Top-Handball dank stählerner Hilfe
- Eine Waagner-Biró-Legende: der Ungar Sandor Vass
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Die Handballer von Waagner-Biró sorgten in den 1980er-Jahren für Furore in Graz und darüber hinaus.
Das Stahl- und Kesselbauunternehmen Waagner-Biró, dessen Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, hatte seinerzeit zwei Hauptsitze: Wien-Stadlau und Graz. In Graz wurde 1947 unter Federführung von Generaldirektor Hermann Tschech und dem späteren Werksdirektor Edi Mara ein firmeneigener Allroundklub gegründet, dessen erste Sportsektionen Schach, Kegeln, Fußball und Handball waren. Ein paar Jahre später gab es im Sportclub Waagner-Biró bereits 16 Sektionen. Die Direktion unterstützte den Verein maßgeblich, die Finanzierung wurde jedes Jahr einvernehmlich zwischen Direktion, Vertretern des Sportclubs und des Betriebsrats festgesetzt. Auch die Instandhaltung der Sportanlagen ging auf Kosten des Unternehmens. Die Handballer starteten wenig vielversprechend, gingen sie in ihrem ersten Spiel gegen Post SV doch sang- und klanglos mit 2:21 unter.
Fusion mit ATSE
Die Umstellung von Feld- auf Hallenhandball ab den frühen 1960er-Jahren entpuppte sich dann als Wegmarke, die dem kleinen Firmenteam auf steirischer Ebene manch sportlichen Erfolg einbrachte. Für die Elite des österreichischen Handballsports reichte es jedoch nicht – diesen Schritt schaffte man erst durch die Fusion mit den Handballern des Eggenberger Arbeiterklubs ATSE, die seit 1970 in der höchsten Klasse spielten: Das Unternehmen kaufte sich sozusagen eine konkurrenzfähige Handballmannschaft ein – eine Mannschaft, die gleich mehrfach zu Meisterehren kam. Zunächst noch als ATSE Waagner-Biró, dann als Handballclub (HC) Waagner-Biró wurde man 1983, 1984, 1985, 1987, 1988 und 1990 heimischer Handballmeister. Hinzu kamen Cupsiege 1974 und 1982 und mehrfache Auftritte im Europacup.
- Nach den Erfolgen von Waagner-Biró wurde es Anfang der 90er still um den Grazer Handball. 1997 erfolgte dann die Gründung der HSG Graz.
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Topstar aus Ungarn
Die Erfolge waren untrennbar mit dem Namen Sándor Vass verbunden, der für Waagner-Biró zuerst als Spieler, dann als Spielertrainer und schließlich als Trainer tätig war. Dass der ungarische Nationalspieler 1980 überhaupt nach Graz gelotst werden konnte, galt als Sensation. Tatsächlich machte Vass von Anfang den Unterschied aus, sorgte für mehr Professionalität und hob die Qualität des Teams massiv.
Im April 1992 dann aber der Paukenschlag: Der Vereinsvorstand gab den Rückzug der Mannschaft aus der Staatsliga bekannt. Der Grund: Im Unternehmen kriselte es, Arbeitsplätze mussten gestrichen werden. An die kostspielige Finanzierung eines Handballteams war nicht mehr zu denken. Die Handballer wurden noch einige Jahre von Steyr Auto Graz gesponsert, zogen sich danach aber in die unterste Spielklasse zurück.
Helmut-List-Halle als Relikt
Eine Wiederbelebung des Grazer Handballsports gelang mit der 1997 neu gegründeten HSG Graz. Indes wurde der in Graz ansässige Zweig des Unternehmens Waagner-Biró 1992 mit Teilen von Simmering-Graz-Pauker fusioniert und in Austrian Energy & Environment (AE&E) umbenannt. Der Firmensitz wurde nach Raaba verlegt, der Grazer Standort schloss 2002 endgültig seine Pforten. Aus einer der in Bahnhofsnähe gelegenen Werkshallen entstand die Helmut-List-Halle, die letzten verbliebenen Hallen wurden 2012 abgerissen.
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