Das sagt die Stadtgemeinde
Frohnleitens Bahnhof soll viergleisig werden
- Der Bahnhof Frohnleiten ist heute eine moderne Mobilitätsdrehscheibe und bekommt von Gästen regelmäßig Bestnoten.
- Foto: ÖBB/Chris Zenz
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Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä haben mit dem Fachentwurf für das "Zielnetz 2040" die "große Vision zur Weiterentwicklung des österreichischen Bahnnetzes" vorgestellt. Darunter: Der Bahnhof Frohnleiten soll ausgebaut und viergleisig werden. Wir haben nachgefragt, was die Stadtgemeinde dazu sagt.
FROHNLEITEN. In den kommenden 15 bis 20 Jahren soll die heimischen Bahninfrastruktur fortentwickelt werden. "Es ist ein Bahnnetz, für ein klimaneutrales Österreich, indem Klimaschutz und gute Mobilität Hand in Hand gehen. Der Entwurf ist voll von mutigen Ideen, neuen Verbindungen und noch besseren Bahnstrecken. Das Zielnetz 2040 gibt die Richtung vor", sagt Leonore Gewessler. Ein weiterer wichtiger Punkt dabei, so die Klimaschutzministerin, sei die Wirtschaft in puncto Wertschöpfung und Beschäftigung.
- Das "Zielnetz 2040" sieht vor, den öffentlichen Verkehr noch weiter auszubauen. Konkrete Pläne gibt es nicht, aber einige Projekte, die schon ins Auge gefasst werden.
- Foto: ÖBB/Harald Eisenberger
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Das "Zielnetz 2024" ist ein strategischer Leitfaden, eine genaue Planung oder gar Finanzierungsmöglichkeiten von einzelnen Projekten liegen aber noch nicht vor. Fest steht aber, dass 67 Projekte ausgewählt wurden, die den Bewertungskriterien entsprechen beziehungsweise die es sozusagen wert sind, in sie zu investieren. Darunter fällt auch der Bahnhof Frohnleiten.
Der Plan für Frohnleiten
Im Oktober 2019 wurde der Bahnhof Frohnleiten nach dem großen Umbau dem Bahnverkehr freigegeben. Bis dahin wurde er als "Bahnhofs-Schandfleck zwischen Graz und Bruck" bezeichnet. Weder gab es elektronische Anzeigetafeln noch ausreichend Schutz vor Wind und Regen und von einem barrierefreien Zugang war erst gar nicht die Rede – ärgerlich für Gäste des Rehabilitationszentrums, Reisende mit Gepäck, Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Mütter mit Kinderwägen. Ursprünglich hatte die ÖBB das Jahr 2006 als Fertigstellungstermin genannt, dann wurde aber Deutschfeistritz vorgezogen.
- Kaum vorstellbar: So sah der Bahnhof vor der großen Renovierung aus.
- Foto: Privat
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Mit der Renovierung wurde der Bahnhof aber zur moderne Mobilitätsdrehscheibe und ist seither aus dem Öffiverkehr so, wie er ist, nicht mehr wegzudenken. Als wichtiges Infrastrukturprojekt sowohl für Pendlerinnen und Pendler als auch Einheimische und Touristinnen und Touristen spielt der Bahnhof alle Stückerl. Jetzt soll erweitert werden. Das zumindest verrät "Zielnetz 2024", das einen viergleisige Ausbau der Südstrecke im Raum Frohnleiten-Graz vorsieht.
"Mit der Verkehrswirksamkeit der Koralmbahn wird es auf dem Streckenabschnitt zwischen Bruck/Mur und Graz zu einer Überlagerung mehrerer transeuropäischer Fernverkehrsrouten und innersteirischer Pendlerstrecken kommen. Damit dieses Engpass-Problem nachhaltig und fahrzeitverkürzend behoben werden kann, ist der Abschnitt Graz-Bruck a.d. Mur sowohl neu zu trassieren als auch viergleisig auszubauen. Der im Zielnetz 2040 enthaltene viergleisige Ausbau der Südstrecke im Raum Frohnleiten-Graz stellt dafür einen wichtigen ersten Schritt dar."
Stefan Stolitzka, Präsident der steirischen Industriellenvereinigung, begrüßt das Vorhaben
- Die Investition in den Bahnhof hat sich gelohnt.
- Foto: August Käfer
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Das denkt die Stadtgemeinde
Über das Vorhaben der ÖBB hat Frohnleiten erst über die Medien erfahren, wie es auf Nachfrage von MeinBezirk.at heißt. Das muss aber nichts Negatives bedeuten, denn man sieht dem Projekt offen entgegen: "Wir sehen diese Initiative grundsätzlich als eine potenzielle Chance zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und erkennen die Bedeutung solcher Projekte für die regionale Entwicklung", heißt es. "Als betroffene Gemeinde benötigen wir jedoch detaillierte Informationen zu diesem Projekt, um die Auswirkungen auf unsere Gemeinde und unsere Bürgerinnen und Bürger bewerten zu können."
Vonseiten der Stadtgemeinde ist auch bekannt, dass mit den betroffenen Gemeinden rund um das Vorhaben – Gratwein-Straßengel, Peggau und Deutschfeistritz – noch nicht kommuniziert wurde. Es gäbe "keine konkreten Informationen bezüglich des Platzbedarfs, potenzieller Lärmbelästigungen oder anderer relevanter Aspekte". Eine "mangelnde Transparenz", die eine Bewertung der Planung mit entsprechenden Maßnahmen erschwert. Genau deshalb will Frohnleiten selbst Kontakt aufnehmen. "Wir bleiben weiterhin aufmerksam bezüglich der Entwicklungen in dieser Angelegenheit und werden sicherstellen, dass die Interessen unserer Gemeinde und ihrer Bürgerinnen und Bürger angemessen berücksichtigt werden", so das Statement.
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