Netzkosten
Speicher-Befreiung könnte 350 Millionen Euro jährlich kosten

Laut AK-Energieexperte Joel Tölgyes braucht die Energiewende neben Speichern auch Fairness bei der Verteilung der Netzkosten. (Symbolbild) | Foto: Kurt Dvoran
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Die Arbeiterkammer warnt vor einer Befreiung von Netzentgelten für Stromspeicher. Anlass ist die geplante Reform der Stromnetzentgelte. Die Fachleute rechnen mit Mehrkosten, die von Haushalten und anderen Netznutzenden getragen werden müssten.

ÖSTERREICH. Nach Ansicht der Arbeiterkammer (AK) sind Speicher wichtige Bausteine der Energiewende. Ihre Kosten dürften jedoch nicht auf Haushalte und andere Netznutzende abgewälzt werden.

Die AK fordert eine faire Verteilung der Netzkosten. Wie hoch der Beitrag der Speicherbetreiber ausfallen soll, ist laut den Expertinnen und Experten allerdings schwer einzuschätzen. Hinzu kommt, dass der österreichische Strommarkt eng mit dem europäischen Markt vernetzt ist, was sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt.

Belastung für die Haushalte

AK-Energieexperte Joel Tölgyes rechnet vor, dass die übrigen Netznutzenden bereits heute rund 60 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich zahlen müssen. Das sei unter anderem auf Pumpspeicher zurückzuführen, die von Netzentgelten befreit sind oder reduzierte Entgelte entrichten.

„Würde das energiepolitische Ausbauziel von fünf Gigawatt Speichern vollständig von den Netzentgelten befreit, würde dies die übrigen Netzkundinnen und Netzkunden laut Berechnungen mit rund 350 Millionen Euro pro Jahr belasten. Das entspricht etwa zehn Prozent der gesamten Netzkosten. Wer Speicher von Netzentgelten befreien will, muss auch sagen, wer am Ende die Rechnung bezahlen muss“, so Tölgyes.

Durch Stromspeicher-Rabatte drohen den Haushalten Mehrkosten. | Foto: AK Wien
  • Durch Stromspeicher-Rabatte drohen den Haushalten Mehrkosten.
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Dabei bezieht er sich auf die Gespräche, die die Speicherbranche in den vergangenen Wochen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus geführt hat. Vertreterinnen und Vertreter der Branche hätten sich für Sonderregelungen bei den Netzentgelten eingesetzt. Auf die dadurch entstehenden Kosten sei jedoch nicht näher eingegangen worden.

„Die Netzentgelte dienen der Finanzierung der Netze, auf die wir alle angewiesen sind. Wunschkonzerte einzelner Netznutzerinnen und Netznutzer gefährden eine Finanzierung und kommen die Haushalte und alle anderen teuer zu stehen. Natürlich braucht die Energiewende Speicher. Sie braucht aber auch Fairness bei der Verteilung der Netzkosten.“

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Laut AK-Energieexperte Joel Tölgyes braucht die Energiewende neben Speichern auch Fairness bei der Verteilung der Netzkosten. (Symbolbild) | Foto: Kurt Dvoran
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Symbolfoto | Foto: AndreyPopov/Smarterpix
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