Deutschlandsberg im Spiegel der Zeit

Der Deutschlandsberger Gemeinderat von 1898 mit dem damaligen Bürgermeister Carl August Schleicher (vorne Mitte).
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  • Der Deutschlandsberger Gemeinderat von 1898 mit dem damaligen Bürgermeister Carl August Schleicher (vorne Mitte).
  • Foto: Sammlung Gerhard Fischer
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DEUTSCHLANDSBERG. Deutschlandsberg feiert 100 Jahre Stadterhebung, und das mit einem umfassenden Festprogramm, das sämtliche Facetten in der Stadtentwicklung abdeckt. Hinter diesem Programm steht vor allem Vizebgm. Anton Fabian, der in umfangreicher Arbeit alle Komponenten für die vielen Veranstaltungen zusammenführt. Alle Hände voll zu tun hat heuer auch Gerhard Fischer, Lehrer für Geschichte, Rechtskunde und Tourismus an der HTL und an der HLW, der als Stadthistoriker von Deutschlandsberg gilt. Neben Stadtführungen, der Bearbeitung von Archiven u.v.a. ist Fischer auch fix in die Ausstellungsarbeit in der Stadtgalerie eingebunden. "Allein für die Foto-Ausstellung zu ‚Deutschlandsberger Fasching – einst und heute‘ habe ich 900 Fotos bearbeitet, 400 daraus wurden schließlich für die Schau verwendet. An die 3.000 Fotos sind für die Ausstellung ‚Unser Hauptplatz – das pulsierende Herz der Stadt‘ mit den Bürgermeisterporträts ab 17. Mai zu sichten, und für die Fotoschau zur Schulstadt Ende Oktober werden es sogar 8.000 bis 9.000 Stück an Bildmaterial sein", ist Fischer voll in seinem Element und ergänzt: "Es ist sehr viel an Material da, aber man muss eben alles sichten, sortieren und einscannen."

Ein anderer Blick auf besondere Plätze

Bei so einer intensiven Beschäftigung mit der Stadt Deutschlandsberg gewinnt man natürlich einen besonders tiefen Einblick in das historische Geschehen. "Man geht mit ganz anderen Augen durch die Stadt, wenn man weiß, was an manchen Plätzen geschehen ist", betont Fischer.
Wie war das denn damals vor hundert Jahren? "Deutschlandsberg ist am 19. Oktober 1918 zur Stadt erhoben worden – eine der letzten Amtshandlungen von Kaiser Karl I., dem letzten Kaiser von Österreich", bringt Gerhard Fischer die Fakten auf den Punkt. Der gebürtige Deutschlandsberger hat sich intensiv mit der Geschichte seiner Heimatstadt beschäftigt: So war in der Gemeinde zum Kriegsende hin das freiwillige Schützenkorps untergebracht, was einen enormen Aufwand in der Verpflegung bedeutet haben muss. Daher hat der damalige Bezirkshauptmann Ferdinand Zoffal das Ansuchen gestellt, den Markt für diese entbehrungsreiche Zeit mit der Erhebung zur Stadt zu belohnen. Fischer: "Zoffal hat allerdings das Ansuchen unter seinem Namen gestellt, weshalb die Stadthalterei dieses zurückgewiesen hat – die Begründung: So ein Ansuchen könne nur die Gemeinde stellen. Der Wortlaut des Ansuchens ist also der gleiche geblieben, nur haben in einer Sitzung die Gemeindeväter ihre Unterschriften geleistet, das war bereits im April 1918."

Stadt ohne Wappen

Schließlich hat es eine Festsitzung zur Stadterhebung gegeben, das war es aber auch schon. Für mehr war einfach kein Geld vorhanden. Das Kuriosum: Weder das Wappen noch die Urkunde zur Stadterhebung ist bis heute jemals verliehen worden. "Im 16. Jahrhundert ist eigenmächtig das Marktsiegel mit dem runden Wehrturm, der dem der Burg Deutschlandsberg entspricht, und den beiden flankierenden Lärchen eingestellt worden", weiß Fischer.
Übrigens: Noch 1917, also mitten im Krieg, hat die damalige Marktgemeinde einen großen Weingarten gekauft, der heutige Stadtgemeinde-Weingarten. "In etwa zwei Drittel der heutigen Fassaden am Hauptplatz waren schon damals gegeben. Allerdings sind die Hofeinfahrten bei den meisten Häusern inzwischen nicht mehr vorhanden", so Fischer. Interessant dazu ist die Ausstellung über "Die schönsten Plätze unserer Stadt" ab 13. Dezember in der Stadtgalerie oder die Fotoschau zu den insgesamt 22 ehemaligen Gemeinden, aus denen sich Deutschlandsberg ab 1941 zusammengefügt hat – zu sehen ab 22. November.

Die kommende Ausstellung

Die nächste Ausstellung in der Stadtgalerie am Hauptplatz von 16. April (Vernissage um 19 Uhr) bis 13. Mai dreht sich um die „Kulturgeschichte der Stadt“. Das Bild zeigt "Häfnrock" von 1990. Übrigens: Die Kulturgeschichte der Stadt Deutschlandsberg wird von Herbert Kriegl und Christian Leitner aufbereitet.

Weitere Termine in der Stadtgalerie, Hauptplatz 22
17.5. bis 3.6.: "Unser Hauptplatz – das pulsierende Herz der Stadt“ mit Bürgermeister-Porträts, Fotoausstellung, Kurzfilm und Sonderpostmarke
7.6. bis 24.6.: "Farbgeflüster – 100 Jahre Deutschlandsberg“, Melitta Zingler (Aquarelle)
28.6. bis 15.7.: "Kraft der Farben", Silvia Enzi und ihre Kunstkist’n-Aussteller (bunte Ausstellung für alle Sinne)
19.7. bis 4.8.: Fotoausstellung mit Werken von Gerald Wechtitsch
9. bis 25.8.: "SchrottKunst" von Hans Eggbauer, "Eine Stadt feiert" von Eveline Kiegerl, "Naturdynamik", Dorothea Weissensteiner
30.8. bis 27.10.: Foto-Bundesmeisterschaften, Naturfreunde
31.10. bis 17.11.: Schulstadt Deutschlandsberg
22.11. bis 8.12.: Ortsteile und ehemalige Gemeinden in Bildern
13. bis 29.12.: Die schönsten Plätze unserer Stadt
Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag jeweils 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr

Lesen Sie noch mehr dazu auf www.deutschlandsberg.at

Autor:

Susanne Veronik aus Deutschlandsberg

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