Interview der WOCHE
"Mutig sein, sich trauen und nicht zu viele Gedanken machen"

Snowboarderin, Olympiasiegerin, Vizeweltmeisterin, Mentaltrainerin und Yogalehrerin: Julia Dujmovits (l.) gibt derzeit Yoga-Workshops in Fürstenfeld.
  • Snowboarderin, Olympiasiegerin, Vizeweltmeisterin, Mentaltrainerin und Yogalehrerin: Julia Dujmovits (l.) gibt derzeit Yoga-Workshops in Fürstenfeld.
  • hochgeladen von Veronika Teubl-Lafer

FÜRSTENFELD. Seit ihrem Rückzug aus dem Profisport vor mehr als einem Jahr, hat sich die zweifache WM-Silbermedaillen-Gewinnerin und Snowboard-Olympiasiegerin Julia Dujmovits ihrer Karriere als Mentalcoach, Speakerin, Snowboard- und Yogalehrerin verschrieben. Zum zweiten Mal veranstaltet die gebürtige Güssingerin nun in Fürstenfeld einen Yoga-Workshop.
Die WOCHE hat das 31-Jährige Mulitalent nach der ersten Workshop-Einheit zum Interview getroffen.

WOCHE: Am 17. März bestritten Sie nach 136 Wettbewerben auf Weltcupniveau Ihr letztes Einzelrennen. Vermissen Sie den Nervenkitzel und das Kräftemessen auf der Piste?
JULIA DUJMOVITS: Das Rennfahren geht mir schon ein wenig ab. Doch auf der Piste bin ich ja weiterhin anzutreffen, da ich zweimal die Woche in Obertauern Snowboard-Unterricht gebe. Ich genieße es aber sehr, dass die ewige Challenge weg ist.

Stichwort Challenge und Leistungsdruck: Ist es in der heutigen Zeit, in der man immer und überall abrufbereit sein sollte, wichtig sich ein Ventil zu schaffen, um Stress und Druck leichter zu bewältigen? 

Natürlich ist es wichtig. Nicht nur Yoga, auch Mentaltraining waren hier für mich immer bedeutende Elemente, die ich auch versucht habe in meinen Leistungssport zu integrieren.
Sie lernen einen präsent zu sein, achtsam zu agieren, sich nicht steuern und seine eigenen Gefühle zu zulassen. Yoga gibt mir Kraft, Vertrauen, Inspiration und Ruhe. Es unterstützt mich dabei achtsam zu reagieren; es ist mein Lebensbegleiter geworden. Und auch persönliche Kraftplätze sind wichtig, um Ruhe zu finden und Energie zu tanken.

Wo finden Sie solche Kraftplätze?
Vor allem in der freien Natur. Ich wohne jetzt in Salzburg, hier gibt es viele solche Plätze, aber natürlich auch in meiner Heimat, dem Südburgenland. Hier ist meine Familie, hier kann ich abschalten, vielleicht weil ich in gewisser Weise die Leichtigkeit des Kindseins verspüre, immer wenn ich in diese Gegend komme.

Sie haben weltweit verschiedenste Projekte laufen, zieht es Sie auch deshalb, wegen dieser Verbundenheit immer wieder zurück in die Region?
Natürlich verbindet mich auch mit Fürstenfeld sehr viel. Ich kenne die Gegend sehr gut, schließlich habe ich hier so manches Sommertraining während meiner Schulzeit absolviert. Nachdem ich nun 15 Jahre im Leistungssport verbracht habe, viel gereist bin und meine Yoga Ausbildung absolviert habe, wollte ich der Region, in der ich aufgewachsen bin, auch etwas zurückgeben.
Die erste Yoga-Serie habe ich in Fürstenfeld im Jänner gestartet, schon damals kam eine super Gruppe zustande, mit der es Spaß machte zu arbeiten. Geplant ist sicherlich, dass ich langfristig immer wieder für Workshops  in die Region komme.

Für wen ist der Yoga-Workshop geeignet?
Für jeden der sich weiterentwickeln will - körperlich aber auch geistig. Ich unterrichte Vinyasa Flow Yoga – ein Yoga-Stil wo es darum geht, achtsam, präzise und stabil bei der Ausübung zu sein und zeitgleich bewusst den Atem fließen zu lassen. Vinyasa Yoga wird auch als die „Meditation in Bewegung“ bezeichnet - ein Zusammenspiel von Bewegung, Atem, Konzentration und Achtsamkeit.

Sie coachen auch Unternehmen in puncto Visionen und Zielsetzungen und haben auch gerade mehrere Projekte laufen, von San Francisco bis nach Kuala Lumpur. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis, was würden Sie jemanden raten, wie gelingt es Visionen erfolgreich zu verwirklichen?
Das ist sehr individuell, ich jedoch probiere mich sehr gerne aus, ich setzte mir immer wieder neue Ziele, die mich herausfordern. Das ist wichtig, denn das gibt einem die Chance sich selbst zu entwickeln. 

Und wenn man Sorge hat zu scheitern?

Man lernt nur indem man es tut. Mutig sein, sich trauen und nicht zu viele Gedanken zu machen sind glaube ich sehr wichtig. Auch ich bin ab und zu gescheitert, aber ich habe von den Niederlagen ebenso viel gelernt wie von den Erfolgen. Wenn man etwas wirklich will und davon überzeugt ist, dann gibt es keine zweite Option.

Zur Person:


  • Name: Julia Dujmovits
  • Alter: 31 Jahre
  • kommt aus: Sulz (Bezirk Güssing), wohnt derzeit in: Salzburg
  • größte Erfolge als Profi-Snowboarderin: Olympiasieg im Parallel-Slalom 2014 in Sotschi und zweifacher Gewinn einer Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften 2013 und 2015
  • Aktuell: Yogalehrerin, Snowboardlehrerin, Mentalcoach, Speakerin
  • Mehr zu Julia Dujmovits lesen Sie hier
  • Der nächste Workshop findet am 28. April im ehemaligen Gasthaus zur schönen Aussicht in Stadtbergen statt. Mehr dazu lesen Sie hier

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