Gartenglück im Heimgarten

Der Lieblingsplatz von Rudolf Razborsek ist die Laube in seinem Gratkorner Heimgarten
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  • hochgeladen von Edith Ertl

Vor Jahrzehnten trugen die Gärten zum Überleben bei. Rudolf Razborsek erinnert sich an seine Kindheit, wo in den Wirren der Kriegszeit und der kargen Nachkriegszeit am Fußballplatz Erdäpfel angebaut wurden. Auch später, als der Gratkorner bei Leykam-Josefsthal (heute Sappi) arbeitete, war der Garten die Basis, für das, was mittags auf den Tisch kam. „Die meisten Fabriksarbeiter konnten sich keinen eigenen Garten leisten, wir haben beim Betriebsrat gefragt, ob wir einen Garten bekommen können.

Heute ist er fast täglich in seinem grünen Paradies in Gratkorn, wo er sich ein kleines Holzhaus samt Werkstatt gebaut hat und bei Gemüse zum Selbstversorger wurde. Stolz ist Razborsek auf seine Paradeiser, die kräftig angewachsen, jetzt schon eine gute Ernte versprechen. Der sonnigste Platz gehört den Paprika, die in guter Nachbarschaft zu den Kohlrüben stehen. Erbsen, Möhren, Buschbohnen, selbst Liebstöckl, das der Rindsuppe die feine Note gibt, hat hier seinen Platz. Im Herbst wird die gemütliche Sitzecke zum Schlaraffenland, dann nämlich, wenn kopfüber die Weintrauben der Sorte Isabella heranreifen. „Bei mir ist keine abgefroren“, eine eigene Konstruktion aus Holz und Plexiglas macht es möglich.

„Billiger ist es sicherlich, das Gemüse im Supermarkt zu kaufen, heute gibt’s ja alles“, sagt Razborsek, „aber was frisch aus dem eigenen Garten kommt, das schmeckt besser“. Ein Großteil der Ernte wird an Freunde und Nachbarn verschenkt, wie jetzt die Radieschen oder der Salat. Größere Konflikte im Heimgarten sind bislang ausgeblieben, „mit Toleranz lässt sich alles bewältigen“, ist Razborsek überzeugt. Dass der Trend zu blickdichten Gärten zunimmt, wo sich Heimgärtner hinter abgrenzenden Hecken verschanzen, bedauert der Gratkorner. „Ich hab‘ nicht einmal ein Gartentürl, bei mir kann jeder herein. Als Willkommensgruß wächst am Eingang eine Sonnenblume heran. „Die haben mir wahrscheinlich die Vögel gebracht, ich lass sie wachsen“. Neben der Freude am Heranwachsen der Pflanzen genießt Razborsek die Freundschaften, die in der Gartenanlage entstanden sind. So verlässt er sein grünes Paradies gern für einen Plausch bei Kaffee und Kuchen im grünen Refugium der Nachbarn.

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