Gut 2.000 Teilnehmende
Streckenrekord von Markus Bretterklieber beim 36. Stainzer Schilcherlauf
- Die Ruhe vor dem Sturm
- Foto: Gerhard Langmann
- hochgeladen von Gerhard Langmann
Anstrengend, aber mit einem befriedigenden Gefühl verbunden: Das Einsatzteam des FC Sauzipf sorgte auch heuer wieder für einen effektvollen Ablauf des Stainzer Schilcherlaufs.
STAINZ. „Wir sind voll motiviert für das nächste Jahr!“ Die Aussage – getätigt mitten während der mühsamen Abbauarbeiten auf dem Hauptplatz – charakterisiert wohl am besten die Kerneinstellung des FC Sauzipf. Die Mitglieder, die Freiwilligen und die involvierten Organisationen (Vereine, Feuerwehr, Polizei, Rotes Kreuz) sind durchdrungen vom Gedanken, einen Volkslauf der Superlative auf die Beine zu stellen und Kaufkraft und Werbung für den Erzherzog-Johann-Markt zu generieren. „So an die 170 werden es schon sein“, beziffert Cheforganisator Christian Skamletz die Stärke seiner aktiven Mann-/Frauschaft.
Der Auftakt erfolgte wie gewohnt am Freitagabend mit dem Sterz- und Nudelfest auf dem Rathausplatz und der Ausgabe von Startnummern und Startsackerl in der „Hofer Mühle“. Trotz des riesigen Andrangs hatten die Bearbeitenden alles im Griff. Ebenso in guten Händen waren die Läufer und Läuferinnen bei Haubenkoch Johann Schmuck, der mit Penne Bolognese, Vollkorn-Spaghetti mit Basilikum-Pesto und Sterz mit Schwammerlsoße und Grammeln für eine ausreichende Kraftzufuhr sorgte. Im „Mühle“-Wintergarten und beim Trapl-Weinstand konnte das dazu passende Schluckerl ausgewählt werden. Zwei besondere Services: Laufshirts aus den Vorjahren konnten gegen eine Spende mitgenommen werden, der Elternverein sponserte den Lauf für Volks-, Mittel- und Poly-Schüler mit fünf Euro.
Zehn, neun, acht …
Damit sind wir schon beim samstägigen Lauftag, der mit dem Bambinilauf (150 m) von 10, 9, 8 bis los eingezählt wurde. Es war berührend, mit welcher Leidenschaft sich die Minis – die meisten am Arm eines Elternteils - um die Ankunft im Ziel bemühten. Auch vorbildlich, dass sich die Eltern an die Vorgabe der Platzsprecher Wolfgang Gaich und Peter Gaich hielt: „Lasst die Kinder ihr Tempo frei laufen!“ Etwas Pech hatten die Kids beim MHS Knirpse-Lauf. Der leichte Regen hielt sie aber nicht ab, auf der Strecke von 1,1 Kilometern voll Gas zu geben.
Der Union Turnverein Stainz als Bremser sorgte dafür, dass sich die Kinder nicht zu sehr verausgabten. Beim Messner Würstel-Kinderlauf über 2,2 km ging es dann schon heftiger zur Sache. Auch hier hinderte der Regen nicht, in die Vollen zu treten. Nach der ersten Runde ging der Turnverein zur Seite und überließ das Teilnehmerfeld seinem sportlichen Vermögen. Das Schöne nach dem anstrengenden Lauf: die Siegerehrung, bei der die Schnellsten überschwänglich geehrt wurden.
Trachten-Lederne von Weigl
So richtig beengt wurde es dann beim Start der Lauf- und Walkbewerbe über die Laufdistanz von 5,25 Kilometern, die einmal (Schilcher Junker, Jugend, Walker), zweimal (Spritzer) oder viermal (Halbe, Handbikemarathon, Team) absolviert werden mussten. Üblich und sinnvoll: Die potenziell schnellsten Läufer und Läuferinnen bildeten beim Start die vorderste Reihe. Wieder wurde von zehn heruntergezählt, den Startschuss aus einem Prangerstutzen steuerte aber der Kameradschaftsbund Stainz bei. „Jetzt sind schon sieben Minuten vergangen“, wunderte sich das Moderatorenduo, wie lange es dauerte, bis alle Teilnehmenden den Startbogen durchschritten hatten.
DJ Patrick „Patzi“ Christöfl spielte – wenn man so will – alle Trikottragenden schmissig und charmant den Hauptplatz hinaus. Danach waren die besagten Trkotträger und Trägerinnen auf sich allein gestellt. Schnell die Runde angehen oder gemütlich? Sich auf einen Zweikampf mit dem Nachbarn einlassen? Auf das eigene Tempo schauen oder sich von anderen treiben lassen? Keine derartigen Überlegungen stellte Markus Bretterklieber vom Running Team Lannach an, er stellte mit 32.43.4 Minuten einen neuen Streckenrekord für den „Schilcher Spritzer“ auf. Dasselbe gilt für Christina Hasold (Lannach) und Christoph Adelmann (HSV Wiener Neustadt), die sich als Schnellste beim „Schilcher Halbe“ eine Lederhose von der Trachtenstube Weigl sicherten.
Gitarre und Posaune
Ein Wort zur Laufstrecke: Wieder sorgten Labestationen, Sprühfontänen und Musiklocations für viel Motivation bei den Laufenden. Erwin B. muss mit einer Grundlevel davon ausgestattet sein, denn der an Krebs Erkrankte setzte seine Medikamente ab, um am Schilcherlauf teilzunehmen. Trotz sportlicher Vergangenheit bewundernswert: Die Mittneunzigerin Hildrun Baader knallte eine Zeit von rund 2,22 Stunden auf den Asphalt. Die größte Gruppe? Die Kicker der Spielgemeinschaft Schilcherland mit zirka achtzig Athleten. Etliche Teilnehmende (etwa Julian Gspandl) feierten am Lauftag Geburtstag und wurden per Lautsprecher entsprechend beglückwünscht.
Immer etwas Spezielles waren die Musikgruppen, die DJs und die Bands entlang der Strecke. „Es soll den Teilnehmenden Motivation bringen“, schwärmte etwa Jürgen „Leo Life“ Leodolter aus Kapfenberg mit seiner Gitarre von einem „Bett im Kornfeld“, während „Blechgspann“ mit seinen Posaunen auf die tiefen Töne setzte und die "Young Austrian Band" ihr Tourprogramm durchspielte.
Das Hubmann-Frühstück
Damit sind wir beim Sonntag, beim Regenerationslauf und beim Läuferfrühstück im Café Hubmann angelangt. „Wir machen gemütliche zwei Kilometer“, zeigte Übungsleiter Mag. Gerhard Fließer vom Turnverein vor der Mittelschule in Richtung Hofer-Siedlung. Dann noch schnell Dehnungsübungen auf dem Rathausplatz, bevor die Regenerier-Gruppe Richtung Innenhof Hubmann nahm.
Es herrschte Selbstbedienung im Café, der Fundus an Frühstücksspezialitäten war aber riesig. Schinken, Wurst, Speck und hartes Ei standen ebenso zur Verfügung wie Nektarinen, Smoothies oder Obst. Und die Musik? Die steuerte die Gruppe „Still Waters“ bei. Ihr „We will overcome“ lässt sich ganz gut als „Wir starten voll durch“ als Motto für den Schilcherlauf Nummer 37 deuten.
Das könnte dich auch interessieren:
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.