20.10.2017, 11:24 Uhr

Darum kommt Schilcher bald nur mehr aus der Weststeiermark

Über 400 Hektar Schilcher werden in der Weststeiermark angebaut und geerntet - bald als DAC-Qualitätswein.

Ab dem Jahrgang 2018 will der Schilcher einen Siegeszug durch ganz Österreich antreten - DAC sei dank.

In einer weststeirischen Zeitung braucht man wohl nicht erklären, wie hervorragend ein echter Schilcher schmeckt und welchen Stellenwert der Blaue Wildbacher für unsere Region hat. Diese gesteigerte Bedeutung erreicht bald auch ganz Österreich: in Form der Districtus Austriae Controllatus, kurz DAC, einer Herkunftsbezeichnung für österreichische Weine. Seit 2001 wurden in Niederösterreich, Wien und Burgenland neun Regionen mit dieser Bezeichnung versehen und machten Grünen Veltliner oder Blaufränkisch zu bekannten Weinmarken. Mit dem DAC Schilcherland wird ab dem Jahrgang 2018 endlich auch das erste steirische Weingebiet in dieser elitären Liste aufgenommen.



Das Schilcherland wird das zehnte DAC-Weinbaugebiet in Österreich, das erste überhaupt in der Steiermark. | Foto: Österreich Wein Marketing GmbH


Alleinstellungsmerkmal Schilcher

Dass diese Ehre dem Weinbaugebiet Weststeiermark, wie es bisher bezeichnet wurde, zu Teil fällt ist insofern erstaunlich, da es das kleinste aller steirischen Weinbaugebiete ist. Obwohl es sich über den gesamten Bezirk Deutschlandsberg bis nach Stallhofen im Bezirk Voitsberg und dem Grazer Gebiet westlich der Mur erstreckt, werden hier „nur“ 546 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Gut 80 Prozent davon macht jedoch der Blaue Wildbacher aus. Ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal für die Weststeiermark. „Wir haben hier ein echtes Steckenpferd mit dem Schilcher“, weiß Winzer Stefan Langmann aus St. Stefan ob Stainz. Bei der DAC-Bezeichnung geht es darum, die Herkunft der verarbeiteten Trauben zu transportieren, dass man deren Lage im Wein spürt – und dafür ist der Schilcher prädestiniert. Das erkannte Langmann als Obmann des Weinbauvereins Schilcherland schon vor einigen Jahren und verfolgte das Projekt Schilcherland DAC.



Winzer Stefan Langmann, Obmann des Weinbauvereins Schilcherland, setzte sich für die Ernennung zum DAC-Gebiet ein. | Foto: Stefan Langmann


Frisch und fruchtig muss er schmecken

Um die Herkunftsbezeichnung zu bekommen, bedurfte es einigen (wein-)politischen Verordnungen (die letzte soll im Frühjahr 2018 verabschiedet werden) und viel Überzeugungsarbeit in der Region. „Ich bin aber froh, dass wir es geschafft haben und jetzt einen gemeinsamen Weg gehen können“, ist Langmann glücklich. Dieser beinhaltet einen noch stärkeren Fokus auf den Schilcher und einen Schutz für weststeirische Winzer. Denn nur Qualitätsweine, die zu 100 Prozent aus der Rebsorte Blauer Wildbacher als Roséwein hergestellt wurden, dürfen die neue Herkunftsbezeichnung führen. Entweder als „Schilcherland DAC Klassik“, der trocken mit einem frisch-fruchtigen Geschmack sein muss und einen Alkoholgehalt zwischen elf und zwölf Volumenprozent aufweisen muss. Oder als „Schilcherland DAC“, der dasselbe Geschmacksbild, nur kräftiger mit mindestens zwölf Volumenprozent, haben muss. Außerdem muss hier eine Ried, also die genaue Angabe der Lage, angeführt werden. Alle Trauben müssen per Hand geerntet worden sein und dürften nur in Glasflaschen (keine Volumen von ein oder zwei Liter) abgefüllt werden, ein Holzton darf auch nicht zu schmecken sein. Die Arbeitsgruppe, die von Winzern aus dem Schilcherland dafür gegründet wurde, verschärfte die Regeln des DAC sogar noch ein wenig.

Hohe Qualität im Jahrgang

Wer beim Kauf von Schilcher ab dem nächsten Jahr also DAC liest, hat eine Garantie für die Qualität und Herkunft des Weines. Langmann erhofft sich dadurch einen gesteigerten Bekanntheitsgrad für den Blauen Wildbacher, der als Marke forciert werden soll. „Keiner wird nur deswegen eine Flasche mehr verkaufen, dafür muss jeder selbst was tun“, so Langmann. „Aber mit DAC kann man den Schilcher so richtig pushen.“ Gute Nachrichten für unseren weststeirischen Wein, der im Vorjahr vom Frost so richtig gebeutelt war. Heuer gibt es laut Langmann bei den meisten Betrieben eine normale Ernte, die Qualität sei ohnehin bei allen sehr hoch. „Was gestern war, ist schon passiert, jetzt heißt es nach vorne in die Zukunft schauen“, ist der Weinbauobmann optimistisch, dass der Schilcher ab dem nächsten Jahrgang ganz Österreich erobert.
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