Handelsbilanz
Trotz Pleitewelle und Krise läuft Weihnachtsgeschäft besser

Während der Handel mit vielen Problemen kämpft, wird das Weihnachtsgeschäft hierzulande deutlich besser laufen als gedacht. (Symbolbild) | Foto: freestocks/Unsplash
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Während der Handel mit hohen Kosten, einer herausfordernden Konsumstimmung, der Konjunktur sowie mehr Pleiten kämpft, wird das Weihnachtsgeschäft hierzulande deutlich besser laufen als gedacht. Im Vergleich zum Vorjahr erwartet man einen Anstieg von zwei Prozent beim Umsatz. Welche Trends es gibt und warum die KI immer wichtiger wird, liest du hier.

ÖSTERREICH. Für viele ist die kommende Weihnachtszeit die vielleicht schönste im Jahr. Auch für viele Händlerinnen und Händler ist das die goldene Zeit, denn das Weihnachtsgeschäft entscheidet, ob das Geschäftsjahr erfolgreich endet oder nicht.

Heuer kämpft der Handel mit 3Ks: hohen Kosten, herausfordernder Konsumstimmung und einer schleppenden Erholung der Konjunktur, meint Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will bei der traditionellen Vorstellung der Prognose zum Weihnachtsgeschäft am Donnerstag. Bemerkenswert sei auch die große Insolvenzentwicklung mit 909 Pleiten im Handel in den ersten drei Quartalen.

61 Prozent der befragten Konsumentinnen und Konsumenten fühlen sich finanziell gestresst, 42 Prozent mussten laut Zahlen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) für Geschenke sparen.

Zwei Prozent mehr Weihnachtsumsatz

Doch es gibt noch positive Meldungen im Handel: Das aktuelle Weihnachtsgeschäft läuft deutlich besser als erwartet. Grund dafür ist das kalte Wetter, welches dazu beigetragen hat, mehr die Einkaufszentren und -straßen zu besuchen. Auch der einkaufsoffene 8. Dezember hat dazu beigetragen. Erwartet wird ein Gesamtumsatz von 7,7 Milliarden Euro, eine Steigerung von zwei Prozent im Vergleich zu 2024. Im Durchschnitt gibt man 389 Euro für Weihnachtsgeschenke aus, am meisten in Salzburg und Oberösterreich (399 Euro).

Das Fazit nach den ersten beiden Adventwochenenden: der erste Adventsamstag hatte bis zu zehn Prozent mehr Frequenz, am zweiten Adventsamstag war die Frequenz gleichgeblieben. Zudem erwartet man in der restlichen Zeit gute Umsätze, wenn man bedenkt, dass sieben Prozent der Konsumenten Last-Minute-Shopper sind. Auch nach Weihnachten wird es gut aussehen, denn viele werden ihre Geldgeschenke und Gutscheine nutzen und auslösen.

Im Durchschnitt gibt man 389 Euro für Weihnachtsgeschenke aus, am meisten in Salzburg und Oberösterreich (399 Euro). | Foto: Handelsverband/WIFO
  • Im Durchschnitt gibt man 389 Euro für Weihnachtsgeschenke aus, am meisten in Salzburg und Oberösterreich (399 Euro).
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Ganz innovativ zeigen sich die befragten Konsumenten bei den Geschenken nicht: 45 Prozent planen, Gutscheine zu schenken. Auf Platz zwei ist Bargeld mit 32 Prozent. Der Rest: Spielzeug (28 Prozent), Bücher und Kleidung (jeweils 24 Prozent). Spielwaren erfahren einen regelrechten Boom im Dezember, denn dieser Monat bringt den dreifachen Umsatz als im Rest des Jahres.

"Bratziez" ersetzen Labubus, KI im Trend

Im Lebensmittelhandel geht der Trend Richtung Fleischersatzprodukte, zucker- sowie alkoholfreie Produkte. Ansonsten werden auch mehr Puls-Uhren, Smartwatches, Airfryer und smarte Energiesparhelfer gekauft. Für alle Labubu- und Lafufu-Fans gibt es schlechte Nachrichten: Sie sind definitiv „out“, der nächste Hype sind Bratziez. Sie ähneln den kultigen Bratz-Puppen aus den 2000ern, werden wie Labubus in Überraschungsboxen verkauft.

Für alle Labubu- und Lafufu-Fans gibt es schlechte Nachrichten: Sie sind definitiv „out“, der nächste Hype sind "Bratziez". Sie ähneln den kultigen Bratz-Puppen aus den 2000ern, werden wie Labubus in Überraschungsboxen verkauft. | Foto: Handelsverband/WIFO
  • Für alle Labubu- und Lafufu-Fans gibt es schlechte Nachrichten: Sie sind definitiv „out“, der nächste Hype sind "Bratziez". Sie ähneln den kultigen Bratz-Puppen aus den 2000ern, werden wie Labubus in Überraschungsboxen verkauft.
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Eine neue Entwicklung ist die Hilfe von KI-Programmen wie „ChatGPT“, denn die Käuferinnen und Käufer treffen mithilfe von solchen Programmen ihre Geschenkentscheidungen. Besonders ist das bei 18- bis 43-Jährigen zu sehen, hier greifen zwei Drittel auf KI zu. Das hilft auch, sich deutlich früher vorzubereiten, als im letzten Moment einzukaufen. „Für Händler war es früher wichtig, auf Google auf Seite eins zu sein, jetzt müssen sie sich immer mehr Richtung KI entwickeln, damit man in der Relevanz der Kunden bleibt“, erklärt Will.

Jahresumsatz-Entwicklung "verhalten"

Am Donnerstag wurde auch die Einzelhandel-Prognose für das ganze Jahr vorgestellt. Prognostiziert wird ein Gesamtumsatz von 79,8 Milliarden Euro, eine nominelle Steigerung von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Die Grunddynamik in der Umsatzentwicklung verlief heuer aufgrund der schwachen allgemeinen Wirtschaftsentwicklung weiterhin verhalten, liegt jedoch über dem Jahr 2024. Auch die allgemeine Ausgabebereitschaft der Haushalte ist schwach, was sich auch in einer anhaltend hohen Sparquote zeigt“, erklärt WIFO-Experte Jürgen Bierbaumer.

Eine Blitzumfrage des Handelsverbandes ergab, dass etwa ein Drittel der Betriebe heuer einen Verlust erwartet, 40 Prozent einen Gewinn. Der Anstieg im Wirtschaftswachstum liegt bekannterweise laut Statistik Austria bei 0,4 Prozent, doch dies kann man eher mit der Entwicklung in der Industrie und im Bausektor verbinden als mit Dienstleistungsbranchen wie dem Handel, so Bierbaumer.

November als "Newcomer"

Bei den Konsumenten ist die Stimmung nach der Corona-Pandemie angestiegen, seitdem hat sie sich seitwärts bewegt. Grund dafür ist die Unsicherheit bei den Menschen, etwa aufgrund der Angst vor Arbeitslosigkeit.

Als „Newcomer“ im Handel wird der Monat November genannt. Das Geschäft im vorletzten Monat des Jahres sei immer wichtiger geworden, besonders wegen „Black Friday“, „Black Week“, „Cyber Monday“ oder dem „Singles Day“ am 11. November. Elf Prozent der Befragten haben mehr an diesen Tagen gekauft, Preise verglichen und sich gut vorbereitet.

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