29.03.2017, 07:51 Uhr

Bipolare Erkrankung: Eine App aus Graz gibt neue Hoffnung

"Helles" Trio: Christian Pendel, Manfred Weiss und Ralph Gruber (v. l.) haben meemo-tec gegründet. (Foto: Thomas Raggam)

Absolventen der TU Graz haben eine App für Menschen mit bipolarer Erkrankung entwickelt.

Am 30. März ist der "World Bipolar Day". In Österreich leiden rund 400.000 Menschen an dieser Krankheit, die früher als manisch-depressive Erkrankung bekannt war.

Junge Forscher entwickeln App

Ralph Gruber, Christian Pendel und Manfred Weiss haben das Start-up meemo-tec gegründet, um mit einer Software Menschen mit bipolarer Erkrankung zu unterstützen. Gemeinsam mit der Med Uni Graz haben sie eine Web-Plattform zur Psychoedukation sowie eine App entwickelt.
Aufgrund persönlicher Erfahrungen haben die TU-Absolventen ihre Forschung am Science Park Graz gestartet. „Durch eine erkrankte Person in meinem nahen Umfeld sind wir auf die Idee gekommen, mit einer Software Hilfe zu bieten“, schildert Manfred Weiss den Beginn ihrer Zusammenarbeit.

Unterstützung im Alltag

Über die Web-Plattform „Bipolar-Academy.com“ werden Patienten mithilfe von Animations-Videos über ihre Erkrankung aufgeklärt. Zudem hat das Start-up eine App entwickelt, die als Assistenzsystem im Alltag gut genutzt werden kann.
„Unsere App analysiert den Tagesablauf und das Verhalten der Patienten und gibt Tipps, um schwere Krankheitsphasen zu verhindern“, erklärt Ralph Gruber. Durch die Analyse der körperlichen und sozialen Aktivitäten sowie des Schlafverhaltens kann auffälliges Verhalten frühzeitig erkannt werden. „Hypomane Phasen werden von den Betroffenen als angenehm empfunden und vom Umfeld nicht als Krankheitsphase wahrgenommen. Unsere App macht zum Beispiel darauf aufmerksam, wenn ein Patient etwa drei Tage hintereinander Überstunden gemacht hat“, sagt Manfred Weiss.
Neben Hinweisen und Verhaltenstipps bietet die App auch einen Krisenplan, bei dem Freunde und Angehörige in die Maßnahmen involviert werden können. Derzeit ist die App noch in der Entwicklungsphase, nächstes Jahr soll sie bereits für Patienten verfügbar sein und ihnen den Alltag erleichtern.

„World Bipolar Day“

Rund um den „World Bipolar Day“ startet das Forscher-Team eine Fakten-Serie auf ihrer Facebook-Seite www.facebook.com/bipolaracademy und bietet einen kostenlosen Zugang zur „Bipolar-Academy“. „Damit möchten wir mehr Bewusstsein für diese Krankheit schaffen und einer Stigmatisierung entgegenwirken“, erklärt Ralph Gruber.

WOCHE-Familienflüsterer, Psychologe Dr. Streit gibt hier Tipps, wie man als Angehöriger von Betroffenen mit bipolarer Störung umgeht.
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