16.03.2017, 09:00 Uhr

Wieso der Holzweg der richtige ist – Business Lunch mit der Tischlerei Felix Pleschek

Aus der Küche in den Gastraum: Martina Maros (WOCHE) und Ines Pleschek wurden von Karli Pichlmaier persönlich bewirtet (v. l.). (Foto: Jorj Konstantinov)

Frau, Tischlerin, Geschäftsführerin: Ines Pleschek von der Tischlerei "Felix Pleschek" im WOCHE-Gespräch.

Seit 69 Jahren wird die Tischlerei "Felix Pleschek" als Familienunternehmen geführt. Im WOCHE-Business Lunch erzählt Ines Pleschek, selbst gelernte Tischlerin, von ihrem Unternehmen, das sie seit bereits zwölf Jahren leitet.

WOCHE: Eine weibliche Tischlerin und Tischlerei-Geschäftsführerin ist doch eher selten ...
Ines Pleschek: Das stimmt, aber unsere Tischlerei ist seit bereits 38 Jahren in Frauenhand, da auch schon meine Mutter nach dem Tod meines Vaters die Geschäftsführung übernommen hat. Ich merke aber nicht, dass das ein Nachteil ist. Im Gegenteil, da die meisten Tischler Männer sind, hat man in dieser Branche als Frau Vorteile (lacht).

Muss man eine strenge Chefin sein, wenn man nur männliche Mitarbeiter hat?
Ich bin keine geborene Chefin, mir ist wichtig, dass sich sowohl Mitarbeiter als auch Kunden bei uns wohlfühlen. Mein Bruder Felix Pleschek ist auch in unserem Unternehmen und wir sehen unsere Mitarbeiter als eine große Familie. Wir haben drei Lehrlinge und Mitarbeiter, die von der Lehre bis zur Pension bei uns sind. Zwei Mitarbeiter arbeiten länger bei uns als ich auf der Welt bin (lacht).

Wie geht es der Tischlereibranche zurzeit?
Kunden haben ein starkes Qualitätsbewusstsein und fragen nach der Herkunft des Holzes. Wir fertigen alles in unserer Werkstatt in Graz an und haben auch einen Schauraum eingerichtet. Das verstaubte Image von Eckbänken tut Tischlern unrecht, wir machen sehr moderne und stylische Möbel. Kunden schätzen das und sind auch bereit, Geld dafür auszugeben. Viele sind aber auch von Tischlerpreisen überrascht, denn oft rechnen sie mit viel mehr. Der Unterschied zum Handel ist oft nicht gravierend.

Ihre Konkurrenz ist hauptsächlich der Handel...?
Wir merken einen starken Druck von Unternehmen aus Osteuropa. Preislich können wir mit ihren Angeboten nicht mithalten, das macht es für uns schwierig. Wichtig wäre es, dass bei Ausschreibungen heimische Unternehmen zum Zug kommen, denn so stärkt man die regionale Wirtschaftsleistung. Auch die Ausbildung von Lehrlingen und die Weitergabe des Handwerks an die nächste Generation muss uns als Gesellschaft ein Anliegen sein.

Welche Produkte werden am stärksten nachgefragt?
Im privaten Bereich dominieren Küchen, Betten und Garderoben. Im professionellen Umfeld werden großteils gesamte Geschäftslokale von uns ausgestattet. Wir zeichnen etwa für das Juweliergeschäft Schullin und New One sowie das Joanneumsviertel verantwortlich. Seit über 20 Jahren richten wir auch die Eduscho- und Tchibo-Filialen österreichweit ein.

Eiche ist nach wie vor stark im Trend ...?
Ja, Konkurrenz macht ihr nur die Zirbe, die gerne für Betten verwendet wird. Außerdem sind Küchen in Hochglanz weiß nach wie vor ein Topseller.

Wieso sollte man sich für ein Produkt aus Holz entscheiden?
Holz ist einfach wunderschön, es ist ein natürliches Material, wertbeständig und etwas Handfestes. Produkte aus Holz greifen sich anders an. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Begeisterung der Kunden über ein fertiges Stück sehe. Meist sind sie überwältigt von der Optik und Qualität und schätzen die Tischlerarbeit dahinter.

Mit "HappINES" haben Sie sich einen Traum erfüllt. Was ist das genau?
Unter dieser Linie stellen wir kleine Dinge wie Schneidbretter, Bilderrahmen oder auch Möbel her, die wir mit einer persönlichen Fräsung individualisieren. Das eignet sich etwa als Geburtstags- oder Hochzeitsgeschenk und wird sehr gut angenommen, da es etwas Persönliches ist. Das ist mein Herzensprojekt und macht mir große Freude.

Das ist Ines Pleschek

Geboren am 1. September 1971 in Graz.
1992 Matura an der Handelsakademie.
1998 Beginn der Tischlerlehre.
Arbeitet seit 25 Jahren in der Tischlerei.
Seit 2005 ist sie Geschäftsführerin.
Mutter zweier Kinder (der Sohn ist 14, die Tochter 10 Jahre alt).
Lebt in St. Josef in der Weststeiermark.
Hat einen großen Bauernhof, den sie selbst bewirtschaftet.
Dort hat sie über 50 Tiere, darunter Hühner, Gänse, Ponys, Esel, Ziegen, Katzen, Hunde ...
Die Arbeit am Bauernhof ist für sie Entspannung von der Arbeit als Geschäftsführerin.
Wenn es die Zeit erlaubt, macht sie Yoga.
Sie reist gerne mit ihrem 30 Jahre alten Wohnmobil Fiat Ducato nach Griechenland und Kroatien.
Rovinj ist für sie die coolste und liebste Stadt auf der Welt.
In Graz geht sie gerne zum Laufke.
Als Geschäftsfrau handelt sie nach ihrem Bauchgefühl und mit viel Herz.
Auf ihr Team ist sie sehr stolz.
Zufriedene Kunden sind ihrer Meinung nach die beste Werbung.
Appelliert an alle, keine Scheu vor Tischlern und ihren Preisen zu haben, denn die Ergebnisse und die Zufriedenheit über viele Jahre sprechen für sich.

Infos zur Tischlerei Felix Pleschek GmbH

1948 gründet Felix Pleschek die Tischlerei in der Moserhofgasse.
1979 übernimmt Günther Felix Pleschek die Firma von seinem Vater. Nach seinem Tod 1981 übernimmt seine Frau Ingrid die Geschäftsführung.
1984 übersiedelt die Tischlerei in die Karl-Huber-Gasse.
Seit 2005 leitet Ines Pleschek das Unternehmen.
Sind als Möbeltischler sowie Generalunternehmer im privaten und professionellen Bereich tätig.
Fertigen alles in ihrer Werkstatt in Graz an.
Bei Massivholz verarbeiten sie nur Holz aus Österreich.
Gehen flexibel auf Kundenwünsche jeglicher Art ein.
Referenzen (Auszug): Twins, John Harris, Klammerth, Manner, Brühl und Söhne, SHT, zahlreiche Bankfilialen.
25 Mitarbeiter, drei Lehrlinge.
Sitz: Karl-Huber-Gasse 15, 8041 Graz
Telefon: 0316/46 50 10-0
Web: www.pleschek.at

Gast und Wirtschaft

Ferl's Weinstube bei Karli Pichlmaier

Burggasse 10, 8010 Graz
Web: www.ferls-weinstube.at
Telefon: 0316/84 02 33
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 11 bis 23 Uhr (Küche von 11 bis 22 Uhr), Samstag von 11 bis 21 Uhr (Küche von 11 bis 20.30 Uhr), Sonn- und Feiertage geschlossen
Beschreibung: Karli Pichlmaier ist Koch mit Liebe und Leidenschaft und gehört zu Graz wie der Uhrturm. Er kocht auf höchstem Niveau, bleibt dabei aber der Bodenständigkeit treu. Die urige Stube wurde von der Familie Ferl übernommen und versprüht gemütliches Beisl-Flair, wo jeder willkommen ist und das zum Verweilen einlädt.
Das Essen: Ob Wirtshausklassiker oder Mittagsmenü – die Entscheidung war nicht leicht, fiel aber ob des Schielens zum Nachbartisch auf zwei Mal Mittagsmenü. Nach der Cremesuppe folgte das gebratene Schweinefilet auf Kernöl-Risotto mit Frühlingsaromen.
Die WOCHE meint: Einfach unschlagbar. Optisch wie geschmacklich ein Gaumenfest. Neben der hervorragenden Küche überzeugt das aufmerksame Servicepersonal. "Beim Pichlmaier schmeckt’s" – dem kann sich die WOCHE nur anschließen.


Weitere Berichte zum Thema Holz gibt's in unserem Themen-Channel.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.