29.11.2017, 06:00 Uhr

Unternehmer Kurt Otter fordert: Graz würde von einer erweiterten Altstadtbim profitieren!

Unternehmer Kurt Otter spricht sich für eine Ausweitung der Altstadtbim aus und meint, dass dies für die ganze Stadt positiv wäre. (Foto: Jorj Konstantinov)

Kurt Otter meint, dass sich eine Ausweitung des Freifahrtangebots der Altstadtbim positiv auswirken würde.

Mit 9. September 2013 startete die Initiative probeweise für ein Jahr, am 11. September 2014 wurde sie auf unbestimmte Zeit fix eingeführt: Die Altstadtbim kann – mit jeder Straßenbahnlinie – jeweils eine Haltestelle in alle Richtungen vom Haupt- und Jakominiplatz kostenlos genutzt werden und erfreut sich bei Grazern wie Touristen großer Beliebtheit. Der Unternehmer Kurt Otter, der seinen Betrieb in der Annenstraße hat, wünscht sich eine Ausweitung der Altstadtbim und meint, dass dies der gesamten Innenstadt, den Unternehmern und Grazern großen Nutzen bringen würde.

Innenstadt weiter denken

"Die Innenstadt muss weiter gedacht und erfasst werden", erklärt der Augenoptiker seine Motivation. Denn: "Graz wächst stetig, und die Grazer sind bereit, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, wenn ihnen ein gutes Angebot gemacht wird. Die Ausweitung würde viel bringen, aber nichts kosten." Gedacht als Shopping-Bim in der Altstadt hat sich das Angebot bewährt – gerade aus diesem Grund wünscht sich Otter eine Ausweitung von zumindest einer weiteren Haltestelle. "Händler in alle Richtungen würden profitieren", sagt Otter und nennt als Beispiel die Fortführung der Altstadtbim bis zur Haltestelle Roseggerhaus statt wie bisher bis zum Südtiroler Platz.
"Das Roseggerhaus ist ein Eckpunkt in Graz und auch ein Verkehrsknotenpunkt, da hier sehr viele in die Busse umsteigen." Auch die Tiefgarage Roseggerhaus könnte man laut Otter so hervorragend integrieren.

Bessere Erreichbarkeit

"In Wahrheit sind die Bereiche, die von der Altstadtbim nicht umfasst sind, auch Teile der Innenstadt", führt der Unternehmer aus. Neben der Altstadtbim-Verlängerung könnte sich der Unternehmer mehr Fußgängerzonen in Graz vorstellen, um die Menschen zu motivieren, zu Fuß zu gehen.
"Wegweiser mit Angabe der Entfernung oder der Information, wie viele Kalorien sie bei einem Fußmarsch verbrennen würden, zu touristischen Hotspots oder der Altstadtbim würden die Stadt positiv verändern, und kleine Unternehmer würden die Möglichkeit bekommen, von mehr Kunden erreicht zu werden", erklärt der "stille Kämpfer für den Westen", wie Otter sich bezeichnet.

Annenstraße für Fußgänger

"In der Annenstraße beispielsweise können die Gastronomen nicht einmal einen Gastgarten haben, weil der Platz dafür nicht vorhanden ist. Mit der Einführung einer Fußgängerzone könnte man dieses Problem lösen und würde viel mehr Menschen hierher locken", meint Otter, der sich durch die Ausweitung der Altstadtbim zumindest eine Impulssetzung in diese Richtung wünschen würde.

WOCHE-WISSEN:

Die Altstadtbim wurde von der Stadt Graz, dem Tourismusverband und Citymanagement eingeführt. Die Freifahrt kann auf folgenden Straßenbahnlinien und in folgenden Bereichen genutzt werden: 1+7: Südtiroler Platz bis Kaiser-Josef-Platz, 3+6: Südtiroler Platz bis Dietrichsteinplatz, 4+5: Schloßbergplatz bis Finanzamt, 13: Dietrichsteinplatz bis Finanzamt, 26: Jakominiplatz bis Dietrichsteinplatz

Europa im Vergleich: Hier gibt es kostenlose Öffis

Die kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist verlockend, die Realisierbarkeit scheitert aber meist an der Finanzierung. Europaweit genießt man in einigen Städten Freifahrt bei Öffis. In der estnischen Hauptstadt Tallinn mit knapp 430.000 Einwohnern gibt es dieses Angebot für die Einwohner Tallins seit 2013, es wurde mittlerweile auch auf Regionalzüge ausgedehnt. In der belgischen Stadt Hasselt (70.000 Einwohner) fährt man seit 20 Jahren gratis, vor drei Jahren wurde die Freifahrt auf Kinder und Senioren eingeschränkt, Erwachsene zahlen 50 Cent. In Aubagne (Frankreich, 45.000 Einwohner) wird der kostenlose Nahverkehr seit dem Jahr 2009 angeboten und überwiegend durch eine Arbeitgeber-Abgabe finanziert. Auch im französischen Vitré und in Tórshavn auf den Färöer-Inseln gilt die Öffi-Freifahrt.
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