Steirischer Wissenschafter warnt
Massentests würden monatelang dauern

Sketptisch: Logistiker Marc Reimann zweifelt die Durchführbarkeit von Massentests an.
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  • Foto: Furgler
  • hochgeladen von Roland Reischl

Marc Reimann ist vom Fach, immerhin leitet er das Logistik-Institut an der Grazer Karl-Franzens-Uni. Und er erteilt der Idee von Sebastian Kurz und der Bundesregierung eine "logische" Abfuhr.

Dauer: Vier bis sechs Monate

Rund neun Millionen Österreicher gelte es zu testen, unter dieser Annahme hat sich Reimann auf dieses Gedankenexperiment eingelassen. Vorausgesetzt, es würden sich wirklich alle Österreicher auf Covid-19 testen lassen – kann man alle neun Millionen Menschen innerhalb eines Monats durchtesten? Reimanns optimistische Annahme: „Alle drei Minuten wird eine Probe genommen, an den Teststationen entsteht nie – im gesamten Monat – auch nur eine winzige Pause.“ Um diese Zahl zu erreichen, müsste man an 1.000 Stationen sieben Tage die Woche, 15 Stunden täglich durcharbeiten. Damit käme man auf die benötigten 300.000 Tests pro Tag.

"Faktor Mensch nicht vergessen"

Das setzt allerdings voraus, dass auch die Kapazitäten da sind, alle 300.000 Tests auszuwerten. Zum Vergleich: Derzeit  werden täglich rund 30.000 Menschen getestet. Rechnet man die aktuelle Testquote hoch, würde man also rund zehn Monate brauchen, um alle Österreicher zu testen.  Selbst bei einer Verdoppelung der vorhandenen Ressourcen, würde ein Screening der neun Millionen Einwohner noch immer vier bis sechs Monate dauern.
Reimann bringt noch den Faktor Mensch ins Spiel: „Wir wissen von den verschiedensten Konsumentscheidungen, dass Bequemlichkeit eine große Rolle spielt. Das heißt: Je mehr Teststationen es gibt, desto angenehmer ist es, zur nächstgelegenen zu gelangen.“ Dieser Aspekt, so der Logistik-Experte, könnte im Gegenzug die Akzeptanz des Testangebots erhöhen. Außerdem würde ein geringeres Personenaufkommen pro Standort die Sicherheit erhöhen. Der Haken: Die Dezentralisierung führe zu höheren Kosten, da mehr Stationen ja mehr Personal benötigen und auch die Verteillogistik aufwändiger wird.

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