110 Milliarden Euro und jenes der 100 Reichsten von 46 auf 212 Milliarden Euro angewachsen.
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"Attac Berechnungen zeigen, dass damit die extremen Vermögenszuwächse der Milliardärinnen und Milliardäre effektiv eingebremst werden können. Eine niedrige Vermögensteuer von ein bis zwei Prozent kann der aus dem Ruder laufenden Vermögenskonzentration kaum entgegenwirken", so die NGO. Durch das Modell könne der Staat jährlich 22 Milliarden Euro einnehmen und den Anteil vermögensbezogener Steuern am gesamten Steueraufkommen von derzeit 1,4 Prozent auf etwa elf Prozent steigern. Diesen Wert würden etwa Kanada, Großbritannien oder die USA aufweisen.

"Gift für die Demokratie"

Die Vermögenskonzentration sei in Österreich schon heute größer als in jedem anderen westeuropäischen Land. Die Reichsten würden dabei eine wirtschaftliche und politische Macht ohne jegliche demokratische Kontrolle besitzen. Das sei Gift für die Demokratie: "Zahlreiche Beispiele und Chats zeigen, wie die Reichsten ihre Interessen durch Lobbying, den 'Einkauf' von (Ex)-Politikerinnen und -Politikern, Parteispenden, Medienmacht, Finanzierung von 'Denkfabriken' oder Korruption durchsetzen - und zwar auf Kosten der Mehrheit", so Lingnau.

Als Folge würden sich immer mehr Menschen von demokratischen Prozessen, Institutionen und politischem Engagement abwenden oder antidemokratische Kräfte unterstützen. "Steuert die Politik nicht dagegen, werde sich allein das Vermögen der reichsten zehn Österreicherinnen und Österreicher in den nächsten zehn Jahren von 110 auf rund 320 Milliarden Euro verdreifachen", so die NGO. 

Bist du für Vermögenssteuern?

Volkshilfe: "Überreichtum ist ein Skandal"

Die Volkshilfe Österreich reagierte am Montag auf die Attac-Studie und bezeichnete den Überreichtum als einen "Skandal", der "eine Gefahr für den sozialen Zusammenhalt und die Demokratie" darstelle. Schließlich habe man in der Vergangenheit "mehr als einmal" erlebt, wie die Reichen versuchen würden, auf die Politik Einfluss zu nehmen, so der Direktor der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger.

Er verwies zudem darauf, dass in Österreich mehr als eine Million Menschen von Ernährungsarmut betroffen seien. "Mehr als jede zehnte Familie mit Kindern hatte Sorge, dass die Kinder nicht ausreichend zu essen haben. Das ist eine Schande für ein Land, in dem gleichzeitig so viel Reichtum vorhanden ist", so Fenninger. Da jedes fünfte Kind in Österreich von Armut und Ausgrenzung bedroht sei, gehöre dieser Überreichtum durch vermögensbezogenen Steuern reguliert. "Diese Ressourcen könnten dann sinnstiftend für Armutsbekämpfung, die Absicherung der Pflege und die besten Bildungsplätze für unsere Kinder verwendet werden", fordert der Volkshilfe-Direktor. 

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Laut den Auswertungen der NGO sei das Gesamtvermögen der zehn Reichsten zwischen 2002 und 2023 von 24 auf 110 Milliarden Euro und jenes der 100 Reichsten von 46 auf 212 Milliarden Euro angewachsen.  | Foto: pixabay/moerschy – Symbolbild
 "Mehr als jede zehnte Familie mit Kindern hatte Sorge, dass die Kinder nicht ausreichend zu essen haben. Das ist eine Schande für ein Land, in dem gleichzeitig so viel Reichtum vorhanden ist", kritisiert Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger.  | Foto: Unsplash / Annie Spratt

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