Rund 40 Anträge pro Werktag
Zahl der Privatpleiten ist zuletzt explodiert
- Im Juni und im Juli 2026 ist die Zahl der Privatpleiten hinaufgeschossen. (Symbolbild)
- Foto: Towfiqu Barbhuiya/Unsplash
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Ein geradezu astronomisches Plus war im Juni und Juli zu verzeichnen. Ursache war eine Änderung bei den Schuldenregulierungsverfahren.
ÖSTERREICH. Die Zahl der Privatkonkurse ist im Juni und im Juli geradezu explodiert. Nicht, weil vielen Haushalten gleichzeitig das Geld ausgegangen ist. Sondern, weil die günstigere Schuldenregulierung Mitte Juli ausgelaufen ist. Die Schuldnerinnen und Schuldner wollten diesen Verfahrensmodus noch nützen.
Bisher konnte man die Entschuldung nach drei Jahren abschließen. Mittlerweile dauert es fünf Jahre. Für die Betroffenen wird das Problem dadurch noch größer. Die alte Regelung war befristet und hätte verlängert werden müssen. Die Dreierregierung hat davon aber abgesehen.
Riesenplus im Juni und Juli
Voriges Jahr und heuer bis inklusive Mai war die Zahl der Privatinsolvenzen rückläufig. Im Juni ist sie um 47,7 Prozent hinaufgeschossen, im Juli sogar um 68,7 Prozent. Insgesamt waren es im ersten Halbjahr 2026 5.092 Privatinsolvenzen, das sind um 5,2 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Pro Werktag haben also 42 Privatpersonen ein Schuldenregulierungsverfahren beantragt.
- Durch die Dreijahresfrist haben die Gläubiger größere Verluste hinnehmen müssen. (Symbolbild)
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Für den Gläubigerschutzverband Österreichischer Verband Creditreform war die Entscheidung der Regierung richtig. Der dreijährige Tilgungsplan sei einseitig zu Lasten der Gläubiger (Unternehmen) gegangen, ihre Rückzahlungsquote habe sich „massiv verschlechtert“.
Meiste Verfahren in Wien
Die Zunahme an Privatinsolvenzen fällt in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich aus. Mit 1.735 Verfahren entfällt rund ein Drittel auf Wien, die Bundeshauptstadt hat die höchste Insolvenzquote Österreichs. Dabei ist die Zahl der Privatpleiten in Wien sogar leicht zurückgegangen.
Nur in einem einzigen anderen Bundesland ist die Zahl gesunken, nämlich in Kärnten. Das größte Plus - knapp 16 Prozent - hatte Burgenland zu verzeichnen.
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