25.10.2017, 06:00 Uhr

Park&Ride: "Wir wollen mit Graz an einer Lösung arbeiten!"

Verkehrsstadträtin Elke Kahr denkt an eine Park&Ride-Anlage in Andritz, Politiker aus Graz-Umgebung befürworten das.

Mit dem Zug, dem Bus oder als Fahrgemeinschaft: Rund 80 Prozent der 73.049 Erwerbstätigen, die in Graz-Umgebung ihren Wohnort haben, pendeln aus (lt. letzter Datenerhebung der AK). Graz-Umgebung weist damit die höchste steirische Einpendlerquote mit 75 Prozent auf.


7.000 Pendler über Weinitzen

Nachdem letzte Woche Verkehrsstadträtin Elke Kahr verkünden ließ, dass es Verhandlungen zu einer neuen Park&Ride-Anlage in Graz Andritz gibt, hat die WOCHE nun bei den Bürgermeistern aus Graz-Umgebung nachgefragt.
"Wir würden es natürlich befürworten, wenn eine neue Park&Ride-Anlage im Grazer Norden kommen würde. Weinitzen ist immerhin mehrfach betroffen, auf der einen Seite über die Nordeinfahrt Andritz, auf der anderen Seite über die Einfahrt Mariatrost", so Josef Neuhold, Bürgermeister von Weinitzen. "Insgesamt pendeln mehr als 7.000 Autos täglich über diese Strecke nach Graz. Nur müsste die Anbindung in Andritz besser funktionieren als in Fölling."


Radwege zu Park&Ride

In Gratwein-Straßengel haben es Bahnfahrer besonders gut: Wer ein Ticket hat, kann die Parkmöglichkeiten an den Bahnhöfen nutzen. Doch auch die sind gefragt – und wer später kommt, hat keinen Platz mehr. Bürgermeister Harald Mulle setzt daher auf die Einbindung des Radverkehrs: "Die Radwege zum P&R müssen wir maßgeblich verbessern. Denn wenn die Menschen mit dem Rad zum Bus oder der Bahn kommen, nimmt der Pkw-Verkehr ab. Zusätzlich müssen auch keine weiteren Parkflächen errichtet werden."


Parken und Gondel fahren

In Thal denkt man gleich ganz visionär: "Wir befürworten die Idee einer Gondel über den Plabutsch ja sehr. Meine Idee wäre ein P&R-Parkplatz am Thalersee – dort könnten die Leute entweder mit dem Auto oder dem Rad anreisen, dann die Gondel über den Plabutsch nehmen und dann die Öffis in die Stadt", sagt Thals Bürgermeister Matthias Brunner. "Dadurch würde die Gondel zu weniger intensiv genutzten Zeiten wie in der Früh gut von Einpendlern ausgelastet werden."
Brunner betont auch, dass P&R im Norden nicht die optimale Anbindung für die Thaler ist. "Wenn die Gondel wirklich kommt, halte ich es für sinnvoll, diese Kombination mit P&R am Thalersee zu nutzen. Momentan würde auch die Erhöhung der GVB-Taktung nach Graz schon viel bringen."

Gemeinden einbinden

Zusammenfassend bringt es Neuhold auf den Punkt: "Graz will die Autos und den Verkehr immer aus der Stadt bekommen, dann muss man noch stärker an die Zusammenarbeit mit den Gemeinden denken."
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.