Architekturstudenten sanierten Wehrmauer in Rein
Steinerne Zeitzeugen aus dem Mittelalter
- Ehrenamt und alte Handwerkskunst retteten ein Stück Wehrmauer in Rein vor dem Verfall.
- Foto: Braunendal
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GRATWEIN STRASSENGEL. Die Wehrmauern von Stift Rein sind stumme Zeitzeugen der Türkenkriege. Kaiser Maximilian ordnete im 15. Jahrhundert an, dass Klöster und Stifte befestigt werden sollten zur Abwehr der Osmanen. Inzwischen nagt der Zahn der Zeit an der Wehrmauer, Steine und Putz bröckeln ab. Ein internationales Denkmalschutzprojekt nimmt sich der Mauern an. Architekturstudenten aus aller Welt restaurierten im Juli unter Anleitung des Judendorfer Experten Peter Meder ein gutes Stück der steinernen Geschichte von Rein.
- Prior Martin Höfler, Peter Meder und Abt Philipp Helm mit den elf Architekturstudenten auf der Wehrmauer.
- Foto: privat
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Zu verdanken ist das Ehrenamt der Studenten dem „European Heritage Training“, einer hochkarätigen Weiterbildungsinitiative, die sich mit dem Erhalt des europäischen Kulturerbes befasst. In Kooperation mit dem Netzwerk Cisterscapes und dem Zisterzienserstift Rein mauerten Heritage Volunteers zwei Wochen lang ehrenamtlich in Rein. Die Architekturstudenten bildeten sich damit im Aufbau historischer Mauern weiter. Nur ganz wenige Workshops vermitteln das fast vergessene Handwerk des Kalklöschens, der Basis mittelalterlicher Mörtel.
- Die Arbeiten an der alten Wehrmauer erfolgten mit den Mitteln, die bei ihrer Errichtung zur Verfügung standen. Ein europäisches Denkmalschutzprojekt machte die Sanierung möglich - und die Architekturstudenten lernten bei Peter Meder die alte Handwerkskunst des Kalklöschens.
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Aus Kalkstein entsteht durch Erhitzen Branntkalk. „Branntkalk und Wasser werden gemischt, bis es brodelt“, fasst Meder den aufwändigen Prozess zusammen. Die bis zu 90 Grad heiße Masse zischt, bis sich ein feines Pulver bildet. „Plastikkübel sind da fehl am Platz“, schmunzelt der Experte. Anschließend wird die Masse in eine Kalkgrube geleert und abgelagert.
- Die Studenten (rechts im Bild Restaurator Peter Meder) wohnten im Stift Rein und wurden dort auch verköstigt. Eine Führung mit Stiftshistorikerin Elisabeth Brenner durch Bibliothek, Basilika und Historische Säle fand bei den Heritage Volunteers großen Anklang.
- Foto: Braunendal
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Jetzt ist ein Stück der historischen Wehrmauer durch altes Handwerk wieder wie neu. Abt Philipp Helm und Prior Martin Höfler dankten Meder und den Studenten, die von der Arbeit so begeistert sind, dass einige nächstes Jahr wieder kommen möchten.
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