WOCHE präsentiert
Der steirische Jugendreport – so halten sich unsere Kids an Gesetze

Die erste Zigarette führt auch oft zur ersten Anzeige nach dem Jugendgesetz.
  • Die erste Zigarette führt auch oft zur ersten Anzeige nach dem Jugendgesetz.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Roland Reischl

Seit 1. Jänner dieses Jahres ist es in Kraft, das steirische Jugendgesetz (ehemals Jugendschutzgesetz). Jede Menge Neuerungen sind darin enthalten, nicht alle zur Freude der steirischen Jugendlichen und deren Eltern. So ist etwa Rauchen seit heuer erst ab 18 (und nicht mehr ab 16) Jahren erlaubt, die Ausgehzeiten wurden verlängert, die Aufenthaltsverbote und die Richtlinien für Alkoholkonsum verschärft, das Autostoppen per Internetplattformen geregelt.
Nicht alle neuen Richtlinien sind hinlänglich bekannt – deshalb startet die WOCHE gemeinsam mit dem Jugendressort des Landes Steiermark und dem renommierten Meinungsforschungsinstitut "mResearch" eine groß angelegte Befragung von Jugendlichen und Erziehungsberechtigten (siehe Infobox unten).

Jugendgesetz: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht

Ein Gesetz ist bekanntlich aber immer nur so gut wie seine Umsetzung in der Praxis. Deshalb hat die WOCHE einmal genauer hingeschaut: Wie oft wurde im Jahr 2018 (noch nach altem Jugendgesetz) gestraft, wen hat es dabei erwischt und wie sind die Strafen ausgefallen?
Insgesamt hat es im letzten Jahr 1.918 Verfahren nach dem Jugendgesetz gegeben. Fast die Hälfte aller Vorfälle fallen in die Zielgruppe der Jugendlichen unter 16 Jahren. Weitere 35 Prozent der Verfahren (rund 700) richteten sich gegen Erziehungsberechtigte, dahinter folgen Minderjährige zwischen 16 und 18 Jahren, Gastwirte und andere Gewerbetreibende.
Am schärfsten kontrolliert wurde übrigens in den Bezirken Leoben, Murtal und Graz-Umgebung, die meisten Anzeigen gab es naturgemäß in der Landeshauptstadt Graz, nämlich exakt 899. Mit Respektabstand dahinter: Leibnitz (202), Deutschlandsberg (160), Leoben (134) und Hartberg-Fürstenfeld (71). Auslöser für die Anzeigen waren bei den unter 16-Jährigen in erster Linie "Tabakvergehen" (mehr als die Hälfte aller Delikte), Alkohol und Ausgehzeiten, bei den 16- bis 18-Jährigen stand der gebrannte Alkohol an erster Stelle.

Helfen statt strafen

Übrigens: Die Behörde hat im Jahr 2018 durchaus mit Umsicht gehandelt: Ein Drittel der Minderjährigen kam mit Beratungsgesprächen davon, ein weiteres Drittel landete in Schulungen, rund ein Viertel musste Sozialleistungen erbringen. An Jugendliche wurden Geldstrafen in der Höhe von 6.160 Euro verhängt, für die Erwachsenen kam es deutlich dicker: Fast 100.000 Euro mussten Erziehungsberechtigte, Gastwirte und andere Gewerbetreibende ans Land abliefern.

Die große WOCHE-Umfrage

Das Amt der Steiermärkischen Landesregierung – Fachabteilung Gesellschaft, Jugendschutz, rechtliche Angelegenheiten möchte das nun im Rahmen einer Umfrage in Erfahrung bringen und führt in Kooperation mit der WOCHE Steiermark eine Studie zum neuen Jugendgesetz in der gesamten Steiermark durch.

Der Onlinefragebogen
Dafür sind wir auf der Suche nach Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren sowie Eltern von Jugendlichen im Alter von 14-16 Jahren, die den Onlinefragebogen ausfüllen und Fragen zum Jugendgesetz beantworten.

» Hier geht es zum Onlinefragebogen.

Die Ergebnisse der Studie werden in der WOCHE präsentiert.

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