Steirische Landtagswahl
Heftige Nachbeben in der SPÖ, fröhliche Neuaufstellung bei ÖVP und Grünen

Der alte neue Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (r.) und sein voraussichtlicher Vize-Landeshauptmann Anton Lang.
  • Der alte neue Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (r.) und sein voraussichtlicher Vize-Landeshauptmann Anton Lang.
  • Foto: Land Steiermark/Streibl
  • hochgeladen von Roland Reischl

Der erste Paukenschlag war das Wahlergebnis der steirischen Landtagswahl an sich, den zweiten setzte gleich zu Wochenanfang SPÖ-Parteichef Michael Schickhofer, indem er von allen Parteifunktionen mit sofortiger Wirkung zurücktrat. Ein ehrenwerter Schritt nach den herben Verlusten, klar ist aber auch, dass er damit nur seiner Partei zuvorkam. Denn diese hätte ihm wohl in den entsprechenden Gremien einen Rücktritt sehr nachhaltig nahegelegt, vor allem die Gewerkschaft rund um die Präsidenten-Granden Horst Schachner (ÖGB) und Josef Pesserl (AK) hatte den Druck auf Schickhofer sukzessive erhöht.

Lang als geschäftsführender Obmann

Mit der neuen Konstellation konnte man sich montagnachmittags bereits intensiv mit der Neuaufstellung beschäftigen. Die erste Bilanz ist wenig aufregend: Der Leobner Landesrat Anton Lang wurde als geschäftsführender Landesparteiobmann bestellt. Er wird auch die Regierungsverhandlungen mit der ÖVP führen. Damit ist das Match allerdings längst nicht ausgestanden, im Hintergrund stellen sich bereits die Kandidaten für die neue Nummer eins auf. Die drei "L" sind dabei in der Favoritenrolle: Neben Lang kommen noch Leichtfried (Jörg) und Lercher (Max) in Frage.

Ein fünfter Regierer für die ÖVP

Beim Wahlsieger ÖVP ist man da deutlich entspannter. Hermann Schützenhöfer wird bei der Regierungsbildung ordentlich aufs Gas steigen, ab sofort laufen die Gespräche mit allen Parteien, also neben der SPÖ auch mit Mario Kunasek (FPÖ), Sandra Krautwaschl (Grüne), Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ) und Niko Swatek (Neos).
Von einer schwarz-roten Koalition darf man ausgehen, die Frage ist allerdings, wie hoch der Preis ist, den die ÖVP ansetzt. Als fix anzunehmen ist, dass die ÖVP in der Achter-Regierung fünf Regierungsmitglieder stellen wird. Schützenhöfer hatte ja schon in der Wahlnacht gescherzt, dass er "viele bekannte Gesichter gesehen hat, die etwas werden wollen". Neben den fix gesetzten Christopher Drexler, Barbara Eibinger-Miedl und Hans Seitinger ist also noch ein Platz zu vergeben. Logischer Kandidat wäre der durch den Wahlerfolg gestärkte Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg, der ja als Grazer Stadtrat schon einmal Regierungserfahrung gesammelt hat. Sollte man jedoch eine zusätzliche Frau in der Regierung wollen, hätte wohl die Grazerin Alexandra Pichler-Jessenko die besten Karten. Sollte es mit dem Ministeramt wider Erwarten doch nichts werden, ist auch Juliane Bogner-Strauß ein Thema. Entscheiden wird dies letztlich Schützenhöfer, der mit diesem Ergebnis alle parteiinternen Hebel in der Hand hat, auch was seine eigene Nachfolge angeht. Wann das sein wird, steht allerdings in den Sternen, der 67-jährige Politstratege strotzt vor Tatendrang, erste Schritte wie Priorität für Wirtschaft und Wissenschaft, Sparen bei Förderungen und einiges mehr hat er bereits angekündigt.

Alles klar bei FPÖ, Grünen und Co.

Bei den schwer gebeutelten Freiheitlichen ist zwar Wunden lecken angesagt, am Parteichef Mario Kunasek wird allerdings nicht gerüttelt, im Gegenteil: Viele Stimmen sagen, dass es ohne seinen beherzten Wahlkampf wohl noch schlimmer gekommen wäre. Ebenfalls alle Fronten geklärt sind bei den Grünen, wenn auch mit anderem Hintergrund: Frontfrau Sandra Krautwaschl wird in der Landespolitik künftig wohl eine wesentliche Rolle spielen. Und auch Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ) und Niko Swatek (Neos) ernten in den eigenen Reihen nur höchstes Lob.

Autor:

Roland Reischl aus Graz

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