Welpenerziehung ohne Kommandos
Das richtige Gefühl für Pfotenspitzen

- Hundetrainerin Sarina Kriechbaum-Young (r.) hat gemeinsam mit Eva Krutner-Fink die Welpenschule Pfotenspitzengefühl in Tobelbad gegründet.
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Eine Welpenschule aus der Gemeinde Haselsdorf-Tobelbad klärt auf, warum junge Hunde eigentlich keine Kommandos brauchen und was in der Welpenzeit besonders entscheidend ist.
HASELSDORF-TOBELBAD. Viele frisch gebackene Hundehalter wünschen sich einen harmonischen Alltag, doch stattdessen dominiert oft ein Wechsel aus Aufpassen, Putzen und Googeln. Die Ursache liegt selten an fehlendem Engagement, sondern am gängigen Verständnis von Welpenerziehung.
Es braucht ein Umdenken
Jemand, der dabei weiterhelfen will, ist Sarina Kriechbaum-Young. Sie ist seit 2014 hauptberuflich Hundetrainerin und seit drei Jahren mit Kollegin Eva Krutner-Fink und der Welpenschule Pfotenspitzengefühl in Haselsdorf-Tobelbad beheimatet.
Die Welpenerziehung wird heute oft als Trainingsprogramm verstanden. Der Hund soll schnell „funktionieren“. „Doch Welpen sind keine Maschinen. Sie sind junge Lebewesen, die unsere Welt erst kennenlernen müssen – mit all ihren Reizen, Regeln und Überraschungen“, weiß Sarina Kriechbaum-Young. Es brauche laut der Expertin deshalb ein Umdenken.
„Weniger Kontrolle, mehr Verständnis. Weniger Kommandos, mehr Kommunikation. Ein Welpe, der sich sicher und verstanden fühlt, orientiert sich fast automatisch am Menschen, nicht aus Drill, sondern aus Beziehung. Moderne Welpenerziehung setzt daher nicht auf starre Checklisten, sondern auf individuelle Entwicklungsschritte und feinfühlige Begleitung“, sagt die Hundetrainerin.

- Die Welpen müssen unsere Welt erst richtig kennenlernen.
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Basis für späteres Verhalten
Was viele Hundebesitzer oft nicht wissen ist, dass ein Welpe oft nur 30 bis 45 Minuten wach bleiben kann, bevor er überdreht. Sicherheit sei dabei wichtiger als wildes Spiel mit Artgenossen. Ruhe, Körperwahrnehmung und Selbstbewusstsein würden die Basis für späteres Verhalten legen, so Kriechbaum-Young. Was heute noch niedlich wirkt, kann morgen zur echten Herausforderung werden.
„Viele Probleme entstehen aus Unwissenheit und besonders bei größeren Rassen ist ein sechs Monate alter Junghund oft schon kräftig und imposant. Wenn er dann beißt, Menschen anspringt oder alles zerstört, ist es oft zu spät für einfache Lösungen“, betont die Expertin.

- Der richtige Umgang mit Hunden ist entscheidend.
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Entscheidende Welpenzeit
Ansätze aus der Verhaltensbiologie, Entwicklungspsychologie und sensorischen Integration würden jungen Hunden helfen, Sicherheit und Orientierung zu geben. „Welpenerziehung ist kein Projekt, sondern ein gemeinsamer Weg, mit Fragen, Fehlern, Fortschritten und einem Haufen zerrissener Socken“, so Kriechbaum-Young abschließend.
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