05.01.2018, 11:55 Uhr

Stopp für Aktion "20.000" und der Effekt auf unseren Bezirk

Voller Euphorie ist man im Juli des Vorjahres mit der "Aktion 20.000" in der Modellregion Deutschlandsberg und Voitsberg an den Start gegangen. Josefine Kienzl (Mitte) hat z.B. über dieses Projekt einen Job bei der Stadtgemeinde Deutschlandsberg für den Verkauf der Einkaufsgutscheine erhalten.

Die Stilllegung für die "Aktion 20.000" als sozialpolitisches und arbeitsmarktpolitisches Projekt ist gerade in unserer erfolgreichen Modellregion eine bittere Pille.

BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG. Voller Elan ist in den Bezirken Deutschlandsberg und Voitsberg als Pilotregion im Juli des Vorjahres die "Aktion 20.000" an den Start gegangen - eine Arbeitsmarktinitiative des Sozialministeriums. Das Ziel: Menschen über 50 Jahre, die seit mindestens einem Jahr keine Arbeit haben, wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, und zwar in ausschließlich zusätzlichen Jobs. Somit wurden Arbeitsplätze geschaffen, die zwar befristet sind, aber durchaus nachhaltig sein könnten. Schließlich werden Menschen mit einem geregelten Alltag und gesellschaftlicher Teilhabe nicht nur wieder in den Arbeitsmarkt integriert, sie können sich auch ein Netzwerk für weitere Arbeitsverhältnisse aufbauen. Die "Aktion 20.000" ist daher nicht nur als eine sozialpolitische Aktion zu sehen, sondern auch als eine arbeitsmarktpolitische. Die neue Regierung hat aber das Projekt jetzt kurzerhand ruhend gestellt, um eine Evaluierung durchzuführen. "Dabei haben wir als Pilotregion bereits jetzt erfolgreiche Zahlen vorzuweisen", weiß Michaela Sahin, Geschäftsstellenleiterin des AMS Deutschlandsberg. So wurden allein im Bezirk Deutschlandsberg 107 Personen in Dienstverhältnisse gestellt, im Bezirk Voitsberg sind es sogar 144 Personen. "Das Ziel war, gemeinsam mit Voitsberg 200 Personen über diese Aktion in reguläre Dienstverhältnisse zu vermitteln. Das Interesse war weit größer als ursprünglich angenommen", so Sahin, die betont, dass sich alle Gemeinden im Bezirk parteiübergreifend beteiligt haben. "Dieses Projekt wurde von allen gemeinsam getragen, also von den Gemeinden, gemeinnützigen Organisationen und auch einigen Vereinen", betont Michaela Sahin.


Positiver Effekt im Bezirk Deutschlandsberg

Den Einfluss auf den Arbeitsmarkt zeigen allein die Zahlen des AMS aus dem Monat Dezember 2017: Im Vergleich zum Dezember 2016 gab es im Bezirk Deutschlandsberg um 30,2 Prozent weniger Langzeitarbeitslose über 50 Jahre, im Bezirk Voitsberg waren es sogar um 58,2 Prozent weniger. Sahin: "Diese erfolgreiche Aktion einfach so abzubrechen, finde ich sehr schade. Man sollte sie unbedingt weiterführen, vielleicht in einem schlankeren Umfang."

Zur "Aktion 20.000"

Die "Aktion 20.000" ist eine Arbeitsmarktinitiative des Sozialministeriums für Menschen über 50 Jahre, die beim AMS seit mindestens einem Jahr als arbeitssuchend gemeldet sind.
In der Steiermark waren im Juli 2017 5.500 Personen länger als ein Jahr arbeitslos und über 50 Jahre alt. 40 Prozent davon, also 2.200, sollten mit der Aktion 20.000 Arbeitsplätze erhalten. Deutschlandsberg und Voitsberg ist eine von zehn Pilotregionen in ganz Österreich, mit einem Förderzeitraum vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2019. Die Aktion hätte mit 1. Jänner 2018 flächendeckend umgesetzt werden sollen.
Es wurden dabei ausschließlich zusätzliche Jobs gefördert, die es sonst nicht geben würde. Diese sollen in Gemeinden und gemeindenahen Bereichen, in sozialen Unternehmen und in gemeinnützigen Vereinen und Organisationen entstehen. 100 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten nach dem jeweils zuständigen Kollektivvertrag werden dabei gefördert bzw. übernommen.

Im Rahmen der "Aktion 20.000" sollten das AMS in Deutschlandsberg und in Voitsberg insgesamt 200 weitere Arbeitsplätze schaffen, dieses Ziel wurde bereits jetzt mit 107 Personen in Deutschlandsberg und 144 in Voitsberg weit übertroffen.
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