Graz Inside im Kunsthaus: Wassertropfen und Riesenlifte

Hat den Überblick: Kunsthaus-Chefkuratorin Katrin Bucher Trantow
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Seit das Kunsthaus 2003 für das Kulturhauptstadtjahr errichtet wurde, gehört es zu den bekanntesten Institutionen in Graz. Den "Friendly Alien" besuchen jährlich rund 65.000 Gäste. Die WOCHE durfte im Rahmen der Serie "Graz Inside" einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Das versteckte Herz

Bekannt ist das Kunsthaus für seine Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst. Um dafür optimale Bedingungen zu schaffen, muss aber auch die Technik mitspielen. "Die Haustechnik ist das versteckte Herz des Kunsthauses – ohne die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit laufen keine Ausstellungen", erklärt Chefkuratorin Katrin Bucher Trantow. Dafür stehen auch spezielle Filter zur Verfügung, damit die Luft im Haus für die Kunstwerke perfekt gereinigt wird. "Die weißen Filter werden alle zwei Monate getauscht, vom Feinstaub sind sie dann schwarz. Das darf natürlich nicht an die Exponate kommen", so Haustechniker Peter Rumpf.
Die wichtigen Utensilien der Haustechnik werden aber auch für die Kunst genutzt. So wird das Murwasser, welches für eventuelle Einsätze der Sprinkleranlage durch die Leitungen des Kunsthauses fließt, auch als Installation präsentiert. "Der Künstler Bill Fontana hat das Tropfen des Murwassers genutzt und den Klang hinauf in den Schauraum übersetzt. Es ist jetzt dort zu hören", berichtet Bucher Trantow. Selbst die Testungen der Sicherheitstechnik werden im Kunsthaus zum Spektakel. "Alle zwei Jahre gibt es Testläufe der Sprinkler. Das Murwasser rinnt dann über die Fassade des Kunsthauses und viele Leute bleiben stehen und sehen zu, das hat schon fast Volksfestcharakter. Wir haben sogar schon überlegt, eine eigene Performance daraus zu machen", meint die Kuratorin.

Acht Meter sind zu klein

Wichtig für die Ausstellungen im Kunsthaus ist der gigantische Lastenlift mit einer Diagonale von acht Metern.
"Trotz seiner Größe hatten wir ein Bild hier, dass sich um Zentimeter nicht ausgegangen ist. Zuerst waren wir verzweifelt, bis uns eingefallen ist, dass wir es auch einfach über die Rolltreppe im Foyer nach oben tragen können", lacht Bucher Trantow. Im Untergeschoss wird die ehemalige Werkstatt des Kunsthauses als Lager für Wandsysteme oder Überbleibsel der Ausstellungen genutzt.
Diese werden oft auch verschenkt, wie sie erklärt: "Beispielsweise bekommt das Tagwerk unsere großen Plakatwände, dort werden Taschen daraus genäht. Eine schöne Form der Nachhaltigkeit."

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Neue Ausstellung im Kunsthaus Graz

Das Kunsthaus wurde im Jahr 2003 für das Kulturhauptstadtjahr errichtet, die Architekten waren Peter Cook und Colin Fournier. Sie waren es auch, die das Gebäude „Friendly Alien“ genannt haben. Zusätzlich zum Pool an Mitarbeitern des Universalmuseums Joanneum (für Aufbau, Reinigung oder Information) arbeiten acht fixe Mitarbeiter im Kunsthaus. Die Leiterin des Hauses ist Barbara Steiner. Am 14. Februar eröffnet die neue Ausstellung "Jun Yang. Der Künstler, das Werk, die Ausstellung". Behandelt werden unter anderem Fragen zu den Themen Original und Kopie sowie Identität.

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