Live-Stream zur Schülerdiskussion
Live-Ticker zur großen Schülerdiskussion der WOCHE in der Messe Graz

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[13:00] Pünktlich um 13 Uhr endet die große Schülerdiskussion. Wir sagen Danke fürs Dabeisein und hoffen, dass sich die Schüler in Richtung Wahltag eine Meinung bilden konnten. Schlusssatz vom Bürgermeister: "Bei so einer großartigen Jugend ist mir um die Zukunft dieser Stadt nicht bang."

[12:59] Es hat sich was bewegt bei der Umfrage. ÖVP 31 Prozent, Neos 19 Prozent, KPÖ und Grüne 17 Prozent, SPÖ 11 Prozent, FPÖ 5 Prozent. Es hat sich also einiges verschoben. 

[12:58] Appell von Moderator Gregor Withalm: Geht wählen, nutzt das Wahlrecht!

[12:55] Kurze Was wäre Wenn-Fragen: Michael Ehmann hat sich noch nicht damit beschäftigt, wenn er nicht in den Stadtsenat kommt. Elke Kahr will dazu nichts sagen. Wenn es bei Mario Eustacchio nicht mit dem Vizebürgermeister klappt? "Es geht zunächst darum zu schauen, wo man am Sonntag steht und mit wem man dann zusammenarbeiten kann." Bgm. Siegfried Nagl wird gefragt, wenn es nicht klappt: Dann wäre er mehr für seine Familie da. Judith Schwentners erste Amtshandlung als Bürgermeisterin? Das Rathaus öffnen. Ansonsten würde sie ein Sozialbeschäftigungsprojekt gründen, ein Café mit Jugendlichen. Philipp Pointners erstes Stück im Gemeinderat? "Ich würde anfangs zuhören, nicht so viel reden und auf die Menschen zugehen, und die Ideen im GR verwirklichen."

[12:54] Wie eingangs erwähnt, gibt es jetzt wieder eine Menti-Umfrage. Es wird spannend sein zu beobachten, ob sich Tendenzen verschoben haben. Die Abstimmung läuft. 

[12:51] Ehmanns Antwort: "Weltweit gibt es extrem viele Flüchtlinge. Eine Million dieser Menschen erreichen die Außengrenzen der EU. Wenn jemand vom Verderben davonläuft, würde ich mir nicht anmaßen, über deren Legalität zu befinden. Diese Debatte zu führen, dass einige Hilfe und Schutz brauchen: Da sollten wir eher nachdenken, wie wir das besser organisieren und aufteilen können, damit keine Ghettos entstehen. Kein Mensch ist illegal! Wir müssen auf das Zusammenleben schauen und das organisieren und regeln. Das Plakat hat mich erschüttert, aber ich habe es auch erwartet. Das ist ja nichts Neues." Für einen Herbert-Kickl-Kurs steht die SPÖ auch nicht zur Verfügung.

Über 800 Schüler sind bei der großen Wahl-Diskussion dabei.
  • Über 800 Schüler sind bei der großen Wahl-Diskussion dabei.
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[12:47] Kahrs Replik: "Wenige Tage vor der Wahl kann man vieles sagen. Vorher wird viel versprochen, dann ist aber alles anders. Ihr müsst aber eure Erfahrungen machen. Wir sind Internationalisten, jeder Mensch ist gleich viel wert, der hier lebt. Ich finde es als Frechheit, dass Menschen da herkommen, schwer arbeiten und etwas zur Wertschöpfung beitragen, dann diffamiert werden. Die Menschen sind teilweise bei Wahlrecht ausgeschlossen obwohl die Politik auch ihr Leben mitbestimmt. Ich kenne den Mario Eustacchio, wir teilen nicht die gleiche Gesinnung. Wir haben einen anderen Weg eingeschlagen. Wir haben in diesen Fragen eine konträre Auffassung. Das heißt aber nicht, dass die freiheitliche Partei nur schlechte Anträge macht. Ich muss die Dinge trennen." Eine Koalition mit den Blauen verneint sie, sie würde auf Budget-Partnerschaften setzen.

Wurde aufgrund des FPÖ-Plakates "Ihr seid hier nicht willkommen" attackiert: Mario Eustacchio
  • Wurde aufgrund des FPÖ-Plakates "Ihr seid hier nicht willkommen" attackiert: Mario Eustacchio
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[12:41] Pointner lehnt das Plakat ab und will dagegen scharf vorgehen. Schwentner meint, dass dieses Plakat einer Menschenrechtsstadt unwürdig. "Dieses Bild ist widerrechtlich und aus dem Zusammenhang verwendet worden. Das ist ganz übel. Ich schließe daher eine Koalition mit der FPÖ aus." Die Neos schließen sich der Meinung an. Nagls Kommentar. "Wichtig ist, dafür zu sorgen, dass wir alle in Frieden leben. Es ist wichtig, in der Mitte zu bleiben und zu verbinden. In Graz leben 155 Nationen mit all ihren Talenten und Vorbelastungen und Kulturen. Mein Weg war zu schauen, ob wir den Weg der Mitte gehen. Die Diskussion muss breiter erlaubt sein: Wir haben in Graz 2.500 Menschen aus Afghanistan, 2.500 Menschen aus Syrien aufgenommen. Wir müssen dann schauen, dass diese Leute wohnversorgt sind. 330 Millionen Euro allein werden für den Sozialbereich ausgegeben. Wir sind eine unheimlich soziale Stadt aber wir müssen schauen, dass die Integration in der Schule funktioniert. Für das Plakat kann man sich nur genieren, ihr seid alle Grazer und Grazerinnen!" Im Moment kann er sich eine schwarz-blaue Koalition nicht vorstellen.

[12:40] Eustacchio repliziert: "Alle sind willkommen, die sich legal in Österreich aufhalten. Wir sind alle Kinder unserer Zeit: Heute ist es selbstverständlich, mit Menschen anderer Kulturkreise in die Schule zu gehen. Ihr wollt hier arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Das Plakat ist ein Bild aus 2015, wo Menschen illegal die Grenze überschritten haben. Das ist die einzige Aussage: Menschen, die nicht legal in Österreich sind, haben hier keine Heimat. Alle anderen sind herzlich willkommen."

[12:39] Es geht um eine Frage zum FPÖ-Wahlplakat "Graz ist nicht eure Heimat": Er wird nun Stellung beziehen. Wären jene Schüler, die nicht aus Österreich stammen, dann nicht mehr in Graz willkommen, wenn er die Wahl gewinnen würde?

[12:38] Schlussrunde: Es geht um Fragen aus dem Publikum. 

[12:35] Nagl: "Es gibt Modelle in Graz. Wie kann das Wohnen der Zukunft aussehen? In Reininghaus sieht man es: Du mietest dir eine Wohnung, und wenn du einziehst, lernst du die Nachbarn kennen und kannst über eine Haus-App sehr viel tun. Es gibt tolle Gemeinschaftsräume und Lernräume. Dort kannst du mit allen Bewohnern kommunizieren. Das sind coole Zukunftsmodelle. Da sollten wir dran bleiben bei solchen Modellen. Mit der Stadtplanung müssen wir mit Investoren reden, dass es überall Räume der Begegnung geben soll. So kommt es vielleicht zum Austausch zwischen Jungen und Älteren. Das Thema Sharing muss forciert werden. Es gibt jetzt ein eigenes Friedensbüro, wo Leute versuchen, Streits in Siedlungen zu schlichten. Wie ich gekommen bin, hat es in Graz 800 Studentenwohnungen gegeben. Jetzt haben wir 6.000. Es muss noch mehr Wohnraum für junge Menschen geben. Es geht aber nicht nur um Wohnungsmieten, es geht darum, dass ihr früh genug beginnt, zu Eigentum zu kommen."

[12:31] Kahr: "Ich bin schon älter und kenne noch viele Jugendzentren und deren Anfänge. Es braucht aber viel mehr solche konsumfreien Einrichtungen, die die jungen Leute erobern können. Im Süden von Graz gibt es z.B. schon lange den Wunsch, ein JZ zu errichten. Da müsste die Stadt auch mithelfen. Thema Wohnen: Wir haben die Stadtteil- und Nachbarschaftszentren aufgebaut. Da geht es darum, in unterversorgten Bezirken, dass die Menschen dort etwas vorfinden, wo sie hingehen können. Wir sind die Wohnungspartei, die sich täglich kümmern um Menschen, die auf Wohnungssuche sind. Wir haben aber noch immer zu wenige Gemeindewohnungen. Noch vor 20 Jahren war fast jede vierte städtische Gemeindewohnung Substandard. Dem konnten wir ein Ende setzen. Wir brauchen Wohnungen für Menschen, die sich trotz Arbeit die hohen Mieten nicht leisten können. Es gehört die Maklerprovision bei der Wohnungssuche abgeschafft. Und wir werden nicht umhin kommen, dass die Mietobergrenzen am privaten Sektor gedeckelt werden."

[12:28] Pointner: "Jedem Bezirk seine Stadtbibliothek/Jugendbibliothek! Man kann Bibliotheken zu einem Begegnungsraum umbauen. Mit Café etc. Ein sehr lebendiger Raum für jeden Bezirk könnte so entstehen. Wir setzen uns auch sehr stark für ein queeres Jugendzentrum ein. Besonders die jungen Leute in dieser Community brauchen eine Safe Zone. Thema Wohnen: Wir brauchen eine Sanierungsförderung. Viele Wohnungen aus den 60ern/70ern werden nicht saniert. Genau da muss die Stadt Förderungen anbieten, damit die Besitzer diese Wohnungen sanieren, die dann für Jungfamilien bezogen werden können."

Will eine weitere Periode als Bürgermeister fungieren: Siegfried Nagl
  • Will eine weitere Periode als Bürgermeister fungieren: Siegfried Nagl
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[12:26] Ehmann nimmt sich jetzt ein Beispiel an Wien: "Wir müssen noch mehr Wohnungen selbst bauen. Wir können es dann günstig am Markt anbieten. Das gleiche gilt für Übertragungsbauten, dazu müssen Flächen angekauft werden. Diese könnten wir gemeinnützigen Wohnbauträgern zur Verfügung stellen. Thema Jugendzentren: Hier geht es auch stark darum, konsumfreien Raum zu gestalten. Auch die Jugendzentren müssen bespielt werden, mit Bands etc. Auch Lernräume müssen so entstehen. Es geht ja um ein solidarisches Miteinander, Junge sollen ja auch für Junge da sein."

[12:23] Wohnbaustadtrat Eustacchio: "Wir gestalten Nachbarschaftszentren in jedem Bezirk, das Geld können Vereine abholen. Das ist auch für Jugendzentren so gedacht. Einfach an Wohnen Graz wenden, diese Möglichkeit gibt es! Man muss sich aber mit den Bezirksverantwortlichen absprechen. Wohnen ist ein brennendes Thema, die Preise steigen. Wir haben mit Starterwohnungen bereitgestellt. Wir bauen als Stadt ja zum ersten Mal in der Periode selbst. Mit diesen Starterwohnungen haben wir etwas Neues geschaffen: Sind billig bis zum Alter von 25 Jahren anzumieten. Mit dem Land haben wir Jungfamilienwohnungen aufgestellt. Mit diesen Fördermitteln müsste man einiges umgestalten und sagen, wir finanzieren zielgerichtet Jungfamilien- und Starterwohnungen." 

[12:20] Schwentner: "Ich kann gut verstehen, dass ihr Zentren braucht, es war gerade während Corona zu eng daheim. Es braucht mehr Raum, es braucht Jugend- UND Stadtteilzentren. Es müsste in jedem Bezirk ein Stadtteilzentrum entstehen, wo auch die Jugend ihren Platz hat. Dort sollte man sich konsumfrei aufhalten können, auch gemeinsam lernen können. Auch der öffentliche Raum gehört so aufgeteilt, dass Platz ist für die Jugend. Thema Wohnen: Das ist ein riesiges Problem in Graz. Wir wissen leider nicht mehr, für wen gebaut wird. Es entstehen Riesenhäuser, und man weiß nicht, ist das für Anleger, für Fonds oder wirklich für die Grazer? Zuerst braucht es also eine Leerstandserhebung, wie viel Wohnraum braucht man und was macht man mit dem, was leersteht? Müssen die, die etwas lange leer stehen lassen, eine Abgabe bezahlen? Erst dann können wir leistbaren Wohnraum schaffen. Die Stadt soll mehr als Bauherrin auftreten!"

Will in den Stadtsenat einziehen: Michael Ehmann
  • Will in den Stadtsenat einziehen: Michael Ehmann
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[12:19] Die Landesschülervertretung hat weitere Fragen: "Wie sehen die Pläne der Parteien aus für den Ausbau an Jugendzentren und Lernräume?" Frage 2: "Wie will die Partei ein größeres Angebot in Bezug auf leistbares Wohnen für die Jugend zu schaffen.?"

[12:15] Ehmann hält nichts vom Vergleich Graz-Wien, da die U-Bahn dort teilweise auf historischen Trassen errichtet wurde und im Freien geführt wird. "Ihr wärt schon fünf Jahre aus der Schule draußen und hättet noch weitere Jahre Großbaustelle, würde die U-Bahn in Graz errichtet werden. Zehn Jahre Baustelle allein am Jakominiplatz, da findet dann nix mehr Stadt. Da gibt es dann keinen Öffentlichen Verkehr, und die Wirtschaftstreibenden würden unter die Räder kommen. Es geht eher darum, die bestehenden Sachen besser zu nutzen. Die Schleppbahn-Gleise könnten wir nutzen und Andritz und Magna zu verbinden. Auch die S-Bahn sollte ausgebaut werden, um Pendler schon früher abzuholen. Auch die Taktung muss erhöht werden. Unser Gesamtkonzept würde 1,3 Mrd. ausmachen, das ist ein Drittel der U-Bahn-Kosten. Vom Bund würde es da sicher Unterstützung geben. Auch Rad-Highways müssen forciert werden. Die Unis und Schulen müssten verbunden werden. Zur Bim: Es ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Momentan hat nicht jeder Bezirk eine Bim!"

[12:11] Kahr: "Bin seit 1993 im Gemeinderat. Und seither wird über den Verkehr diskutiert, über Ideen etc. Jeder will den Ausbau aber es zieht niemand an einem Strang. In dieser Periode war das anders, so konnten wir die Bim ausbauen. Das gleiche gilt für die Innenstadtentflechtung, die kommen wird, damit die Herrengasse entlastet wird. Es wird damit 2023 begonnen zu bauen. Für die U-Bahn bin ich nicht: Das würde den weiteren Bim-Ausbau konterkarieren. Da kommt ja noch einiges. Da müssen wir dranbleiben. Nicht immer die Sachen verwerfen, sondern die Sachen fertigmachen. Auch die Betriebszeiten der Busse verbessern und auch die Taktung. Auch werden zu wenige neue Bushaltestellen errichtet. Da geht es auch um die Qualität von Haltestellen, wer will schon im Regen stehen? Und: Ich muss natürlich die Einpendler draußen abfangen, deshalb müssen die Regionalbusse verstärkt werden, und die S-Bahn muss ausgebaut werden. Und Thema Öffi-Ticket: Es hilft der Ausbau nicht, wenn die Preise zu hoch sind. Zumindest gibt es eine Reduktion für einkommensschwächere Familien."

Die Grazer Schüler waren sehr interessiert und erschienen in Scharen.
  • Die Grazer Schüler waren sehr interessiert und erschienen in Scharen.
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[12:08]: Eustacchio: "Wir haben eine schöne, historisch gewachsene Altstadt. Wie schaffen wir das alles, was wir wollen. Deshalb müssen wir an eine andere Ebene denken. Deshalb ist es wichtig und richtig, über so was nachzudenken. Wir als Stadt können es uns allerdings nicht leisten, wie brauchen den Bund und das Land dazu. Denkt daran: Wenn es in Wien keine U-Bahn gäbe, das ist undenkbar. Dazu müssen wir sowieso die Autos unter die Erde bringen. Dann können wir Parks und Radwege bauen. Dazu müssen wir noch stärker Park-and-Ride-Plätze bauen, und zwar an jeder Stadteinfahrt. Beim Murpark passt das perfekt. So können wir Autos an der Stadteinfahrt einfangen und haben den Verkehr nicht in der Stadt. Und natürlich müssen wir die Bim ausbauen. Nur ein Beispiel: Wenn du heute beschließt, eine Bim zu bauen, braucht das zehn  Jahre, bis sie auch fährt. Ansonsten müssen wir auch bei Öffis, bei Bussen, auf Wasserstoff umstellen. Alle Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt!"

[12:03] Schwentner: "790.000 Autofahrten gibt es täglich in Graz, und viele pendeln ein und aus. Sämtliche Experten haben festgestellt, dass es gescheit ist, auf den bestehenden Systemen aufzubauen. Wir haben Bim-Netz und ein S-Bahn-Netz, beide sind ausbaufähig. Daher schlagen wir den S-Bahn-Ring und die Bim als Querverbindung vor. So können wir den Autoverkehr reduzieren. Es ist sinnlos, ein drittes Verkehrsmittel einzuführen. Wir können uns nicht mit Wien vergleichen. In Berlin wurde der U-Bahn-Ausbau wegen Klimamaßnahmen gestoppt. Dazu brauchen wir sichere Fußwege in Graz, es gibt nämlich Bereiche in Graz, wo es noch nicht mal Fußwege gibt. Dazu brauche wir gute Radwege, also ein gutes innerstädtisches Netz inklusive Fahrrad-Highways."

[12:01] Pointner: "Die U-Bahn ist sehr teuer. Wir haben ein Gegenkonzept: Ein City-Tunnel, der mit der S-Bahn funktioniert. Das Ganze kostet die Hälfte der U-Bahn. Das ist schlau, weil es auf ein bestehendes System aufbaut in Kombi mit dem Bim-Ausbau. Die andere Hälfte des Geldes ist in Bildung besser aufgehoben. Zum Thema Radfahren: Wir brauchen Radfahr-Highways und das Fahhrrad-Netz muss geschlossen werden. Wir brauche vierspurige Rad-Highways, auch über die Stadtgrenzen hinaus."

[12:00] Die Landesschülervertretung ist wieder am Zug mit einer Frage: Was will die Politik machen, um die Öffentliche Verkehrsmittel attraktiver und günstiger zu machen? Und was können sie machen, um die Radwege weiter auszubauen für einen einfacheren Schulweg?

[11:57] Jetzt geht es um das Thema U-Bahn, also um die Idee von Siegfried Nagl. "Wir haben 1,3 Mrd. Euro zuletzt in die Öffis investiert. Graz ist um 100.000 Menschen gewachsen, seit ich in der Politik bin. Graz gehört zu den am stärksten wachsenden Bezirken, der Verkehr steigt. Und wir kommen nicht mehr vom Fleck. Daher haben zahlreiche Experten über die U-Bahn nachgedacht. Immer hat der Bund für Wien gezahlt, jetzt wollen wir auch Geld dafür haben. Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen mitziehen. Es wäre sehr sehr schade, weil Graz weiterwächst."
Zum Thema Rad: "Jeder, der das Rad nimmt, hilft wirklich CO2 einzusparen. Wir brauchen aber weitere Rad-Infra, um zu Städten wie Kopenhagen aufzuschließen. Wir haben mit dem Land 100 Millionen Euro bis 2030 eingeplant. Das sind über 33 Euro pro Person für Radinfrastruktur zur Verfügung. Graz wurde in fünf Korridore aufgeteilt und starten bereits im heurigen Jahr mit den Ausbau-Projekten. Man übrigens auch mit einer S-Bahn unten reinfahren, aber das sind andere Dimensionen. Das hilft den Pendlern mehr als den Grazern. Die U-Bahn holt alle Grazer an möglichst vielen Punkten ab. Zwei Bim-Linien werden heuer übrigens am 26. November eröffnet."

[11:54] Pointner: "Es darf kein Neubau als Betonklotz mehr errichtet werden. Es braucht ökologische Bauten mit neuen Technologien. Und dann natürlich die Stadtallee: Das wäre ein Beispiel für Entsiegelung. Wir brauchen einen smarten City-Tunnel und die Verlängerung der Öffis über die Stadtgrenze hinweg. Thema Schule und CO2-Ausstoß: Da muss man in grüne Energie investieren. Ich rufe nun einen Wettbewerb aus. Welche Schüler kommen am CO2neutralsten in die Schule? Machen wir einen Wettbewerb!"

Die Landesschülervertretung sammelte Fragen und stellte sie an die Spitzenkandidaten.
  • Die Landesschülervertretung sammelte Fragen und stellte sie an die Spitzenkandidaten.
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[11:52] Judith Schwentner: "Betonierte Flächen müssen verschwinden, siehe den Messe-Vorplatz. Und es müssen mehr Bäume im Stadtraum gesetzt werden und nicht ein paar für Neugeborene. Schule: Wichtig ist, dass alle Schüler mit Öffis, mit dem Fahrrad, zu Fuß die Schule erreichen können. Dann gibt's sehr viele weitere Möglichkeiten: Das beginnt bei den Energeisytemen in der Schule, bis zum Essen in der Kantine (fleischloses Essen) und zur Dachbegrünung. Beim Umweltpreis haben wir gesehen, dass uns Schulen teilweise eh schon voraus sind. Klimabildung wird teilweise dort schon gelehrt. 

[11:49] Siegfried Nagl: "50 Prozent des Grazer Stadtgebietes dürfen nicht verbaut werden, das ist der Grüngürtel. Wir versuchen, eine Grünzone zu schaffen, egal, wo die Menschen wohnen. Alle sollen eine solche Grüninsel zwischen 300 und 400 Metern von ihrem Wohnort aus erreichen können. Wir haben als Stadt in den letzten Jahren 600.000 Quadratmeter Grünfläche zusammengekauft. Thema Schule: Wir versuchen, Schulen ökologisch umzubauen, siehe Wärme- und Dämmungskonzept. Neu gebaute Schulen werden sowieso nach ökologischen Standards gebaut, siehe in Reininghaus. Wichtig wäre wenn ihr nicht mit dem Auto zur Schule gebracht werdet. Ein Satz zur U-Bahn: Wenn es uns gelingen soll, wie in Wien, 36 Prozent der Verkehrsteilnehmer in die Öffis zu bringen, dann wäre es das größte Klimaschutzprojekt." 

Will ein grüneres Graz schaffen: Judith Schwentner (Grüne)
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[11:49] Mario Eustacchio: "Wir müssen Flächen sichern aber auch verbaute Flächen wieder re-naturieren. Das geht mit Sicherheit in jedem Bezirk. Wir müssen Dächer begrünen, da haben wir Nachholbedarf. Thema Schulen: Dort wo es keinen Fernwärmeanschluss gibt, das nachzuholen. Auch mit Photovoltaik aufrüsten. Und die Infrastruktur prüfen: Gibt es Geräte, die man austauschen könnte?

[11:46] Elke Kahr: Frage 1: "Das Problem ist die Baudichte. In dicht verbauten Bezirken wird es eng. Dort müssen wir als Stadt Grünflächen ankaufen. Anmieten und pachten kosten viel Geld, aber es gehört uns das dann langfristig nicht. Frage 2: Es geht darum, zu überlegen, in welchem Stadtteil liegt die Schule. Wie viel Freiflächen gibt es in Schulen? Da gibt es viel zu wenig. Schüler haben zu wenig Platz. Beispiel Bertha-von-Suttner-Schule: Da steht jetzt ein Wohnhaus, da könnte man eine Freifläche schaffen."

[11:45] Michael Ehmann: Frage 1: "Der Grünflächenfaktor muss sich erhöhen. Das heißt, wie viel Grünanteil gibt es bei Wohnbauten. Das kann man verpflichtend erhöhen. Zu Frage 2: Würde es nicht nur auf Schulen reduzieren. Gesamt gesehen muss der Verkehr reduziert werden. Und keine U-Bahn bauen. Warum? Neue Studien aus Berlin zeigen, dass der CO2-Amortisationswert 130 Jahre beträgt. Bei einer Tram liegt dieser Wert bei unter zehn Jahren."

[11:43] Vertreter der LSV stellen nun zwei Fragen: Welche Pläne hat die Politik für die Stadtbegrünung und wie stellen sich die Politiker die Senkung des CO2-Ausstoßes an Schulen vor?

[11:40] Philipp Pointner (fährt nur Fahrrad): "Ihr braucht und wir brauchen Mut. Mut, damit wir Graz 2040 plus lebenswert machen. Wir brauchen Strategie und keine Einzelmaßnahmen. Wir brauchen einen Stadtplaner von außen mit strategischer Grünraumplanung. Wo und wie bauen wir? Wie erhalten wir Graz liebens- und lebenswert? Das heißt innovatives Bauen durch vertikale Begrünung, durch eine Stadtallee zwischen Hauptbahnhof und Herrengasse. Mir geht's um Innovation und um frische Ideen. Wir müssen Gas bei Photovoltaik geben und auch auf Fernkälte setzen."

[11:38] Michael Ehmann (fährt mit dem Rad, geht zu Fuß): "Stückwerk reicht nicht mehr in der Zukunft. Viele kleine Maßnahmen sind in Ordnung, aber es braucht größere Überlegungen. Der Bereich Verbauung: Es darf nicht mehr alles ungelenkt verbaut werden. Wohnungen sind zum Wohnen da und nicht um Geld zu vermehren. Wir müssen leistungsgerechtes Wohnen fördern, den Leerstand endlich zu erheben und dann nachdenken, wie wir den Leerstand verhindern können. Auch mit neuen Baumaterialien wie Holz kann gebaut werden, aber solange investorengetrieben gebaut wird, reicht das nicht. Der Bereich Verkehr: Wir müssen das Auto nicht verbieten, aber Angebote schaffen, damit vor allem die Pendler umsteigen. Das geht über das Angebot und über den Preis. 

Der Dirigent will in den Gemeinderat: Philipp Pointner
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[11:35] Mario Eustacchio (trennt Müll): "Wir treffen uns mit Judith Schwentner bei der Versiegelung. Aber die Stadt ist auch sehr grün, das sieht man bei Luftaufnahmen. Wir müssen schauen, wo es zulässig ist zu bauen, und wo es eben nicht geht. Was können wir selbst als Stadt machen? Von Graz aus können wir das Weltklima nicht verändern, das ist Humbug. Aber unsere Ausgaben müssen wir machen. Das bedeutet, Bäume pflanzen, so wie jetzt bei jedem Neugeborenen. Wir haben das Murkraftwerk gebaut, damit werden 48.000 Menschen mit Strom versorgt. Auch der Mur-Raum wurde super gestaltet für Sport und Freizeit. Wir können auch die Autos unter die Erde bringen und die parkende Autos in die Tiefgaragen verschwinden lassen. Dann können wir die frei bleibenden Flächen besser nutzen für Radwege etc. Es geht vor allem über technische Mittel, um zB. Geräte zu entwickeln, die weniger Strom verbrauchen. Autos zu verbieten: das ist völliger Unsinn. Wie werden diese Autos nämlich fahren? Mit Strom, mit E-Fuels? In Graz gibt es zum Glück tolle Firmen, die daran forschen."

[11:33] Judith Schwentner (fliege nicht): "Wir haben es in diesem Sommer bemerkt, dass die Klimakrise bei uns angekommen ist. Siehe das Hochwasser in Graz heuer. Wir haben nicht mehr viel Zeit. Es geht um eure Zukunft, liebe Schüler. Wir wissen, der Autoverkehr ist CO2-Verursacher Nummer eins. Der Schlüssel liegt dabei, die Stadt anders zu gestalten. Wie schaffen wir ein Lebensumfeld, damit das Wasser absickern kann, genau das ist in Andritz ein Problem. Wir brauchen Freiflächen, Wiesen, Rasengitter und Bäume. Jeder Baum ist eine Klimaanlage! Wir müssen unser Treibhausgas-Budget verringern."

[11:30] Siegfried Nagl: "Elke Kahr beginnt mit der Geschichte, da könnte sie und ihre Partei gleich weiterlernen. Beton-Siegi, diese Zuschreibung gefällt mir nicht. Ich wäre lieber der Holz-Siegi. Ich habe dafür gesorgt, dass möglichst viele städtische Bauten aus Holz errichtet werden. Wir haben es zusammengebracht, Kinderkrippen, Gemeindewohnungen, Kindergärten etc. aus Holz zu bauen. Die Fernwärme wird forciert. Jeder Grazer hat nur 5,5 Tonnen CO2-Fußbabdruck, im landesweiten Durchschnitt sind es acht Tonnen. Was mir wichtig ist: Als Fridays For Future begonnen hat, habe ich sie eingeladen ins Rathaus. Da war der große Wunsch: Rufe den Klimanotstand aus. Ich möchte aber die Klimainnovationsstadt sein. Daher haben wir einen Klimabeirat eingerichtet. Habe gemeinsam mit der Stadt und dem Land 60 Millionen Euro bereitgestellt, dass wir ins Tun kommen. Ein Beispiel: Die Geriatrischen Gesundheitszentren benützen kein Mineralwasser mehr. Es waren 300.000 Stück aus Plastik, jetzt gibt es SodaStream."

[11:28] Elke Kahr wird nach ihrem Klima-Konzept gefragt: "Wir reden über die Zukunft, aber dass es so aussieht, wie es aussieht, hat mit der Vergangenheit zu tun, wo Fehler passiert sind. Wir haben dem Flächenwidmungsplan zugestimmt, das fällt uns jetzt auf den Kopf. Daher: Wir brauchen eine Neuauflage des Fläwi in bestimmten Gebieten und schauen, wo wir mit der Verbauung zu weit gegangen sind. Und: Eine Umverteilung der Fördermittel in Richtung des sozial geförderten Wohnbaus. Wir brauchen keine grausigen Luxusbauten, sondern gesicherten und leistbaren Wohnraum."

[11:27] Es geht zum ersten Themenblock "Klima und Umwelt": Dabei geht es um ganz kurze Antworten, wohin die Reise bei den jeweiligen Parteien geht. 

[11:25] Michel Ehmann im Rahmen der Begrüßungsrunde: "Warum sind wir alle in die Politik gegangen? Weil wir mitgestalten, mitwirken wollen. Wichtig ist: Nehmt als Jugend am Wahlgang teil. Das ist ganz wichtig, um es nicht wenigen zu überlassen, wie es in der Stadt weitergeht. Ich habe selbst drei Kinder. Wir reden natürlich auch politisch daheim und versuche aufzuzeigen, wofür die Parteien stehen. Jeder soll aber selbstbestimmt entscheiden, woher die Reise hingeht." 

[11:22] Mario Eustacchio am Wort: "Ich bin seit 13 Jahren in dieser Stadt politisch tätig sein. Habe selbst zwei Kinder, und wenn man nachdenkt, wohin geht die Reise in dieser Stadt? Ich möchte mich aktiv betätigen, um diese Stadt besser zu machen. Wir haben auch als Koalition viel erreicht, jetzt gilt es, den Weg weiter fortzusetzen. Es müssen die Inhalte vorangestellt werden."

Die Spitzenkandidaten wurden u.a. nach ihren Plänen für eine klimafitte Stadt gefragt.
  • Die Spitzenkandidaten wurden u.a. nach ihren Plänen für eine klimafitte Stadt gefragt.
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[11:21] Judith Schwentner sieht kein Abo auf den Bürgermeister-Sessel. Sie will Politik für die Zukunft, also auch für die Jugend machen. "Je mehr Grünraum, je mehr Plätze, um uns frei bewegen zu können, desto besser für alle Grazer. Je besser wir zusammenleben, umso besser geht's uns allen in dieser Stadt."

[11:19] Elke Kahr: "Jeder ist gleich wichtig, die Älteren dürfen sich nicht gegen die Jüngeren auseinanderdividieren lassen." 

[11:17] Philipp Pointner am Wort: "Ich bin Künstler und Dirigent und arbeite sehr gern mit jungen Leuten. Ich will der Jugend zuhören und für frischen Wind sorgen. Ich will einen Kontrapunkt, wie in der Musik, setzen."

Mehr geht nicht: Volles Haus bei der Schülerdiskussion der WOCHE.
  • Mehr geht nicht: Volles Haus bei der Schülerdiskussion der WOCHE.
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[11:14] Erste Frage an den Bürgermeister: Was tun Sie für die Jugend? Siegfried Nagl: "Graz ist die jüngste Landeshauptstadt Österreichs geworden, haben 100.000 Menschen in Ausbildung. Ich darf das 19. Jahr euer Bürgermeister sein. Ich habe in eurem Alter noch nicht wählen dürfen. Ihr zeigt das Gegenteil von Politikverdrossenheit. Ich will alles geben, das ist mein täglicher Job.

[11:13] Die erste Umrage zeigt: Die ÖVP (23 %) führt knapp vor den Grünen (21 %) und Neos. 

Am Podium: Die Landesschülvertretung und dahinter die Spitzenkandidaten.
  • Am Podium: Die Landesschülvertretung und dahinter die Spitzenkandidaten.
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[11:12] Die LSV bedankt sich noch einmal bei allen Schülern und LSV-Mitgliedern, denn: Wären sie nicht so viel gerannt, wären nicht so viele Schüler hier. Es sind über 800! Sogar ein zweiter Saal mit Stream wurde in der Messe Graz geöffnet.

[11:09] Die Landesschülvertretung (LSV) rund um Miriam Schmigelski, Leonie Danklmaier und Fatih Bektas begrüßt die Schüler. "Es freut uns, dass alle Spitzenkandidaten vor Ort sind. Das zeigt ganz gut, dass es wichtig ist, dass die Stimme der Jugend gehört wird." Dazu wird auch eine Menti-Umfrage präsentiert: Alle Schüler sind nun eingeladen, bereits jetzt eine Partei zu wählen. Das ganze wird dann nach der Diskussion wiederholt.

[11:08] WOCHE-Geschäftsführer Roland Reischl betritt die Bühne. "Wir wollten den Schülern eine Bühne geben und sind überwältigt, dass so viele gekommen sind." 

[11:06] Die Spitzenkandidaten stellen sich kurz vor. 

[11:04] Es geht los: Die Diskussion startet. Moderator Gregor Withalm hat die Bühne betreten. 

[10:55] Die Spitzenkandidaten der sechs Parteien, Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), Mario Eustacchio (FPÖ), Elke Kahr (KPÖ), Judith Schwentner (Grüne), Michael Ehmann (SPÖ) und Philipp Pointner (Neos) sind eingetroffen. 

[10:30] Die WOCHE begrüßt alle recht herzlich zur großen Schülerdiskussion im Vorfeld der Grazer Gemeinderatswahl. Hier könnt ihr mitlesen, was sich am Vormittag alles tut, welche Fragen gestellt werden und wie die Spitzenkandidaten antworten. Wir wünschen viel Spaß!

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