11.09.2017, 12:45 Uhr

Eine Chance auf zwei Rädern für den Tourismus

Weltklassemountainbiker David Schöggl vom Radclub Eibiswald ist ebenfalls am Projekt auf der Koralpe beteiligt. (Foto: Netwerker)

Nach langen Verhandlungen wurde auf der Dreieckalm ein zukunftsweisendes Konzept für den Tourismus und die Mountainbiker präsentiert.

Nach monatelangen Verhandlungen, bei der die Großgrundeigentümer der Koralpe, allen voran Prinz Carl von Croy, eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen hatten, konnte die erste Mountainbike-Strecke vom Gasthaus Lindner auf die Dreieckalm präsentiert werden. Der Radclub Eibiswald mit seinen vielen begeisterten Radsportlern hat zusammen mit den Waldeigentümern ein Konzept entwickelt, das vielleicht der Beginn einer Entwicklung ist, das die Weststeiermark zu einer europaweit äußerst attraktiven Mountainbike-Hochburg machen könnte. „Natürlich ist Disziplin der Benutzer oberstes Gebot, die Benutzung der Strecken ist an klare Auflagen der Waldeigentümer gebunden", weiß Initiator Hannes Eybel, der auf die Disziplin der Fahrer hofft. „Das Befahren der Wege abseits der gut beschilderten Routen ist natürlich nach wie vor untersagt, denn wir wollen im Sinne der Eigentümer die Natur möglichst unberührt lassen." Der Wildbestand darf nicht gefährdet werden und generell jenes Gut, das Mountainbiken in der Weststeiermark so attraktiv macht, die traumhafte Landschaft, nicht unverhältnismäßig belastet werden.

Weitere Strecke geplant

Prinz Carl von der Croyschen Gutsverwaltung freut sich über das „sehr gute Verhältnis zu den Bikern“. Er sieht in der eröffneten Strecke ein „erstes, bedarfsorientiertes und zukunftsweisende Projekt, dem weitere folgen könnten“. Eine 47 Kilometer lange Strecke von Eibiswald über den Wasserfall Hadernigg bis zum Gasthaus Wirtbartl ist in Planung und soll in Zukunft das reichhaltige Angebot für die Mountainbiker noch um eine reizvolle Nuance erweitern. Diesem Schritt sind jahrelange Verhandlungen und sehr viel Engagement der Verantwortlichen vorangegangen. Eybel, der zusammen mit Hannes Kofler und Johannes Koren das GPS-Konzept der Region bearbeitet, betont auch, dass die Waldeigentümer inzwischen mit dem Konzept sehr offen umgehen. "Verschiedene Vorurteile in Bezug auf die Disziplin der Radfahrer konnten ausgeräumt werden", so Eybel. Die Belebung der Berggasthäuser und Hütten ist auch wirtschaftlich ein starkes Argument für die Zusammenarbeit der beteiligten Gruppen.

Ausbau auf Weinebene möglich

Bereits in den vergangenen Monaten, noch ohne diese zusätzlichen attraktiven Strecken, boomte der Tourismus. „Als wir 2010 mit der Idee des 'Grenzenlosen Mountainbikings' ein Angebot für den regionalen Tourismus angedacht haben, haben viele an der Idee gezweifelt", erinnert sich Eybel. Heute bietet der Radclub Eibiswald 18 Touren mit einer Gesamtlänge von 1.400 Kilometern an, etliche davon führen über Slowenien. Während sich Gasthöfe der Region vermehrt über eine hohe Nächtigungsquote durch Radfahrer aus ganz Europa freuen, sehen Eybel und sein Team durch die Zusammenarbeit mit Prinz Carl von Croy, den übrigen Waldeigentümern und dem Tourismusverband Eibiswald und Wies gewaltige Perspektiven: „Wenn die nutznießenden Biker diszipliniert bleiben, mit der Natur sorgsam umgehen und so die Schönheit des Grenzlandes nicht sinnlos belasten, ist eine Vision mit einer Strecke zur Überquerung der Weinebene nicht ausgeschlossen.“ Vermeidung von Müll und Lärm oder kein Fahren abseits beschilderter Strecken sind dabei oberstes Gebot. Mit der Freigabe der Strecken ist natürlich auch der Haftungsausschluss der Eigentümer verbunden. Die Freizeit-Polizze vom Land Steiermark ist hier eine echte Alternative, denn sie schafft die nötige Rechtssicherheit für Nutzer und Eigentümer.

von Franz Krainer
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